Heckler & Koch

Polizei schickt Testschützen zum Waffenhersteller

Die Beamten sollen die neue Dienstpistole einschießen. Die Behörde reagiert auf die massiven Probleme, die es mit neuen Waffen gab.

Eine Polizistin hält ihre Dienstwaffe des Herstellers Heckler & Koch in den Händen.

Eine Polizistin hält ihre Dienstwaffe des Herstellers Heckler & Koch in den Händen.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Polizei schickt Testschützen zum Waffenhersteller Heckler & Koch in Oberndorf (Baden-Württemberg). Diese Beamten sollen die neue Dienstpistole SFP 9 einschießen. Damit reagiert die Behörde auf die massiven Probleme, die es mit den ersten Lieferungen der neuen Waffe gegeben hatte.

Berliner Polizisten hatten von anhaltenden Schwierigkeiten mit der Treffgenauigkeit der Waffe berichtet. Auch die Polizei hatte bestätigt, dass teilweise mehr als 60 Schüsse abgefeuert werden mussten, bevor sich eine "stabile Treffpunktlage" einstelle. Heckler & Koch hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Behauptungen, die Waffenrohre der Pistole vom Typ SFP9 würden „wandern“ und es sei eine „Einlaufphase von bis zu 60 Schuss“ nötig, um richtig zu treffen, seien nicht nachvollzuziehen. Die Berliner Polizei hatte bei Heckler & Koch 24.000 neue Dienstpistolen vom Typ SFP9 bestellt. Bei 200 getesteten Waffen der ersten Lieferungen fielen knapp 70 durch diese interne Qualitätsprüfung. Bei 130 Waffen gab es hingegen keine Beanstandungen.

Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen intern um Polizisten geworben, die zu Heckler & Koch fahren und die neuen Dienstpistolen anschießen. „Um möglichst zeitnah weitere einsatzfähige SFP 9 für den Roll out zu erhalten, ist es vorgesehen, interessierte Dienstkräfte zum Hersteller H&K zu entsenden, die vor Ort den Anschuss der Waffen kontrollieren“, heißt es in der internen Stellenausschreibung. Nach Informationen der Berliner Morgenpost meldeten sich mehrere Beamte auf die Ausschreibung.

Bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sorgen die Pläne für Genugtuung. „Wir freuen uns, dass die Polizeiführung unserer Idee folgt und Kollegen zu Anschussschützen machen möchte. Es sollte klar sein, dass das keine Zugleichaufgabe sein darf und die entsprechenden Kollegen dafür von allen anderen dienstlichen Aufgaben befreit werden müssen“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro der Berliner Morgenpost.

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