Flughafen

Gepäckabfertigung: Lange Wartezeiten am Flughafen Tegel

Weil ein Generator ausgefallen ist, können die Koffer nicht geröntgt werden.

Ein Flugzeug hebt vom Flughafen Berlin ab

Ein Flugzeug hebt vom Flughafen Berlin ab

Foto: pa

Berlin. Wegen eines technischen Fehlers an einer Anlage ist es am Donnerstag am Flughafen Tegel zwischenzeitlich zu Verzögerungen bei der Gepäckabfertigung gekommen. Gegen 9.30 Uhr sei ein Defekt an der sogenannten Röntgen­gepäckanlage in Terminal C1 aufgetreten, sagte ein Sprecher der Flughafen­gesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Daraufhin habe die Technik, die das von Fluggästen aufgegebene Gepäck röntgt, nur noch mit halber Geschwindigkeit betrieben werden können. Um die Abfertigung in Terminal C1 zu entlasten, seien Flüge nach C2 und C3 verlegt worden. Am Sperrgepäckschalter durften Passagiere dann auch mit normalem Gepäck einchecken, so der Sprecher. Die Reparaturen an der Anlage waren am Nachmittag abgeschlossen, laut dem Flughafen kam es zu „geringfügigen“ Verspätungen.

Im Terminal C kam es zuletzt regelmäßig zu Verzögerungen. Erst am Sonnabend bildeten sich lange Schlangen vor den Abfertigungsschaltern des britischen Billigfliegers Easyjet. Hauptgrund für die Probleme ist, dass der Flughafen immer öfter an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Zuletzt berichteten Passagiere auch von langen Wartezeiten nach der Landung von Flugzeugen. Auch kam es immer wieder zu Verzögerungen bei der Gepäckausgabe. Ursache dafür sind unter anderem Mitarbeiterengpässe bei den Bodendienstleistern, jüngst war vor allem die Firma Wisag betroffen.

FBB-Chef Lütke Daldrup: Kaum Einfluss auf Bodendienstleister

Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup sagte dazu am Donnerstag im Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses, dass die FBB nur „bedingt“ die Möglichkeit habe, diese Probleme zu beheben. „Die Bodenverkehrsdienstleister sind Vertragspartner der Airlines“, sagte er. „Und die Airlines sind die Einzigen, die darauf Einfluss nehmen können – denn sie haben eine Leistung von den Bodenfirmen erworben.“ Gleichwohl mache er sich mit Blick auf den künftigen Hauptstadt-Airport BER Gedanken, wie die FBB den Wettbewerb zwischen den Dienstleistern stärken könne, um höhere Standards durchzusetzen.

Abseits der Abfertigungsproblematik sprach Lütke Daldrup im Ausschuss über den Baufortschritt des BER. Seinen Darstellungen zufolge werden viele Brandschutzanlagen erst im April so weit fertig sein, dass sie abgenommen werden könnten. Die anschließende Hauptprüfung könne erst im Mai oder Juni beginnen. Es gebe allerdings genug Zeitpuffer, er peile weiter eine Eröffnung des BER im Oktober 2020 an.

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