Erziehung

Lage bei Kitas entspannt - aber keine Entwarnung

Eltern finden oft keinen Kitaplatz. In Berlin demonstrierten Tausende Eltern. Aktuell ist die Lage laut Verwaltung entspannter.

Kinder spielen in der Kindertagesstätte (Symbolfoto)

Kinder spielen in der Kindertagesstätte (Symbolfoto)

Foto: dpa Picture-Alliance / Christian Charisius / picture alliance / Christian Cha

Berlin.  Für Berliner Eltern auf der Suche nach einem Kitaplatz hat sich die Lage laut Berliner Senatsverwaltung für Familie entspannt. "Rund 30 000 Kinder haben die Kitas im Sommer verlassen. Aktuell gibt es noch 9400 nicht belegte Plätze", sagte Sprecherin Iris Brennberger der Deutschen Presse-Agentur. Entwarnung wolle die Verwaltung aber nicht geben. "Wir hoffen, dass alle Maßnahmen greifen und dass die Situation sich im Frühjahr nicht wieder zuspitzt", so Brennberger mit Blick auf die Engpässe in diesem Jahr. Wegen der angespannten Situation waren im Mai Tausende Eltern auf die Straße gegangen. Ab dem kommenden Jahr soll die Suche mit dem Kita-Navigator einfacher werden.

Positiv sei die gestiegene Zahl der angebotenen Kitaplätze, so die Sprecherin. Von September bis Oktober sei die Zahl um 1200 gewachsen. Insgesamt werden demnach in Berlin rund 172 000 Plätze angeboten. Genehmigt sind sogar einige tausend mehr. Wegen Umbaus, Personalmangels oder aus anderen Gründen bieten die Kitas nicht immer alle Plätze an.

Um den Personalmangel zu beheben, sei der Kreis der Personen, die in Kitas arbeiten dürfen, im Sommer erweitert worden, so Brennberger. Unter anderem werden jetzt auch ausländische Abschlüsse leichter anerkannt, Mitarbeiter aus verwandten Berufen oder auch Quereinsteiger haben zudem bessere Chancen. "Wir gehen davon aus, dass künftig viele multiprofessionelle Teams in den Kitas arbeiten werden", so die Sprecherin von Senatorin Sandra Scheeres (SPD).

In einigen Bezirken bleibt die Kitaplatzsuche schwierig

Schwierig sei die Lage nach wie vor in kinderreichen Bezirken wie Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick, sagte Brennberger. Eltern, die überhaupt keinen Betreuungsplatz finden, können sich demnach bis zum nächsten Sommer eine privat organisierte Betreuung finanzieren lassen. Diese seit diesem Jahr geltende Regelung sei verlängert worden. Eltern können die Kosten erhalten, die das Land Berlin für einen Kita-Platz bezahlen würde. Die Summe richtet sich nach Alter und Betreuungsumfang.

Der Kita-Navigator im Internet soll laut Brennberger Anfang 2019 an den Start gehen. Er soll zunächst die Kita-Suche erleichtern und künftig auch die freien Plätze in den Kitas anzeigen. Eine zentrale Warteliste sei aber nicht geplant. Die Verwaltung könne die Plätze nicht zuteilen. "Es gibt ja auch viele freie Träger und die suchen sich die Kinder selbst aus", so Brennberger.

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