Gina-Lisa Lohfink

Fall Gina-Lisa: Beschuldigter äußert sich erstmalig im TV

Sebastian Castillo spricht zum ersten Mal im TV über die Nacht mit Gina-Lisa. Er beschuldigt das Model der Falschverdächtigung.

Gina-Lisa Lohfink steht wegen Falschaussage vor Gericht

Gina-Lisa Lohfink steht wegen Falschaussage vor Gericht

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Hat die aus der TV-Show "Germany's Next Topmodel" bekannte Gina-Lisa Lohfink zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt? Seit Jahren beschäftigt der Fall Gina-Lisa die Gerichte. Einer der Beschuldigten äußerte sich nun im Frühstücksfernsehen von Sat.1.

Zu ersten Mal spricht Sebastian Castillo über die Nacht mit Lohfink. "Ich finde das nicht schlecht, dass sie mit dem Sexualrecht so viel erreicht hat. Dafür muss man sie auch loben, aber das alles auf eine Lüge aufzubauen, ist natürlich eine Schande", sagt der 32-Jährige.

Laut Informationen der Bild-Zeitung soll er auch gesagt haben, dass das im Video von der Nacht zu hörende "Hör auf" sich nicht auf den Sex im Allgemeinen bezogen habe, sondern auf das Filmen. Laut Castillo habe weder eine Vergewaltigung stattgefunden, noch seien Drogen im Spiel gewesen.

Auch Lohfink selbst äußert sich. Im Interview mit Sat.1 sagt sie: "Ich habe sehr große Angst vor dem Urteil." Sollten die Vorwürfe gegen sie nicht fallen gelassen werden, werde sie in Berufung gehen. Der nächste Prozesstag ist für den 8. August angesetzt.

Hintergrund zum Fall Gina-Lisa

Worum es im Fall Gina-Lisa geht: Im Juni 2012 feiert Lohfink in einem Berliner Club und lernt dabei Sebastian Castillo Pinto und einen seiner Freunde kennen. Während Lohfinks Begleitung nach Hause fahren, bleibt sie im Club und fährt später mit den beiden Männern mit. Es wird getrunken, gefeiert, Lohfink hat Sex mit den Männern und wird dabei von ihnen gefilmt. Nach der Nacht hat Lohfink große Erinnerungslücken, kann nicht mehr genau sagen was passiert ist. Auszüge des Sex-Videos landen im Netz.

Lohfink wendet sich an die Polizei und stellt Strafanzeige. Sie behauptet, die Männer hätten ihr K.o-Tropfen gegeben und sie vergewaltigt. Im Video hört man sie "Hör auf" sagen. Der Fall landet vor Gericht. 2014 dann das Urteil: Die Richter sind nicht davon überzeugt, dass es eine Vergewaltigung geben habe. Es sei nicht klar zu erkennen, ob sich das "Hör auf" auf die Handlungen in dem speziellen Moment bezogen habe oder auf den Sex im Allgemeinen. Die Männer werden wegen der Verbreitung des Videos verurteilt. 2016 wechseln die Rollen, Lohfink wird vom Opfer zur Täterin. Wegen einer Falschverdächtigung steht sie nun vor Gericht.