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Recht und Mediation in Berlin

"Ich befriede Menschen – entweder als Rechtsanwältin oder Mediatorin – und das ist der größte Lohn"

"Ich liebe meine Arbeit – je nach Rolle. Ich mag das, was ich tue, nämlich vermitteln und Menschen zu guten, zukunftsorientierten und tragfähigen Lösungen ihrer jeweiligen Themen zu verhelfen. Es ist zum Beispiel bei Streitigkeiten wichtig auch über den Tellerrand hinaus zu schauen, um andere Optionen zu entdecken. Hier bietet der Einsatz von Mediation (Vermittlung) eine große Chance auch für das Recht." Sabine Hufschmidt, Rechtsanwältin und Mediatorin, Coach und Ausbilderin für Mediatoren an der Universität Potsdam erzählt in einem Interview mit der Berliner Morgenpost über die Wichtigkeit von Chancen, Kommunikation und Kompromissbereitschaft.

Frau Hufschmidt, stellen Sie sich und Ihr Unternehmen doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Sabine Hufschmidt und ich bin seit weit über 20 Jahren zum einen Rechtsanwältin, zum anderen zertifizierte Mediatorin und Ausbilderin für Mediatoren an der Universität in Potsdam sowie zusätzlich Testamentsvollstreckerin. Ich fokussiere mich primär auf die Schwerpunkte Familienrecht und Erbrecht sowie Familien-, Erb- und Wirtschaftsmediation. Zusätzlich bin ich als Supervisorin für beratende Berufe und als Businesscoach tätig.

Die Rechtsanwalts- und Mediationskanzlei Hufschmidt Rechtsanwälte besteht bereits seit 22 Jahren, ich habe sie im Jahr 1999 gegründet. Wir als Kanzlei Hufschmidt Rechtsanwälte sind insgesamt an zwei Standorten in Bad Homburg und in Berlin, grundsätzlich aber deutschlandweit, tätig. Unser Ziel ist es, gute und faire Lösungen für unsere Mandanten und Medianten zu erreichen.

Was können sich unsere Lesenden unter dem Begriff Mediation genauer vorstellen?

Mediation bedeutet Vermittlung. Das heißt, ich fungiere als neutrale, unparteiische Vermittlerin zwischen den entsprechenden Parteien und versuche, in Streitfällen aller Art zu einer Einigung zu verhelfen, mit der sämtliche Betroffenen einverstanden sind. Fairness, respektvoller Umgang und Kooperationsbereitschaft sind hierbei das A und O.

Und in Bezug auf Familie und Wirtschaft?

Bei allen Angelegenheiten ist es stets das Ziel, eine (außergerichtliche) Einigung zu erreichen. Ich versuche, zwischen den betroffenen Parteien zu kommunizieren, um die Ansichten, Wünsche, Interessen und Erwartungen des jeweils anderen herauszukristallisieren und sichtbar zu machen. Wichtig sind gegenseitiges Verstehen und Verständnis. Grundsätzlich geht es um Klarheit.

Bezüglich Familien- und Erbstreitigkeiten ist es natürlich unabdingbar, die Umstände zu klären und wichtige Faktoren abzugrenzen, um die Situation genau beleuchten zu können. Zum Beispiel: In welchem Verhältnis stehen die Betroffenen zueinander? Sind Kinder involviert? Und verfolgen die Parteien das gleiche Ziel als Ergebnis dieser Mediationssitzung? Um einen optimalen Lösungsweg zu erarbeiten, mache ich mir sehr gerne eine schöne und vor allem neutrale Umgebung zu Nutzen; den Wald, einen See oder auch das Meer. Bei meinem Angebot MEDIAMEE (Mediation am Meer) findet alles an einem schönen Ort am Meer statt. Dort unterstütze ich entweder als Mediatorin zwei und mehrere Personen als neutrale Vermittlerin oder als Coach einzelne Personen oder Gruppen, die Hilfe bei der Klärung von besonderen Lebenssituationen oder speziellen Themen benötigen. Die betroffenen Personen können dann wirklich dem Alltag entfliehen und in der freien Umgebung sehr gute Ergebnisse erarbeiten.

Als Mediatorin im Bereich der Wirtschafts- und Arbeitswelt unterstütze ich zudem in Streitigkeitsfälle innerhalb eines Unternehmens oder einer Firma, wobei alle Ebenen miteinbezogen sind. Hier habe ich es z.B. mit Fällen wie Unstimmigkeiten im Betriebsablauf oder der Belegschaft, Regelungen in der Unternehmensnachfolge, Kündigungen und Wiedereingliederungen usw. zu tun. Bei meiner Arbeit geht es primär darum, die Wünsche der Menschen offenzulegen. Denn meiner Meinung nach kommt genau das in der Rechtsbranche zu kurz.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?

Ein typischer Arbeitsalltag von mir ist vor allem immer eins: untypisch. Bei meiner Tätigkeit kommt es ausnahmslos immer auf die Menschen an, die ich betreue/ unterstütze. Denn diese individuellen Themen sind es, die meine Arbeit so bunt gestalten wie ein Kaleidoskop. Und genau das ist es, was meine Arbeit auszeichnet.

Welche Menschen betreuen Sie genau? Besteht Ihr Kundenstamm aus einer bestimmten Zielgruppe?

Ich betreue immer individuelle Menschen, die nach einer Unterstützung durch mich suchen. Die meisten kommen durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu mir, was natürlich auch ein positives Feedback für mich und meine Arbeit ist. Allgemein scheint meine Methode, über den Tellerrand hinauszublicken, sehr gut anzukommen. Denn warum nicht einfach mal einzelne Lebensweisheiten auf die individuelle Situation anpassen und entsprechend umgestalten? Frei nach dem Motto: "Wer A sagt, muss nicht B sagen." Wichtig ist für mich, dass es zunächst um Verlangsamung geht, damit nach einer gründlichen Bestandsaufnahme um so zügiger an der Lösung erarbeitet und diese gefunden werden kann. Deshalb lautet mein Arbeitsmoto auch „schnell mal langsam“; es klingt zunächst paradox – hilft aber ungemein.

Und was ist das häufigste Problem, womit sich Ihre Mandanten an Sie wenden?

Als Rechtsanwältin bearbeite ich ausschließlich Trennungs- und Scheidungsfolgen sowie Erbangelegenheiten.

Auch hierbei sind nochmal Paar- und Elternbeziehungen voneinander zu unterscheiden. Im Falle von involvierten Kindern, habe ich stets diese im Blick. Denn das Wohl des Kindes steht an erster Stelle. Gefolgt von Erbstreitigkeiten von Geschwistern, deren Kindheitskonflikte wieder aufblühen, wenn die Eltern verstorben sind oder die Erbschaft bereits vor dem Todesfall verteilt werden soll.

Hatten Sie bereits mit einem außergewöhnlichen Fall bzw. Mandanten zu tun, der Ihnen extrem im Gedächtnis geblieben ist?

Es sind tatsächlich mehrere, an die ich mich noch sehr genau erinnern kann. In der Familienmediation hat mir ein unverheiratetes Paar mit zwei Kindern nach der Regelung der Trennungsfolgen eine Einladung zur Hochzeit geschickt, weil in der Mediation alle Themen, die sonst zum Streit geführt hatten, geklärt wurden. In einer Erbangelegenheit haben Geschwister (Zwillinge), die über Monate keinen Kontakt mehr hatten, obwohl sie sich immer sehr nahe standen, ein einfaches Mißverständnis besprechen und einige Monate später ihren gemeinsamen 100sten Geburtstag feiern können. In einer Wirtschaftsmediation haben zwei Zahnärzte, die auch noch gemeinsam in einem Mehrfamilienhaus übereinander lebten, Regelungen für die gemeinsame Zusammenarbeit erarbeiten können, anstelle die Praxisgemeinschaft aufzugeben und sich zu trennen. Zwei Geschäftsführerinnen konnten sich im Verlauf der Mediation annähern, um das Unternehmen expandieren zu lassen, statt sich zu trennen und das Unternehmen aufzuteilen. Zwei Buchautorinnen konnten nach 2 Jahren Funkstille ihr Buchprojekt – das bereits 4 Jahre andauerte – endlich strukturieren und abschließen. Ich könnte noch etliche weitere positive Beispiele nennen, denn die Erfolgsquote liegt bei nahezu 100 Prozent! Genau diese vielen positiven Entwicklungen in den Fällen sind es, die mich und das, was meine Arbeit ausmacht, untermauern. Und deshalb mag ich einfach meine Arbeit und das was ich tue sehr. Gerade in Zeiten wie diesen sind doch zufriedene Menschen eine tolle Belohnung und Bestätigung.

Haben Sie auch mal Fälle im Voraus abgelehnt?

Um ehrlich zu sein: Ja, allerdings wirklich sehr, sehr selten. Meine Philosophie beruht völlig auf Kooperation und Zusammenarbeit. Mir geht es um Kompromissbereitschaft und nicht darum, dem jeweils andere zuzusetzen oder in irgendeiner Weise zu schaden. Denn so eine Rechtsanwältin bin ich nicht – und möchte ich auch nicht sein. Wenn jemand so ein Verhalten verfolgt, wird dieser Mensch nicht zu meinem Mandanten oder meiner Mandantin. Es geht – bei allen unterschiedlichen Blickwinkeln und Meinungen um eine respektvolle Arbeit miteinander.

Welchen Rat geben Sie Ihren Klienten mit? Findet eine Art Briefing im Vorfeld statt?

Wie vorhin schon beschrieben: „Schnell mal langsam“. Es klingt zwar wie ein Klischee, aber es stimmt wirklich: In der Ruhe liegt die Kraft. Denn nur, wenn man sich mehr Zeit für die Dinge nimmt, kann man diese und dessen Konsequenzen nochmal überdenken sowie besonnen handeln. Die im Vorfeld investierte Zeit zahlt sich im Nachhinein aus.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation in Bezug auf die Corona-Krise?

Zweifelsohne hat die Pandemie extreme Auswirkungen auch auf persönliche Beziehungen und in der Wirtschaft. Es ist teilweise desaströs; die Menschen sind teilweise am Rande ihrer Existenz und ihrer Kräfte. Das zeichnet sich auch in meinen Tätigkeiten ab; ich habe mehrfach pro Woche Mediationen sowie Beratungen zum Thema Umgang, Unterhalt, Zuweisung der Ehewohnung und zu Trennungs- und Scheidungsabsichten. Es gilt nun trotzdem in oder mit dieser Krise zu leben und neue Chancen zu entwickeln; wie zum Beispiel der Fortschritt der Digitalisierung, den die Krise (notgedrungen) hervorgebracht hat. Auch bei mir sind nun per Zoom Beratungen möglich, da wir die persönlichen Kontakte versuchen auf ein Minimum zu beschränken. Manchmal muss es aber in Präsenz sein, weil diese unerlässlich ist. In jedem Fall heißt es auch hier mit Ruhe und bedacht die entsprechenden Regelungen zu erarbeiten. Dies ist und wird eine große Herausforderung für jeden einzelnen sein.

Welche Auswirkungen hat die Krise bereits jetzt auf Ihr Berufsfeld?

Wie ich eben erwähnt habe, hat auch bei uns eine Umstellung auf digitale Möglichkeiten stattgefunden. So kommunizieren wir neben sporadischen persönlichen Gesprächen eher per Telefon, FaceTime, Zoom und so weiter. Natürlich achten wir enorm auf die bekannten Hygienemaßnahmen und versuchen, im Falle von persönlichen Begegnungen in unseren großen Räumlichkeiten zu arbeiten, um den Abstand einhalten und auch lüften zu können; in jedem Raum steht ein Virenlüfter.

Was die Pandemie allerdings mit sich bringt, sind definitiv extrem viele Streitigkeiten zwischen Paaren; Trennungen häufen sich. Die Umgangsproblematiken bei getrennten Paaren sind enorm gestiegen. Das heißt, aus Sorge versuchen Mütter den Kindsvätern den Kontakt zu ihren Kindern regelrecht zu untersagen. Bei unbegründeter Angst ist dies natürlich ein No-Go, die Krise sollte keine Ausrede für etwas sein.

Und welche langfristigen Auswirkungen sehen Sie für Ihre Branche?

Grob gesagt: Boom vs. Existenzangst. Das ist definitiv von den jeweiligen Rechtsgebieten abhängig. Auf mein Spezialgebiet bezogen wird die Krisensituation herauskristallisieren, ob diese schwierige Zeit mit dem Partner/ der Partnerin an der Seite überstanden werden kann – sprich, ob man weiterhin einen gemeinsamen Paarweg gehen möchte. Hier sind „die schlechten Zeiten“ auf dem Prüfstand.

Haben Sie allgemein einen ganz persönlichen Geheim-Tipp, den Sie Ihren Mandaten – und nun vielleicht auch unseren Lesenden – stets mit auf den Weg geben können?

Versuchen sich Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht zu bewahren, seinen Mut und Willen festigen und stärken, um neue Wege gehen zu können. Denn dann wird sich alles klären.

In meinen Gesprächen gehe ich – auch bereits vor Corona – in die Natur; ich nenne das dann immer Walk-and-Talk. Sowohl Mandanten, Medianten im Einzelgespräch schätzen diese Form der Klärung im Gespräch in Bewegung sehr.

Zu guter Letzt: Was ist Ihr Wunsch oder Ziel für die Zukunft?

Abgesehen davon, dass ich auf eine gute Lösung der Pandemie in Bezug auf das Leben und die Gesundheit aller hoffe, ist mein Wunsch, dass die Mediation in allen Lebensbereichen als Chance gesehen und genutzt wird. Und dass sie auch von anderen Anwälten als Ergänzung an- und wahrgenommen – und nicht als Konkurrenz gesehen wird. Mediation hilft das Zusammenleben im Einzelfall und in der Gesellschaft zu verbessern; der Mensch rückt in den Vordergrund.

Herzlichen Dank für diesen interessanten Einblick!

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