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Fachanwältin für Familienrecht, Mediatorin

„Jeder Fall ist einzigartig und stellt eine neue Herausforderung dar“

Susanne Ott, Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin.

Susanne Ott, Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin.

Foto: Susanne Ott

Empathie und Fingerspitzengefühl – das sind nur einige Eigenschaften, die man als Jurist haben sollte, wenn man im Bereich Familienrecht tätig ist. Denn oftmals gehen derartige Fälle nicht nur besonders emotional vonstatten, in der Regel sind auch häufig Kinder involviert.

Susanne Ott ist Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin in Berlin und erzählt, was ihren Beruf ausmacht, was sie stets aufs Neue immer wieder herausfordert und nicht zuletzt, was sie ganz besonders an ihren Aufgaben schätzt.

Frau Ott, Sie haben sich als Juristin auf das Familienrecht spezialisiert. Was ist das Besondere an diesem Rechtsgebiet, und warum entscheiden sich Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte gerade für diesen Schwerpunkt?

Das Familienrecht ist ein sehr vielfältiger Bereich, eine wirklich komplexe Materie. Es gibt viele gesetzliche Vorschriften, die in der Praxis drängenden Fragen beantworten aber im Streitfall häufig die Gerichte. Dabei müssen Tatbestandsvoraussetzungen geprüft und Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Schematische Lösungen sind da kaum möglich. So ist etwa das im Gesetz verankerte Kindeswohlprinzip als Rechtsbegriff immer präsent. Es verpflichtet die Gerichte, in Verfahren, die minderjährige Kinder betreffen, so zu entscheiden, wie es unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten sowie der berechtigten Interessen der Beteiligten dem Wohl des Kindes am besten entspricht. So formuliert es der Gesetzgeber. Aber was sind berechtigte Interessen? Im richtigen Leben gehen die Vorstellungen dazu schon einmal auseinander. Und dann kann es zum Streit kommen darüber, wie etwa eine Sorgerechts- oder Umgangsregelung im Trennungsfall ausgestaltet sein sollte, damit Bindungen zwischen Kindern und ihren Eltern erhalten bleiben und Kinder auch sonst gute Bedingungen für ihre Entwicklung haben. Das wird in der Regel mit Hilfe der am Verfahren beteiligten Fachleute von den Jugendämtern, Verfahrensbeiständen oder auch Sachverständigen bearbeitet.

Familienrecht beschäftigt sich aber nicht nur mit Kindern, sondern hat viele Facetten. Da kann es zum Beispiel auch um eine finanzielle Absicherung durch Unterhalt gehen. Denken Sie beispielsweise daran, dass ein Unterhaltsbetrag angemessen sein soll. Oder es steht ein vermögensrechtlicher Ausgleich für gescheiterte Ehen oder frühere Lebensgemeinschaften an, wenn gemeinsam Werte geschaffen wurden. Familienrecht hat also immer ganz konkrete Lebensgestaltungen vor Augen. Das macht vermutlich die besondere Herausforderung aus.

Einmal ganz allgemein gesprochen: Wie sieht ein normaler Arbeitsalltag in Ihrer Kanzlei aus?

Da fallen die in jeder Kanzlei üblichen Aufgaben an, Besprechungstermine, Telefonate, Korrespondenz per E-Mail oder Brief, Anträge und Schriftsätze für gerichtliche Verfahren, Gerichtstermine in oder auch mal außerhalb Berlins. Oft ist es eilig. Auch unter Zeitdruck dürfen die Details nicht verloren gehen. Für Unvorhergesehenes muss manchmal ein Zeitfenster geschaffen werden. Die Unterstützung durch eine kompetente, zuverlässige und immer freundliche Mitarbeiterin ist dabei sehr wertvoll, vielen Dank an dieser Stelle!

Sie haben in Ihrem Metier ja viel mit zerbrochenen Partnerschaften, verletzten Gefühlen und auch Kindern zu tun – Emotionen sind da sicherlich an der Tagesordnung …

Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie frisch das Trennungsgeschehen ist. Wo noch überlegt wird, ob eine Trennung das Beste ist, oder wo ein bislang gemeinsames Leben noch nicht wieder in zwei Haushalte sortiert ist, gibt es erfahrungsgemäß mehr Traurigkeit, Unsicherheiten und Ängste, manchmal auch Zorn und Ohnmachtsgefühle – vor allem wenn auch betroffene Kinder darunter leiden, die dann besondere Zuwendung brauchen. Es gehören aber unbedingt auch positive Emotionen dazu etwa Erleichterung und Dankbarkeit, wenn ein schwieriges Verfahren ein gutes Ende gefunden hat und ein Konflikt beigelegt, die Situation vielleicht sogar insgesamt befriedet werden konnte.

Was sind die Unterschiede zu Ihren Kollegen, die sich beispielsweise auf das Strafrecht spezialisiert haben? Wird bei Ihnen unter anderem aus Rücksicht auf Kinder die außergerichtliche Einigung vorgezogen? Macht sich hier Ihre Ausbildung zur Mediatorin bemerkbar?

Ja, das ist richtig, dass im Familienrecht eine einvernehmliche Lösung oft vorrangig angestrebt wird. Mandantinnen suchen deshalb teils gezielt nach einer Anwältin, die auch Mediatorin ist. Eine klassische Mediation ist dann zwar nicht möglich, denn Mediatoren arbeiten allparteilich, während Anwälte strikte Interessenvertreter nur einer Partei sind. Aber eine anwaltliche Herangehensweise, die Probleme sachlich lösen will und dabei auch auf Respekt und Wertschätzung für die Beteiligten setzt, kann einiges in Richtung einer Einigung bewegen. Schließlich geht es ja meist um Beziehungen, die trotz allem erhalten bleiben. Auch getrennte Eltern sind weiterhin Eltern, sie wollen sich auch in Zukunft um ihre Kinder kümmern und müssen dafür eine vernünftige Basis in ihrer Kooperation erhalten oder wiederfinden. Das verbindet und sollte nach Möglichkeit gefördert werden. Das klappt natürlich nicht immer. In bestimmten Situationen bringt erst eine richterliche Entscheidung die benötigte Klarheit und Verbindlichkeit.

Wie wird ein solches Verfahren in der Regel vergütet? Hier gibt es ja, anders als in einem zivilrechtlichen Verfahren, keinen Gewinner oder Verlierer, der dann im Zweifel die gesamten Kosten übernimmt, oder?

Wer einen Anwalt beauftragt, hat auch für das Honorar aufzukommen. Das Honorar für die anwaltliche Tätigkeit bestimmt sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, sofern keine individuelle Vereinbarung darüber getroffen wird. Wie hoch das ausfällt, hängt vom jeweiligen Gegenstand der Angelegenheit ab und von dessen Bewertung, auch vom Umfang der anwaltlichen Tätigkeit und dabei zu bewältigenden Problemen. Auch für die Ermittlung der Gegenstandswerte gibt es gesetzliche Regeln, so dass sich das gesetzliche Honorar im Vorfeld meist ganz gut abschätzen lässt. In engen finanziellen Verhältnissen kann Beratungshilfe oder Verfahrenskostenhilfe in Anspruch genommen werden. In familiengerichtlichen Verfahren muss das Gericht am Ende immer eine Kostenregelung treffen, also entscheiden, wer die Verfahrenskosten zu tragen hat. In Umgangs- oder Sorgerechtsverfahren und auch in Scheidungsverfahren sieht das im Regelfall so aus, dass die beteiligten Eltern bzw. Ehepartner die Gerichtsgebühren je zur Hälfte übernehmen, während es bei den außergerichtlichen Kosten keine Erstattung gibt, jeder also die eigenen Rechtsanwaltskosten selbst trägt. Dagegen gibt es in Unterhaltsverfahren und sonstigen so genannten Familienstreitsachen, wo um Geld gestritten wird, durchaus das Prinzip, dass derjenige Beteiligte, der im Verfahren unterliegt, dann auch die Kosten tragen muss.

Abschließend vielleicht ganz persönlich: Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?

Das Ziel ist doch, ein gutes Ergebnis in der Sache zu erreichen, in Zusammenarbeit mit den Mandanten. Manchmal sieht man erst am Ende des Mandats, ob das gelungen ist. Auch die Rückmeldung, dass die Mandanten sich verstanden fühlten, selbst wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten, ist ausgesprochen positiv.

Was einem aber insgeheim nahegeht, das sind die Kinder, die sich eine Versöhnung der Eltern wünschen und unter der Trennung sichtlich leiden.

So erreichen Sie die Kanzlei:

Rechtsanwältin Susanne Ott

Breite Straße 41

13187 Berlin

Tel.: 030 97 00 89 21

kontakt@kanzlei-ott-berlin.de

www.kanzlei-ott-berlin.de

Schwerpunkte:

 

Unterhalt

Mediation

Familienrecht