Liebesbriefe

Das schreiben berühmte Menschen an ihre Liebsten

Johnny Cash, Winston Churchill oder Richard Burton - was schrieben Sie in einem Liebesbrief? Wir lösen es auf.

Foto: pa/Montage BM

König Heinrich VIII. an Anne Boleyn

Berlin. Ob es wirklich Liebe war? Lange warb Englands König Heinrich VIII. um Anne Boleyn, seine zweite von insgesamt sechs Ehefrauen. Später ließ er sie hinrichten, aber 1527 schrieb er liebestrunken: „Ich bitte Euch daher von ganzem Herzen, mir, was die Liebe zwischen uns beiden angeht, Eure ganze Absicht kundzutun. Diese Antwort zu verlangen, zwingt mich die Notwendigkeit, da ich seit über einem Jahr vom Pein der Liebe verwundet bin und nicht weiß, ob ich scheitern oder einen Platz in Eurem Herzen und Eurer Liebe finden werde.“

Johnny Cash an June Carter Cash

Der Musiker Johnny Cash schrieb seiner Frau June Carter Cash im Jahr 1994 – nach fast 40 Jahren Beziehung – wohl einen der schönsten Liebesbriefe der Geschichte. „Wir werden alt und gewöhnen uns aneinander. Wir denken gleich. Wir lesen unsere Gedanken. Wir wissen, was der andere will, ohne zu fragen. Manchmal ärgern wir einander ein wenig. Vielleicht nehmen wir uns manchmal als selbstverständlich. Aber immer mal wieder, wie heute, denke ich darüber nach und begreife, wie glücklich ich mich schätzen kann, mein Leben mit der tollsten Frau zu teilen, die ich je kennengelernt habe.“

Winston Churchill an seine Frau Clementine

Eher bodenständig fällt die Liebeserklärung von Winston Churchill an seine Frau Clementine Churchill 1935 aus: „Mein Liebling Clemmie, in deinem Brief aus Madras hast du einige Worte geschrieben, die mir sehr viel bedeuten, darüber, dass ich dein Leben bereichert habe. Ich kann dir nicht sagen, welche Freude mir das bereitete, weil ich mich immer so überwältigend in deiner Schuld fühle, wenn es in der Liebe so etwas wie Konten geben kann.“

Richard Burton an Elizabeth Taylor

Wie ein Zeugnis der On-off-Beziehung von Richard Burton und seiner zweimaligen Ehefrau Elizabeth Taylor klingen seine Worte von 1964: „Meine blinden Augen warten verzweifelt auf deinen Anblick. Du begreifst natürlich nicht, wie faszinierend schön du immer gewesen bist, und wie du zusätzliche und besondere und gefährliche Anmut hinzugewonnen hast.“

Bettina von Arnim an Johann Wolfgang von Goethe

Bettina von Arnim legte sich wenig Zurückhaltung auf, als sie 1808 an Johann Wolfgang von Goethe schrieb: „Ach, warum rede ich nur Worte zu dir, warum nicht Flammen, die an dir hinaufhüpfen, den Schweiss zu küssen deiner Stirn, den Tau deiner Wimper der herabträufelt auf mich, Gesegnete zu deinen Füssen, – warum nicht?“

Doch Johann Wolfgang von Goethe richtete seine Zuneigung vor allem auf Charlotte von Stein, der er insgesamt wohl 1770 Briefe schrieb. In einem heißt es: „Die süßen Worte, mit denen du mich verwöhnst – ach! Mehr wollt’ ich nicht, sogar Dein Lispeln würde mitlesen, mit dem Du mir leise das Lieblichste in die Seele ergossen hast.“

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