Berlin

Al-Jazeera-Journalist am Flughafen Tegel festgenommen

Die Bundespolizei hat einen in der arabischen Welt prominenten Journalisten in Berlin festgenommen. Es gebe einen internationalen Haftbefehl.

Der Al Jazeera-Journalist Ahmed Mansour am 10.11.2004

Der Al Jazeera-Journalist Ahmed Mansour am 10.11.2004

Foto: dpa

Der in der arabischen Welt prominente Al-Jazeera-Journalist Ahmed Mansur ist am Sonnabend am Flughafen Berlin-Tegel festgenommen worden. Die Bundespolizei bestätigte am Abend, dass ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Journalist aus Ägypten festsetzt wurde, als er am Nachmittag nach Doha fliegen wollte. Der Sender Al-Jazeera erklärte auf seiner Internetseite, bei dem Mann handele es sich um Mansur, der sich auf dem Rückweg nach Katar befunden habe. Es seien Anwälte vor Ort.

Mansur gehört zu den bekanntesten TV-Journalisten der arabischen Welt. Für seine Interviewsendung „Bi La Hudud“ („Ohne Grenzen“) hatte er in dieser Woche in Berlin den deutschen Dschihad-Fachmann Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) interviewt.

Die Bundespolizei wollte die Identität des Mannes nicht bestätigen. Nach Angaben eines Sprechers liegt gegen ihn ein Haftbefehl aus Ägypten vor. Es gehe um mehrere, nicht näher genannte Delikte. Inzwischen habe das Bundeskriminalamt den Haftbefehl übermittelt. Er sollte dem Mann noch am Abend eröffnet werden. Die Entscheidung darüber, ob der Haftbefehl aufrechterhalten werde, liege beim Berliner Generalstaatsanwalt, sagte der Sprecher.

Mansur soll die britische Staatsbürgerschaft haben. Al-Jazeera hat seinen Sitz in Katars Hauptstadt Doha. Die Regierung in Kairo betrachtet den Sender als Unterstützer der in Ägypten mittlerweile verbotenen Muslimbrüder. Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in Kairo drei Reporter des Senders zu sieben Jahren Haft verurteilt, darunter den Australier Peter Greste. Den Männern war vorgeworfen worden, die Muslimbrüder unterstützt zu haben. Mittlerweile sind sie wieder frei. Der Fall wird neu verhandelt.