Verkehr

Mehr Verfahren gegen telefonierende Radfahrer

Was tun, wenn das Handy klingelt? Rechts ranfahren oder gar klingeln lassen? Für einen Teil der Fahrer ist das keine Alternative.

Mehr Verfahren gegen Radfahrer wegen Handy-Nutzung.

Mehr Verfahren gegen Radfahrer wegen Handy-Nutzung.

Foto: Britta Pedersen/Archiv

Berlin. Die Berliner Behörden verlangen immer öfter Bußgeld von Radfahrern, die unterwegs ihr Handy benutzen. Die Zahl der Ordnungswidrigkeitsverfahren erreichte im vergangenen Jahr 1954 und hat sich damit in vier Jahren nahezu verdoppelt. Im ersten Halbjahr 2015 waren es knapp 900 Verfahren, wie Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) mitteilte.

Deutlich zahlreicher sind jedoch die erwischten Autofahrer: Allein 2014 eröffneten die Beamten fast 17 000 Verfahren, diese Zahl war in den vergangenen beiden Jahren jedoch rückläufig.

"Die Dunkelziffer dürfte noch erheblicher sein", sagte der SPD-Verkehrspolitiker Ole Kreins, der die Anfrage gestellt hatte. Er verwies auf eine Stichprobe des Auto Club Europa, der während einer Kontrolle minütlich einen Verstoß feststellte. "Zu oft schreitet die Polizei nicht einmal ein, selbst wenn sie an der Ampel daneben steht", kritisierte Kreins. Nach Einschätzung von Experten der Polizei ist zum Beispiel das reine Ablesen einer Uhrzeit von einem Handy nicht zwingend verboten. Sobald aber eine Taste gedrückt werde, gehe der Gesetzgeber von einer nicht erlaubten Benutzung aus.

Für Telefonieren am Steuer werden 60 Euro Bußgeld fällig, zudem gibt es einen Punkt in Flensburg. Es handele sich um eine gravierende, die Verkehrssicherheit beeinträchtigende Ordnungswidrigkeit, antwortete Krömer auf die parlamentarische Anfrage. Demnach gab es im vergangenen Jahr 22 Unfälle, bei denen einer der Fahrer telefonierte. Im Vorjahr waren aber noch 38 gezählt worden.

Wer bei Tempo 100 zwei Sekunden auf sein Handy blicke, fahre 60 Meter blind, rechnete der Auto Club Europa vor. Besonders junge Fahrer ließen sich häufig vom Handy ablenken.