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Scheidung

Wie Sie klassische Fehler bei einer Scheidung vermeiden

Bei Scheidungen kann viel schief gehen – die Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin Dr. Andrea Chiara Brandani erklärt, worauf zu achten ist.

Frau Brandani, warum sind Scheidungen so kompliziert?

Dr. Brandani: Zunächst sind Scheidungen praktisch immer eine emotionale Ausnahmesituation, bei der guter Rat immer geboten ist. Dann kommen noch durchaus komplizierte juristische Fragen hinzu. Dazu gehören die Unterhaltszahlung, Vermögensausgleich und Zugewinn. Wenn es Kinder gibt, muss das Sorge- und Umgangsrecht geklärt werden.

Was sollte der erste Schritt sein?

Sobald man sich entschieden hat, aber sich noch nicht getrennt hat, sollte man sich fachkundig beraten lassen. Es ist fast immer ein Nachteil, wenn man erst nach einer Trennung zum Anwalt geht. Ab dem Trennungsentschluss ist es auch wichtig, die nötigen Unterlagen zu sichern. Wenn Mandanten zu mir kommen und sie das noch nicht erledigt haben, schicke ich sie sofort zurück nach Hause.

Warum das?

Nehmen wir einmal an, dass Vermögen vorhanden ist oder sein könnte. Dokumente oder Kontoauszüge, die das belegen, müssen kopiert oder abfotografiert werden, um sie zu sichern. Denn solange eine Ehe intakt ist, macht sich niemand Gedanken über das Geld – wie viel es ist, wo es liegt, wem es gehört. Nach einer Trennung wird das dann plötzlich sehr interessant. Ich habe schon oft erlebt, dass nach der Ankündigung der Trennung auf einmal ganze Ordner mit Unterlagen verschwunden sind. Eine gute Sicherung des Status quo ist sehr wichtig.

Was muss man unbedingt vermeiden?

Ganz wichtig ist: Unterschreiben Sie niemals eine Vereinbarung des Anwalts der anderen Seite! Auch nicht, wenn es ein Notar ist. Die eigenen Rechte sind immer beim eigenen Anwalt am besten aufgehoben. Ich erlebe immer wieder, dass am Küchentisch etwas bestätigt wird, das dann später nur sehr aufwändig wieder aus der Welt geschafft werden kann. Man kann bei Dingen wie Unterhalt, Zugewinnausgleich oder Vermögensfragen viel falsch machen. Auch wenn manche Dinge klar erscheinen, muss man sich vergegenwärtigen, dass Jura eine Fachsprache ist. Man kann sich sehr über die tatsächliche Bedeutung mancher Formulierungen täuschen. Mit einer Erstberatung für rund 200 Euro kann man das schon mal vermeiden.

Wie geht man bei einer Scheidung mit Kindern um?

Jeder gute Fachanwalt für Familienrecht wird versuchen, eine einvernehmliche Regelung für den Umgang mit den Kindern zu suchen. An ihnen sollte sich kein zusätzlicher Streit entzünden. Wenn die Voraussetzungen stimmen, wird häufig ein Wechselmodell praktiziert. Dabei leben die Kinder abwechselnd längere Zeit bei einem und dann beim anderen Ex-Partner und wechseln auch zwischen den Haushalten. Das ermöglicht Alltagsleben und man vermeidet Situationen, in denen beispielsweise der Vater nur für die angenehme Bespaßung am Wochenende zuständig ist und für die Ex-Frau die Herausforderungen des Alltags bleiben. Ob es passt, hängt aber vom konkreten Fall ab.

Was ist ein die häufiger Irrtum bei Scheidungen?

Ein häufiger Irrtum ist der Unterschied zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt. Der Trennungsunterhalt ist der Unterhalt von der Trennung bis zur Scheidung, der nach-eheliche Unterhalt regelt Zahlungen ab der Rechtskraft der Scheidung. In vielen Eheverträgen ist der nach-eheliche Unterhalt ausgeschlossen. Viele wundern sich, wenn trotzdem Forderungen gestellt werden, weil es sich eben um den Trennungsunterhalt handelt. Den kann man gar nicht ausschließen, der ist laut Gesetz immer geschuldet. Da kann man in den Ehevertrag schreiben, was man will.

Wie lässt sich Ärger bei einer Scheidung vermeiden?

Der juristische Streit kann dadurch verringert werden, dass man einen Ehevertrag abschließt. Ich rate präventiv immer zu so einem Vertrag, sobald etwas Vermögen vorhanden ist. Besonders wichtig ist das, wenn Immobilien im Spiel sind. Bei den heutigen Immobilienpreisen ist man beim Wertzuwachs im Zugewinnausgleich ganz schnell bei erheblichen Geldsummen, die dann bei einer Scheidung gezahlt werden müssen. Steckt das Geld allein in der Immobilie, kann das zu Engpässen führen. Mit einem Ehevertrag lässt sich das vermeiden.

Ihr zweiter beruflicher Schwerpunkt ist das Erbrecht. Was gibt es hier zu beachten?

Auch im Erbrecht gilt: Dinge früh und eindeutig regeln! Schon kleine Erbschaften führen immer wieder zu großem Streit. Außerdem scheuen sich viele davor, das zu regeln und vertrauen auf die gesetzliche Regelung. Das ist aber natürlich falsch.

Warum ist das falsch? Es gibt doch gesetzliche Regelungen.

Das stimmt, aber sehr oft ist das, was im Gesetz steht, nicht das, was der Erblasser möchte. Hierzu sollte man sich beraten lassen. Möchte man beispielsweise, dass zunächst der Gatte allein erbt, muss man ein Testament machen. Wenn man das nicht tut und damit nur die gesetzliche Regelung greift, würde danach eine Erbengemeinschaft aus dem Gatten und dem Kind oder den Kindern entstehen. Diese Erbengemeinschaft muss gemeinsam entscheiden. Sehr oft kommt es dabei aber zu erheblichem, auch respektlosem Streit. Das lässt sich verhindern, indem man ein Testament aufsetzt, handschriftlich und sicher verwahrt in der Schublade, beim Anwalt oder auch Nachlassgericht. Ich weiß, dass es bei vielen Menschen ein Tabu ist, sich mit dem Tod auseinander zu setzen, aber sowohl aus juristischer als auch familiärer Sicht sorgt das für Klarheit im Sinne des Erblassers.

Wir freuen uns auf Sie unter:

Rechtsanwältin und Mediatorin M.A.

Dr. Andrea Chiara Brandani

Schlossstr. 48 A  

12165 Berlin

Tel: 030 - 79 74 79 71

Fax: 030 - 79 74 24 00

ra@brandani.de

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