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Insolvenzrecht & Schuldnerberatung

Schulden? Sie sind nicht allein – So gelingt der Weg aus dem Teufelskreis

Das Büro der Anwaltskanzlei Heckmann befindet sich in der Kastanienallee in Berlin.

Das Büro der Anwaltskanzlei Heckmann befindet sich in der Kastanienallee in Berlin.

Foto: Anwaltskanzlei Heckmann

Die Berliner Anwaltskanzlei Heckmann ist spezialisiert auf die verschiedenen Spielarten der Entschuldung. Dabei vertritt die Kanzlei seine Mandanten durch sachkundige Begleitung im kompletten Entschuldungsverfahren bis hin zur Restschuldbefreiung. „Bis jetzt haben wir immer eine zufriedenstellende Lösung für jedes Schuldenproblem gefunden“, sagt Jan Heckmann. Im Interview mit der Berliner Morgenpost gibt der Rechtsanwalt Einblicke in seine Arbeit und verrät, mit welchen Strategien Sie das Beste für sich herausholen.

Herr Heckmann, fast jeder Zehnte in Deutschland ist verschuldet. Was sind häufige Gründe für eine Verschuldung?

Zuerst einmal ist verschuldet sein, kein Grund zur Schande. Oftmals kann der Betroffene gar nicht unbedingt etwas für seine Lage. Es gibt natürlich die sogenannte unwirtschaftliche Lebensführung, bei der einfach mehr Geld ausgegeben wird, als zu Verfügung steht. Dass man die Rechnungen dann aber nicht mehr zahlen kann, hat nicht selten etwas mit „höheren Gewalten“ zu tun. Dazu zähle ich u.a. eine plötzliche Krankheit, den Job-Verlust, eine gescheiterte Selbstständigkeit wie auch eine Trennung. Viele Paare entscheiden sich, gemeinsam etwas zu finanzieren. Wenn sie dann getrennte Wege gehen, weigert sich einer, die Rate weiterzuzahlen. Zusätzlich fällt durch Trennungen auf einmal ein Gehalt weg oder zwei Haushalte müssen unterhalten werden. Das alles sind Faktoren, die jeden schnell in die Schuldenfalle tappen lassen können.

Bitte bringen Sie einmal Licht ins Dunkle: Was unterscheidet die Verbraucherinsolvenz und die Privatinsolvenz von der Geschäftsinsolvenz?

Grundsätzlich lassen sich Insolvenzen auf zwei Personengruppen anwenden – auf natürliche und juristische Personen. Die natürliche Person ist der Mensch als Verbraucher (Verbraucherinsolvenz) oder Selbständiger (Regelinsolvenz). Juristische Personen wiederum sind z.B. GmbHs und andere kapitalgesellschaftlich organisierte Unternehmen, die nur in die Regelinsolvenz gehen können.

Ein großer Unterschied liegt in dem Umgang mit der Zahlungsunfähigkeit bei Verbrauchern und Unternehmern oder Unternehmen. Wenn ein Unternehmer oder ein Unternehmen Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht stellt, sieht der Gesetzgeber keine besonderen Hürden vor. Bei Privatpersonen ist das anders, dann muss von einem Anwalt ein Vorverfahren durchgeführt werden, damit der Insolvenzantrag überhaupt zulässig ist. Hier komme ich ich dann als Insolvenzberater zum Einsatz.

Viele Menschen scheuen sich, einen Insolvenzberater aufzusuchen. Wann ist dies aber zwingend nötig und wie können Sie diesen Menschen helfen?

Sich vor unangenehmen Dingen zu verschließen, ist eine ganz natürliche Reaktion. Die Menschen wissen ja, dass da Schulden sind und auch, dass sie diese nicht begleichen können. Dann entwickelt sich häufig eine psychische Blockade. Briefe werden nicht mehr geöffnet, der Briefkasten nicht mehr geleert, Stagnation, Verdrängung – ein Teufelskreis. Das ist aber nichts, wofür man sich schämen muss. Ich als Insolvenzberater brauche zwar diese ganzen Briefe und Forderungen, aber ich brauche noch nicht die konkrete Summe.

Meine Aufgabe ist es also erst einmal, herauszufinden wie viele Schulden sich angehäuft haben und in welcher Höhe. Gerne öffne ich auch gemeinsam mit den Schuldnern die Post, wenn hier die Hemmungen zuvor zu groß waren. Dann erstelle ich eine detaillierte Tabelle. In dieser wird die Forderungssumme den jeweiligen Gläubigern zugeordnet. Das kann erst einmal schockierend sein, wenn die Gesamtsumme dort schwarz auf weiß zu sehen ist, aber die muss nicht unbedingt endgültig sein.

Wie meinen Sie das?

Es gibt durchaus Forderungen, die nicht zurecht bestehen. Das sind zum Beispiel Forderungen, die verjährt und nicht gerichtliche festgesetzt (tituliert) sind. Nach drei Jahren verfallen diese Forderungen, wenn Sie danach noch Mahnungen erhalten, können Sie diese getrost als gegenstandslos betrachten. In diesem Fall hat der Gläubiger es versäumt, seinen Anspruch zu titulieren. Das kann bei kleineren Beträgen der Fall sein, wo es sich nicht lohnt, diese vor Gericht geltend zu machen. Für gewöhnlich jedoch achten die Gläubiger darauf, dass sie ihre Zahlung erhalten und lassen diese festsetzen, dann ist die Verjährungsfrist mit 30 Jahren deutlich länger.

Außerdem gibt es Inkassounternehmen, die mit unverhältnismäßigen Mahn- oder Vollstreckungsgebühren zuschlagen. Das muss man nicht stillschweigend akzeptieren, denn es gibt extra Regelungen, die besagen, wie hoch diese Zusatzgebühren sein dürfen. Als Orientierung dient der Inkassocheck der Verbraucherzentrale. Alles, was über die angemessenen Kosten fällt, müssen Sie nicht zahlen.

Und wie geht es dann weiter? Auf Ihrer Website ist u.a. von einem Schuldenvergleich die Rede. Was hat es damit auf sich?

Ein Schuldenvergleich ist für den Schuldner eine Möglichkeit, sich ohne Insolvenz seiner Schulden zu entledigen. Ziel ist es dann, eine Einigung mit den Gläubigern zu treffen und die Forderungssumme so gut wie möglich zu drücken. Durch eine Einigung kann ein Erlassvertrag verfasst werden. Inhaltlich geht es darum, dass Sie in einem für Sie angemessenen Ratenzahlungsprogramm einen Teil Ihrer Schulden an die Gläubiger zahlen. Im besten Fall verzichten die Gläubiger auf einen Großteil der Summe, denn sie wissen: Im Falle einer Insolvenz bekommen sie gar nichts. Es ist auch möglich, einen Teilbetrag als Einmalzahlung zu vereinbaren und im Gegenzug einen Erlass der ausstehenden Schulden zu bekommen.

Wenn es Parteien gibt, die sich nicht auf diesen Vergleich einlassen, kann man diese auch gerichtlich dazu zwingen - Vorausgesetzt die Mehrheit der Gläubiger hat sich auf den Vergleich eingelassen. Dieses Verfahren dient also zur Abwendung der Verbraucherinsolvenz.

Und wenn kein Weg mehr um die Insolvenz herumführt? Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen?

Wenn Sie z.B. im Besitz von Luxusartikeln sind wie Autos oder anderen materiellen Gütern, fallen diese in der Regel in die Insolvenzmasse. Selbiges gilt für Kapitalanlagen. Diese darf der Schuldner nicht behalten. Persönliche Gegenstände, die für die Lebensführung oder für die Arbeit nötig sind, sind hingegen unpfändbar. Wie viel Geld an die Gläubiger geht, also der pfändbare Betrag, ist abhängig vom tatsächlichen Netto-Einkommen und etwaiger Unterhaltspflichten. Darüber hinaus sind Sie in der Insolvenz dazu verpflichtet, dem Insolvenzverwalter und dem -Gericht wesentliche Änderungen über Wohn- und Einkommensverhältnisse mitzuteilen sowie einer Arbeit nachzugehen. Hat der Schuldner keinen Job, ist er angehalten, sich ernsthaft um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen.

Das klingt erst einmal sehr unangenehm. Ist die Privatinsolvenz also so gesehen das „letzte Mittel“ oder gibt es auch Vorteile?

Die Privatinsolvenz ist nichts Schlechtes! Es verbergen sich auch viele Chancen in ihr. Sie ist vor allem sinnvoll, wenn man keine Wertbesitze hat und wirklich nur so viel verdient, dass man sein Leben finanzieren kann. Dann laufen Sie auch nicht Gefahr, dass materielle Güter von den Gläubigern gepfändet werden. Vor allem aber hat man endlich Ruhe vor seinen Gläubigern und wird nicht mehr mit einer Welle von unangenehmen Briefen belästigt. Die Insolvenz dauert in der Regel sechs Jahre, es bietet sich aber an, einen Insolvenzplan zu verfolgen. Dieser ist seit dem 1. Juli 2014 auch für Verbraucher zulässig und ein hervorragendes Mittel, um relativ günstig und schnell die Restschuldbefreiung zu erlangen. Wenn sich der Schuldner dann während seiner Insolvenz redlich verhalten hat, erteilt ihm das Insolvenzgericht die Restschuldbefreiung und er ist schuldenfrei. Und auf dieses großartige Gefühl gilt es mit etwas Durchhaltevermögen hinzuarbeiten.

Wir freuen uns auf Sie unter:

 

Anwaltskanzlei Heckmann, Kanzlei für Insolvenzrecht und Entschuldung

Kastanienallee 1

130435 Berlin

Tel: 030 40504030

ra@heckmann.net

www.heckmann.net

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