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Experten im Fokus

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Moderne Gefäßchirurgie

Mit sanften Methoden zum optimalen Ergebnis

Dr. Ulf Zierau hat sich in seiner Praxisklinik SAPHENION auf die Venentherapie mit Hilfe minimalinvasiver, kathetergestützter Operationsverfahren spezialisiert. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost erklärt der Experte, warum diese schonenden Verfahren dem Stripping (Venenziehen) überlegen sind und beklagt die Gesundheitspolitik, die sich dieser Erkenntnis offenbar bewusst verschließt.

Herr Dr. Zierau, Sie praktizieren seit 1997 in eigener Praxis und sind einer der ersten Gefäßchirurgen, die mit der Kathetertechnik arbeiten dürfen. Wie kam es dazu?

Die Kathetereingriffe am Arteriensystem hatten mich schon an der Charité fasziniert, wo ich 1994 meine Facharztprüfung Chirurgie ablegte. Nach Stationen in Gefäßchirurgie der Mühlenberg-Klinik Malente und der Uniklinik Köln wurde ich 1996 nach erfolgreicher Prüfung im Fachgebiet Gefäßchirurgie zum Abteilungsleiter Gefäßchirurgie an der Klinik Gransee berufen. Da es dort noch keine Gefäßchirurgie gab, konnte ich hier etwas völlig Neues aufbauen.

Und dabei konzentrierten Sie sich auf Kathetereingriffe?

Ja, nach Hospitationen im Herzzentrum Buch und einem Workshop an der Stanford University bei San Francisco begann ich auch mit der Kathetermedizin an den Arterien. In dieser Zeit bis Februar 1997 führten wir in dem kleinen Krankenhaus Gransee dann mehr Kathetereingriffe aus als gefäßchirurgisch radikale Operationen. Schon damals war mir klar, dass eine minimalinvasive Therapie bei gleichem funktionellen und therapeutischen Effekt dem radikalen Operieren vorzuziehen ist. Diese Erkenntnis ist im Übrigen heute Binsenweisheit. In nahezu allen Gefäßabteilungen wird heute in erster Linie mit Kathetersystemen an den Arterien therapiert.

Wie sieht es aus bei der Behandlung der Krampfadern?

Die ersten Katheterverfahren bei der Behandlung von Stammkrampfadern wurden Anfang des neuen Jahrtausends klinisch eingeführt. Es handelte sich um zwei Verfahren: Radiowellensysteme und Linearlaser-Katheter. Beide Systeme arbeiten mit Hitze. Die Venen werden also mit thermischer Energie verschlossen.

Wir begannen mit dem Laser 2002 und führten bis 2007 rund 2000 Lasereingriffe durch.

Was sind die wesentlichen Vorteile der Kathetertechnik gegenüber dem Stripping - Verfahren (chirurgisches Herausziehen der Vene, d. Red.)?

Der Vorteil liegt ganz klar in der minimalinvasiven Therapietechnik. Es sind keine Hautschnitte mehr notwendig und die Krampfadern werden nicht mehr radikal und Gewebe zerstörend einfach blind herausgezogen. Auch ist eine Vollnarkose - wie beim Stripping auch heute noch meistens eingesetzt - nicht mehr notwendig. Diese Systeme wurden im Zeitablauf auch durch neue Hersteller immer weiterentwickelt und verfeinert. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Wir können bei kathetergestützten Verfahren durch den intra operativen Ultraschall den Therapieablauf wesentlich besser kontrollieren. Wir fuchteln also nicht mehr blind im Gewebe herum. Der Operateur sieht den Katheter und kann ihn steuern.

Im Rahmen Ihrer Venentherapie setzen Sie auch weitere Verfahren ein – darunter Mikroschaum und Venenkleber. Wann kommen diese Verfahren zum Einsatz?

Bei Venenkleber und Mikorschaun handelt es sich um „kalten Verfahren“, sie arbeiten also nicht mit Hitze, um die Krampfadern zu veröden. Das hat den Vorteil, dass keine Anästhesie und auch keine Kompressionstherapie nach dem Eingriff notwendig sind.

Die Verödung Mirkoschaum gilt seit seit 2010 als Goldstandart bei der Behandlung von Seitenastkrampfadern, Netzkrampfadern und Besenreisern. Im Jahr 2011 kam es dann mit dem Venenkleber „VenaSeal“ zu einem weiteren Entwicklungsschritt.

Was ist Ihr Favorit unter den Therapien - und warum?

Unser klarer Favorit ist nach nunmehr sechs Jahren Anwendung das "VenaSeal" Verfahren. Hier sehen wir eine sehr hohe Effektivität von einer über 96-prozentigen Verschlussrate nach sechs Jahren. Wir brauchen keine Narkose, ja nicht einmal eine großflächige Anästhesie, wir brauchen auch keine post-operative Kompressionstherapie. Und wir therapieren in der Regel alle kranken Stammkrampfadern in einer einzigen Sitzung simultan.

Warum wird trotz der offensichtlichen Überlegenheit der minimalinvasiven Methode in Deutschland immer noch das "Stripping" - Verfahren propagiert und angewendet?

Das Stripping - Verfahren ist nach wie vor das einzige Therapieverfahren im normalen Behandlungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Dieser Katalog wurde seit 1982 nicht aktualisiert - wie mein Kollege Prof. Proebstle in einer ARD - Gesundheitssendung auch kritisch angemerkt hat. Die Krankenhäuser werden beim Stripping mit einer so genannten Fallpauschale vergütet - diese liegt bei der Operation an einer einzigen Stammkrampfader zwischen 2900 und 3400 Euro. Dazu muss der Patient dann zwei Nächte stationär aufgenommen werden. Zum Vergleich dazu erhält ein ambulant tätiger Kollege für den gleichen eingriff nur 450 bis 500 Euro und der Anästhesist 200 bis - 230 Euro, inklusive aller inclusive der Sachkosten.

Somit liegt die Vermutung recht nahe, dass hier im Interesse der Krankenhäuser an fachlichen und wissenschaftlichen Fakten vorbei eine Methode immer wieder empfohlen wird, da sie letztlich einen hohen Erlös bringt.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Während in Deutschland zwischen 60 und 65% der Krampfadern radikalchirurgisch und nur 30 bis 35 Prozent minimalinvasiv therapiert werden, ist dieses Verhältnis in nahezu allen anderen Ländern inzwischen umgekehrt. In den USA werden mehr als 90 Prozent aller Veneneingriffe inzwischen kathetergestützt durchgeführt, ähnliche Zahlen sind aus GB und Kanada zu berichten. Selbst in unseren benachbarten ehemaligen sog. Ostblock - Ländern ist die Kathetertherapie inzwischen Therapie der ersten Wahl.

Dies ist im Übrigen ganz schnell nachzulesen. Man muß sich nur die Europäischen Leitlinien der Gefäßchirurgen zur Therapie der Stammkrampfadern aufrufen. Therapie der 1. Wahl ist der Katheter, Therapie der 2. Wahl der Mikroschaum, an 3. Stelle folgt dann das Stripping.

Was hat es in diesem Zusammenhang mit Ihrer Beschwerde gegen die Gesundheitssendung „Visite“ der ARD auf sich, die Sie im Newsbereich Ihrer Website veröffentlich haben?

Es geht um das Gesamtbild der ARD in einigen aktuellen Gesundheitssendungen. Das Stripping wird immer wieder detailreich beschrieben und gezeigt, "geladene" Venenspezialisten empfehlen immer wieder die radikale Chirurgie. Das ist - bei eigenen Erfahrungen und der Betrachtung der internationalen Literatur und Berichte - schlichtweg rückwärts geschaut.

Es ist nur zu hinterfragen, wem diese Rückwärtsschau nützt...

Im ganz speziellen Fall der "Visite" - Sendung wurde dann aber im Interview vom Spezialisten auf die Frage nach dem Venenkleber so ein Nonsens und Populismus verbreitet, dass dieses nicht unwidersprochen bleiben darf. Zumal, wenn ärztliche Kollegen aus Amerika dann auch noch diffamiert werden - reitet man da etwa auf antiamerikanischen Ressentiments, die ja gerade wieder en vogue sind? Was hat das mit sorgfältiger Recherche und ausgeglichener Information zu tun? Abgesehen davon wurden sämtliche bisher vorliegenden Daten und wissenschaftlichen Arbeiten negiert mit dem Hinweis auf eine angeblich ganz neue Einzelarbeit....

Wer trägt die Kosten minimalinvasiver Eingriffe?

Zunächst hat der Patient die Kosten zu bezahlen, da es keine generelle Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen gibt. Ein Lasereingriff an einer Stammvene wird dann etwa bei 1800, 00 - 2000,00 Euro liegen, der Radiowelleneingriff liegt bei ca. 2000,00 - € 2200,00 Euro und die VenaSeal - Therapie bei 2700, 00 – 2900 Euro. Hierbei sind die Katheter sowie andere Sachkosten bereits mit eingerechnet. Es gibt aber einige Krankenkassen wie die TK, DAK, und Betriebskrankenkassen), die separate Einzelverträge mit einzelnen Ärzten oder Kliniken anbieten und dann die Kathetertherapie zu einem vorher vereinbarten Festpreis bezahlen. Kritisch wird aber hier, dass sowohl die ärztliche Therapiefreiheit unterminiert, als auch die freie Arztwahl konterkariert wird.

Wir freuen uns auf Sie unter:

 

 

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SAPHENION Praxisklink für Gefäßerkrankungen und Venenzentrum

Friedrichstraße 95

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Tel: 030 25 29 94 82

berlin@saphenion.de

www.saphenion.de

 

 

 

 

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