Hamburg

Einbrecherfamilie wirft Tresor aus zehntem Stock

Nachdem ein Zeuge verdächtige Beschädigungen in einem Treppenhaus in Osdorf bemerkt hatte, flog die Familie auf.

Hamburg. Es ist Mitte Januar, als ein Zeuge merkwürdige Beschädigungen im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Osdorf feststellt. Doch mit den Kratzern und Schleifspuren ist längst noch nicht der Gipfel der Merkwürdigkeit erreicht: Das Haus verfügt über eine Videoüberwachungsanlage und die Durchsicht der Aufnahmen zeigte, wer und was die Schäden verursacht hatte.

Eine dreiköpfige Familie, Vater (44), Mutter (41) und Sohn (22) hatten einen Tresor auf einen Kinderwagen geladen und die Treppen hinaufgewuchtet. Nicht etwa aus gestiegenem Sicherheitsbedürfnis: Sondern um das gute Stück aus dem zehnten Stock zu werfen. Dass ihnen bewusst war, dass sie aufgezeichnet werden und sie deshalb ihre Gesichter verhüllt hatten, machte sie nicht gerade unverdächtiger. Die Identifikation des Familientrios wurde der Polizei aber dadurch einfacher gemacht, dass der Tresor allem Anschein nach schwerer als erwartet war. Deswegen legten die mutmaßlichen Diebe ihre Vermummung zwischenzeitlich ab.

Vater wird wegen eines anderen Einbruchs verhaftet

Die Staatsanwaltschaft erwirkte nach Durchsicht der Aufnahmen Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Eltern und des Filius. Diese wurden am vergangenen Freitag vollstreckt – dabei fanden die Beamten Beweismittel, die darauf hindeuteten, dass es sich bei dem fliegenden Tresor um einen Teil der Beute aus einem Einbruch im Januar in Osdorf handelt.

Da das Familienoberhaupt allem Anschein nach nicht nur bei diesem Einbruch eine im Wortsinn tragende Rolle gespielt hat, nahmen die Beamten ihn mit. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen eines Einbruchs in Lurup vor.

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