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Kindertagesstätten SüdOst

„Es ist ein Privileg mit Kindern zu arbeiten“

Draußen spielen und toben ist für die Kleinen der Kindertagesstätten SüdOst das Größte.

Draußen spielen und toben ist für die Kleinen der Kindertagesstätten SüdOst das Größte.

Foto: Kindertagesstätten SüdOst

Bis zu 4900 Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt werden täglich in den Einrichtungen der Kindertagesstätten SüdOst von pädagogischen Fachkräften betreut.

„Es ist uns wichtig, gemeinsam mit den Eltern die Kinder in einer wichtigen Phase ihrer Entwicklung bestmöglich zu begleiten und zu betreuen, um deren individuelle Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern", sagen Raik Busch, Kaufmännische Geschäftsleitung, und Sandra Stahl, Pädagogische Geschäftsleitung des Kita Eigenbetriebs SüdOst. Gemeinsam mit Dinah Löwe, die im Team der Kita Bölschestraße, einer Einrichtung der Kindertagesstätten SüdOst, tätig ist, trafen wir uns zum Interview.

Frau Stahl, Herr Busch, im August 2019 wurde das Leitbild des Eigenbetriebes Kindertagesstätten SüdOst veröffentlicht. Welche Bedeutung hat dieses für Sie als Geschäftsleitung und welche Erwartungen verbinden Sie damit?

Sandra Stahl: Zum Jahresanfang 2019 haben wir im Eigenbetrieb SüdOst, mit Unterstützung eines externen Moderators, einen großen partizipativen Prozess gestartet, um ein gemeinsames Leitbild zu formulieren. Mitarbeiter*innen aus Kitas und allen Abteilungen der Geschäftsstelle waren aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Zunächst gab es eine Steuerungsgruppe, die mit Beschäftigten aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammengesetzt war. In dieser Gruppe wurden Themen gesammelt, von denen wir ausgingen, dass sich diese im Leitbild wiederfinden sollten. Im Anschluss daran gab es eine große Auftaktveranstaltung im Rathaus Treptow, zu der neben Beschäftigten aus Kitas und Geschäftsstelle auch Elternvertreter*innen und die Mitglieder des Verwaltungsrates eingeladen waren. Mit der World-Café Methode konnten alle Anwesenden ihre Gedanken zum Leitbild einbringen und schriftlich festhalten. All diese Punkte wurden in mehreren Treffen der Steuerungsgruppe geclustert und in die Kitas zur Diskussion und Abstimmung gegeben. Zum Schluss hatten wir als Ergebnis die Punkte mit den meisten Stimmen aus allen Kitas und der Geschäftsstelle. Diese haben wir in der Steuerungsgruppe in aussagekräftige Sätze zusammengefasst, die dann unser Leitbild wurden. Für uns hat auch die Erstellung des Leitbildes gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn wir auf die Stimmen jeder und jedes einzelnen Beschäftigten hören.

Raik Busch: Unsere Haltung unseren Mitarbeiter*innen gegenüber ist geprägt durch Wertschätzung für die Tätigkeit einer jeden Mitarbeiterin und eines jeden Mitarbeiters. Jedes Rädchen im Getriebe eines Unternehmens ist wichtig für den gesamten Erfolg. Der Erfolg unseres Unternehmens misst sich an der Qualität in unseren Kitas und der Zufriedenheit der Kinder, Eltern und Mitarbeiter*innen. Wir verbinden mit dem Leitbild die Erwartung, dass die Menschen, die bei und mit uns arbeiten, sich mit den Aussagen unseres Leitbildes identifizieren. Wir wünschen uns Kitas, in denen Kinder unbeschwert wachsen und sich entwickeln können, in denen Eltern sich angenommen fühlen, mit ihren Bedürfnissen, Sorgen und Erwartungen. Wir wünschen uns ein Miteinander auf Augenhöhe.

Frau Löwe, die Arbeit mit den Kindern und ihren Familien bringt neben den Herausforderungen auch sehr viele schöne Erlebnisse mit sich. Was ist für Sie das kleine Glück im pädagogischen Alltag?

Dinah Löwe: Das größte „kleine“ Glück ist das Lächeln eines Kindes, denn es ist immer ehrlich und echt. Egal in welcher Situation man sich gerade befunden hat, lächelt ein Kind jemanden an, sind alle Sorgen verschwunden und es wird einem warm ums Herz. Jeden Tag sind wir dankbar für diese Momente des Glücks, denn wir haben das Glück, täglich mit den Menschen zusammen zu sein, die die Welt noch in ihrer reinsten Form sehen. Wir bekommen jeden Tag die Chance, die Welt durch Kinderaugen zusehen und uns erklären zu lassen. Es ist unser tägliches Privileg, mit den Kindern zu arbeiten.

Was muss eine Kita heute auf jeden Fall leisten?

Dinah Löwe: Das System Kita hat sich verändert. Die Teams sind ein Teil der Lebenswelt der Kinder und somit ein Teil jeder einzelnen Familie, die die Kita besucht. Nicht nur durch die Bindung zum Kind, sondern auch durch Beziehung und Vertrauen zur Familie, stärken wir die Kleinen für ihren weiteren Weg. Wir betreuen die Mädchen und Jungen nicht einfach nur, wenn die Eltern arbeiten müssen, sondern sind oft der Mittelpunkt des Kiezes. Wir sind erste Vertraute, teilen Sorgen und Freude und legen den Grundstein für die Bildung in weiteren Institutionen (Schule, Ausbildung, Betrieb usw.).

Wie würden Sie das Konzept Ihrer Kita beschreiben?

Dinah Löwe: Wir haben uneingeschränkten Respekt vor Andersartigkeit. Unser Kitaalltag ist geprägt von Wertschätzung, Respekt und Empathie. Wir nehmen jeden Menschen in seiner Individualität an und ermöglichen allen Kindern, sich selbst zu finden. Wir passen die Kita und unser pädagogisches Handeln den Kindern und ihrer Bedürfnisse an und legen unseren Hauptfokus auf den Aufbau von Bindung. Die Kinder und Familien erleben ein Konzept, das von Vielfalt, Mitbestimmung und Mitgestaltung geprägt ist. Wir arbeiten im ständigen Fluss und bleiben nicht stehen. Wir überprüfen und reflektieren uns regelmäßig und entwickeln neue Ideen und Handlungsmethoden.

Als eine Ihrer besonderen Aufgaben betrachten Sie die ökologische Verantwortung. Wie setzten Sie diesen Anspruch im Kitaalltag genau um?

Dinah Löwe: Ökologische Verantwortung hat viele Facetten und Bereiche. Uns ist es in erster Linie wichtig, ein Vorbild zu sein. Die Kinder erleben durch die vielen verschiedenen Bereiche und Mitarbeiter*innen in den Kitas, was es braucht und bedeutet, einen Kitabetrieb aufrecht zu halten. Warmes Mittagessen ist nicht auf einmal da, sondern wird von den Küchenkräften zubereitet. Wir achten mit den Kindern gemeinsam darauf, die Teller ordentlich abzukratzen, das spart Wasser beim Vorspülen. Reste werden, wenn möglich, noch verwendet. Wir versuchen defekte Gegenstände und Spielzeuge mit den Kindern zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Räume werden gemeinsam sauber gehalten – so wird auch die Leistung der Reinigungskraft gesehen und sie wird dadurch unterstützt. Wir reduzieren Verpackungen und achten auf Mülltrennung. Kitatiere werden versorgt und achtsam behandelt, die Gärten werden gemeinsam bepflanzt und gepflegt und vieles mehr. Die Kinder erleben einen bewussten Tagesablauf, in dem das Licht ausgeschaltet wird, wenn wir den Raum verlassen. Das alles trägt zu unserem ökologischen Fußabdruck bei und unser Ziel ist, dass die Kinder dieses Handeln übernehmen, um es in ihr zu Hause zu tragen. Es gibt bei uns keine Heinzelmännchen, die die Kita sauber halten, das Essen zubereiten, den Müll trennen und die Fenster schließen. All diese Dinge erledigen Menschen, denen die Kita und das Miteinander wichtig ist, und die es von Herzen für und mit den Kindern tun.

Wie sieht ein ganz „normaler“ Tag in ihrer Kita aus?

Dinah Löwe: Ein „normaler“ Tag hat viele Gesichter. Vielleicht denken Sie, jeder Tag ist gleich? Aber gerade bei uns in den Kitas ist es das nicht. Natürlich haben wir Rituale, gleiche Abläufe und feste Zeiten für Mahlzeiten, aber die Kinder „reißen“ uns mit ihren Bedürfnissen und spontanen Ideen auch immer wieder aus diesem Rahmen. Kurz zusammengefasst beinhaltet ein „normaler“ Tag in der Kita Bölschestraße so viel:

  • 72 Mal „Guten Morgen, schön, dass du da bist“ sagen,
  • die Suche nach den Frühstücksdosen und passenden Flaschen,
  • zahlreiche Tränen trocknen und Sabberflecken auf den Schultern der Erzieherinnen,
  • ständiges Aufwischen von aus- und umgekippten Gläsern, Kannen und Tellern,
  • großartige Gespräche und ausgiebiges Lachen,
  • die Suche nach der Kamera, um den besonderen Moment festzuhalten,
  • spannende Morgenkreise,
  • viele verschiedene Stimmen, Texte und Sprachen beim gleichen Lied,
  • aufregende Angebote und Experimente, bei denen auch die Erzieher*in noch was lernen kann,
  • die nicht endend wollende Suche der passenden Anziehsachen zum täglichen Rausgehen,
  • immer wiederkehrende Diskussionen, ob „wir“ eine Matschhose brauchen,
  • das zahlreiche Wischen der Bäder nach dem selbstständigen Waschen der Kinder,
  • die unter der Tomatensoße nicht mehr zu erkennenden Kinder,
  • geduldiges Windelwechseln, obwohl die Windel doch eben gerade frisch war,
  • das Lieblingsbuch zum 100. Mal vorlesen,
  • Kuscheleinheiten in der Mittagsruhe,
  • Fußball spielen und natürlich gegen die Kinder verlieren,
  • am Nachmittag noch mal alle Kinder mit 72 verschiedenen Sonnencremes eincremen
  • und dann allen Eltern berichten, was „wir“ heute erlebt haben.

Zwischendurch kommen noch Handwerker, irgendwas geht kaputt, wir haben Dienstbesprechungen, Absprachen zum Dienstplan und Ähnliches oder führen Entwicklungsgespräche. Aber vor allem passiert jeden Tag ein Moment, in dem die Erwachsenen staunen oder von den Kindern lernen und Tränen in den Augen haben – manchmal vor Lachen, manchmal auch vor Rührung. Diese Momente erzählen wir uns dann in der Mittagspause oder zum Feierabend und sind müde, aber dankbar für unseren Job.

Sprachen lernen, rechnen, wissenschaftlich experimentieren – in der Kita ziehen immer mehr Programme und Fachdidaktiken ein. Bringt das eine Qualitätsverbesserung?

Dinah Löwe: Es ist wichtig, den Kindern unsere Welt zu erklären, beizubringen, wie Alltagsdinge funktionieren und ihnen Raum zu geben, zu entscheiden, was sie interessiert und was sie lernen wollen. Kinder brauchen Zeit und eine Gemeinschaft, die ihnen Schutz und Sicherheit bietet, Kontakte und einen liebevollen Umgang gibt. Wenn wir das schaffen, gehen Kinder gestärkt und als „freie Geister“ in die Schule und können ihren Platz finden und ihre Meinung äußern. Daran zeigt sich die gute Qualität der Kitas. Kinder gehören sich selbst und das gilt es ihnen zu vermitteln.

Auf was sind Sie in ihrer Einrichtung besonders stolz?

Dinah Löwe: Wir sind stolz auf die Nähe zu den Kindern und den Familien, auf die Qualität und den ständigen Fluss des Prozesses. Wir sind einfach stolz und dankbar, dass wir die wichtigsten Menschen in unserer Gesellschaft ein Stück ihres Lebens begleiten dürfen.

Wir freuen uns auf Sie unter:

Kindertagesstätten SüdOst

Groß-Berliner Damm 151

12489 Berlin

Tel: 030/2 39 82 10 54

info@kindertagesstaetten-suedost.de

www.kindertagesstaetten-suedost.de

Schwerpunkte:

 

Identitätsentwicklung

Selbstbildungsprozess

Ökologische Verantwortung

Umwelterziehung und Nachhaltigkeit