Australian Open

Berliner Tennis-Ass Molleker erreicht Haupfeld in Australien

Rudi Molleker, der für LTTC Rot-Weiß Berlin spielt, zieht in das Hauptfeld der Australian Open ein und hat schon 75.000 Dollar sicher.

Rudi Molleker steht im Hauptfeld der Australian Open.

Rudi Molleker steht im Hauptfeld der Australian Open.

Foto: pa

Melbourne.  Rudi Molleker ließ seinen Schläger fallen, zeigte stolz auf die Brust und schrie seine Freude heraus. Im Alter von 18 Jahren schaffte das Tennis-Talent, das für LTTC Rot-Weiß Berlin spielt, bei den Australian Open erstmals den Sprung ins Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Mit 4:6, 6:4, 7:5 bezwang die Nummer 207 der Weltrangliste am Freitag seinen deutschen Kontrahenten Oscar Otte und überstand als einziger deutscher Profi die Qualifikation.

Für Molleker ist es der vorläufige Höhepunkt seiner jungen Karriere. In der ersten Runde bekommt er es jetzt mit den an Nummer 18 gesetzten Diego Schwartzman zu tun und ist dabei großer Außenseiter. Vorige Saison erreichte der Argentinier das Achtelfinale und scheiterte dabei in vier Sätzen am Spanier Rafael Nadal.

Molleker wird von Williams-Trainer gelobt

Für das Erreichen der ersten Runde kassiert Molleker 75 000 Dollar (umgerechnet 65 029,15 Euro) - bislang hatte er 122 756 Dollar in seiner Laufbahn eingesammelt. Dabei wehrte Molleker im dritten Durchgang beim Stand von 5:4 und 40:15 für Otte bei dessen Aufschlag sogar zwei Matchbälle gegen sich ab. "Großartiger Kampf in allen Spielen! Glückwunsch Rudi! Ich bin sehr beeindruckt", schrieb Patrick Mouratoglou, Trainer von Serena Williams, bei Instagram. In der Tennis-Akademie des Franzosen an der Riviera ist Molleker kein Unbekannter. Er wisse das Lob zu schätzen, bedankte dieser sich bei dem Star-Coach.

In allen drei Qualifikationsspielen setzte sich Molleker nervenstark durch, bezwang zunächst den Brasilianer Guilherme Clezar 7:6 (12:10), 7:6 (8:6) und dann Ramkumar Ramanathan 5:7, 7:5, 7:6 (10:6). Auf der ATP-Tour feierte der Brandenburger bislang zwei Siege, überraschte dabei im Vorjahr in Hamburg den früheren French-Open-Finalisten David Ferrer aus Spanien. "Ich habe in meiner Karriere größere Ziele, als David Ferrer zu schlagen. Deshalb möchte ich nicht nur an diesem Sieg gegen ihn festhalten", sagte Molleker damals.

Als Dreijähriger kam der Blondschopf mit seinen Eltern Roman und Tanja Molleker aus der Ukraine nach Brandenburg. Schon in jungen Jahren verbrachte Molleker viel Zeit auf dem Tennisplatz. Sein Talent wurde schnell entdeckt, im Jugendbereich feierte er zahlreiche nationale und internationale Titel. Im Mai gewann er beim Challenger-Turnier in Heilbronn seinen ersten Titel - nun sollen die nächsten Highlights folgen.

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