Neuer Eingang

Saniertes Löwentor öffnet am Berliner Zoo

Der denkmalgeschützte Eingang strahlt in neuer Pracht. Nach der Sanierung soll es dort acht statt vier Kassen geben.

Zoo-Direktor Andreas Knieriem (M.) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD, r.) öffnen das Löwentor

Zoo-Direktor Andreas Knieriem (M.) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD, r.) öffnen das Löwentor

Foto: dpa

Fast neun Monate hat es gedauert, jetzt hat der Zoologische Garten Berlin das Ergebnis gefeiert: Die Besucherschlange vor dem Eingang am Hardenbergplatz ist verschwunden. Dafür finden Zoogänger hinter den verdoppelten Kassen am Löwentor jetzt ein zweites Eintrittsgebäude vor. Durch dieses gelangen sie durch mehrere Drehkreuze viel schneller ins Innere, als es die früheren Kartenabreißer jemals schaffen konnten.

Als einer der ersten Nutzer dieses Systems hielt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sein Ticket an den Drehkreuz-Scanner. Und er will dies mit seiner Familie noch oft wiederholen. Denn gemeinsam standen die Müllers oft genug vor den alten Kassen an – in einer Schlange, die in den schlimmsten Zeiten bis zum Hutmacher-Hochhaus reichte.

Neues Löwentor im Zoo Berlin eröffnet

Portal mit den Löwen wurde 1909 eröffnet

„Unser Zoo ist eine Oase der City West. Und wenn die ihr Gesicht verändert, gehört der Zoo einfach mit dazu“, sagte Müller zur Eröffnung des vergrößerten Löwentors. Materialien wie Holz und Lehm am Neubau hinter dem Tor künden von Naturverbundenheit, die graue Fassade erinnert nicht von ungefähr an afrikanische Ornamente. Hier findet von den Toiletten bis hin zu einem Servicebereich alles Platz, was bisher an der Pforte fehlte. Kostenpunkt der denkmalgerechten Arbeiten: vier Millionen Euro.

Noch immer thronen die beiden steinernen Löwen vorne über dem Portal. Wobei dies nicht immer der Fall war. So erinnerte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Carsten Engelmann (CDU) daran, dass die 1909 aufgesetzten Figuren zwar den Zweiten Weltkrieg überstanden, aber dann mehrere Jahrzehnte in einem Depot lagen, ehe man sie 1987 wieder hervorholte.

Fehlendes Geschichtsbewusstsein wird man Zoodirektor Andreas Knieriem nicht vorwerfen können. Er hält die Ästhetik im Zoo für einen Schlüssel zum Erfolg – neben der möglichst artgerechten Tierhaltung und einer soliden Wirtschaftslage. Inzwischen drängen 3,3 Millionen Besucher jährlich in den Zoo – „das ist die Dimension der Museumsinsel“, zieht Knieriem einen Vergleich.

Der Hardenbergplatz - so grau wie ein Elefant

Touristen lieben den Zoo, eilen neuerdings mit einer App von einem Gehege zum nächsten und erfahren eine Artenvielfalt, die alle anderen Anlagen des Kontinents in den Schatten stellt. Klar, dass bei solchen Superlativen das Haupttor kein Hindernis sein sollte. „Für den ersten Eindruck hat man keine zweite Chance“, findet der Hausherr. Die ersten und letzten Tiere, die man im Zoo künftig sieht, sind aus Plüsch. Denn zum Löwentor gehört von nun an auch ein 350 Quadratmeter großer Souvenirladen. „Wir betrachten ihn als „Flagshipstore“, gebraucht Knieriem ein Modewort des Einzelhandels.

Verantwortlich zeichnet hier die Firma „Wild Republic“ als Spezialistin dieses Fachs. Ein größeres Angebot an Waren zum Streicheln, Spielen und Schmücken wird man jedenfalls in einem europäischen Tierpark nicht finden. Nun, da der Zoo derartige Maßstäbe vorgibt, sollte der Hardenbergplatz als Zubringer schnellstens aufschließen. „Wir möchten dort unbedingt mehr Grün sehen“, gibt Zoodirektor Knieriem den verantwortlichen Bezirkspolitikern in Charlottenburg-Wilmersdorf mit auf den Weg. Denn der Hardenbergplatz ist bislang so grau wie ein Elefant – nur dass man dem seine Farbe verzeiht.