Feinstaubbelastung

Silbersteinstraße ist die dreckigste Straße Deutschlands

Die Silbersteinstraße in Neukölln hält den von der EU vorgegebenen Wert nicht ein. Zwei weitere Berliner Straßen haben schlechte Werte.

Die Schadstoffbelastung in der Silbersteinstraße ist hoch

Die Schadstoffbelastung in der Silbersteinstraße ist hoch

Foto: pa

Berlin. Diese Straßen sollten Sie lieber meiden, wenn Sie auf Ihre Gesundheit achten. Die Silbersteinstraße (Neukölln), die Frankfurter Allee (Friedrichshain-Kreuzberg) und die Karl-Marx-Straße (Neukölln) sind laut Umweltbundesamt die Straßen mit der höchsten Feinstaubbelastung in der Hauptstadt. Damit führt Berlin deutschlandweit die Liste an. Zuerst hatte die "Berliner Zeitung" darüber berichtet.

Berlin hat die dreckigsten Straßen

Zuletzt wurde an den genannten Straßen am Sonntag, den 9. Dezember 2018 gemessen. Laut Richtlinien der Europäischen Union muss seit 2015 ein Luftqualitätsstandard von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als Jahresmittelwert eingehalten werden. Berlin verfehlt den Grenzwert:

Silbersteinstraße (Neukölln) - innerhalb von 36 Tagen über 50 Mikrogramm (Tagesmittelwerte) pro Kubikmeter Luft

Frankfurter Allee (Friedrichshain-Kreuzberg) - innerhalb von 33 Tagen über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft

Karl-Marx-Straße (Neukölln) - innerhalb von 30 Tagen über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft

Der Luftqualitätsstandard-Wert darf maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten werden. Die Silbersteinstraße hat somit die Richtlinie nicht eingehalten.

Feinstaubbelastung hängt auch mit dem Wetter zusammen

Der Feinstaub kommt nicht nur aus den Auspuffen der Berliner. Die hohe Feinstaubbelastung kann auch mit der Wetterlage zusammenhängen. „Hochdruckwetterlagen gehen in Berlin zudem sehr häufig mit Ostwinden einher, so dass vorbelastete kontinentale Luft einströmt. Feinstaub kann über Hunderte Kilometer getragen werden, so dass auswärtige Quellen zu der erhöhten Konzentration in Berlin wesentlich beitragen“, erklärt Dorothee Winden, Sprecherin von Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) gegenüber der Berliner Zeitung.

Feinstaub ist gefährlich für die Umwelt

Der von Dieselmotoren verursachte Feinstaub ist anerkannt gesundheitsschädigend. Es gibt ein höheres Risiko an Herz, Kreislauf und Atemwegen zu erkranken.

Seit 2008 gibt es in der Hauptstadt innerhalb des S-Bahn-Rings die Umweltzone Berlin, seit 2010 darf sie nur von Fahrzeugen mit einer grünen Feinstaubplakette befahren werden.

Auch die bereits vor 20 Jahren gestartete Rußfilternachrüstung der BVG-Busse sowie anspruchsvolle Vorgaben für Baumaschinen an Baustellen der öffentlichen Hand tragen Früchte.

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