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Gesundheitscoaching Berlin

„Wenn ich den Fuß aufs Gas setze, sollte ich auch wissen, wann ich bremsen muss“

Eine ausgewogene Ernährung, genügend Bewegung, frische Luft und guter Schlaf: Das Rezept für ein gesundes Leben bis ins hohe Alter? Worauf es noch ankommt, um sich im "Innen und Außen" vital zu fühlen, weiß Brit Linde, Stress- und Gesundheitscoach in Berlin. Im Interview mit der Berliner Morgenpost gibt sie Einblicke in ihre Arbeit und verrät wertvolle Tipps für ein gesünderes, bewussteres Leben.

Frau Linde, Ihr Slogan heißt „Gesund im Innen und Außen“. Was bedeutet das für Sie persönlich?

Unser Körper ist über unser Denken und Fühlen beeinflusst. Jeder kennt solche Sprüche wie: „Wenn ich daran denke, läuft es mir jetzt noch eiskalt den Rücken herunter“, „Diese Sache liegt mir schwer im Magen“ oder „Mein Herz tanzte vor Freude“ … Wir alle erleben jeden Tag immer wieder Situationen, die uns behagen, oder auch nicht. Die meisten davon passieren sogar unbewusst und wir können uns dann auch nicht erklären, warum wir uns, obwohl der Tag gut verlaufen ist, irgendwie nicht so super fühlen. Jetzt schlaf mal eine Nacht drüber und morgen sieht die Welt wieder anders aus, pflegte dann Oma immer zu sagen. Aber manchmal treffen uns Erlebnisse doch tiefer im Mark und begleiten uns länger als gewollt. Das können z.B. Situationen sein wie Auseinandersetzungen, Misserfolg im Beruf, schleichende Existenzängste oder fehlende Anerkennung des Partners. So etwas kann unser fein abgestimmtes Gefühlssysstem aus dem Konzept bringen. Anfangs ignorieren wir das, denken uns: Das wird schon wieder, jetzt hab dich mal nicht so. Doch mit der Zeit bemerken wir ein stärker werdendes Unbehagen. Auch wenn die Situation im Guten aufgelöst wurde, so bleibt doch manchmal ein unschönes Restgefühl zurück – man kommt einfach nicht drüber hinweg. Wir fühlen uns schlicht nicht mehr so wie vorher und manchmal verändern wir sogar unser Verhalten oder nehmen Wehwechen wahr, die vorher nicht da waren, wie z.B. typische Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, Schlafprobleme, sind schneller genervt oder sind öfter schneller erschöpft oder verlieren uns in zu viel Geschäftigkeit.

Den Körper kann man äußerlich sehr gut fit halten, aber wie macht man das mit der Gefühlswelt? Ich gebe mit meiner Arbeit meinen Klienten die Möglichkeit, sich einen gesunden Körper über ein individuelles Fitnessprogramm anzueignen und räume die Gefühlswelt auf, indem wir vorherrschende Stressoren finden und diese mit wingwave® bearbeiten. Ich nenne das auch gern Gedanken und Gefühlshygiene.

Welche Faktoren spielen für die Gesundheit eine Rolle?

Das ist bei jedem Menschen anders, so meine Erfahrung. Natürlich braucht es genügend Bewegung an der frischen Luft und ausgewogene Ernährung. Am wichtigsten halte ich jedoch den erholsamen Schlaf und dieser ist eben von unseren inneren Mustern, wie wir denken, Probleme lösen und den Alltag bewältigen, beeinflusst. Es geht dabei um die richtige Balance des vegetativen Nervensystems Sympathikus und Parasympathikus. Wenn ich den Fuß aufs Gas setze, dann muss ich auch wissen, wo und wann ich bremsen sollte. Dieses Zusammenspiel ist der eigentliche Kern vom gesund sein und bleiben.

Sie sagen, dass neben der passenden Ernährung und genügend Bewegung auch die innerliche Einstellung zum gesund und fit sein stimmen muss, wie könnte die aussehen?

Ich glaube, da hat jeder sein eigenes Rezept. Meine Oma hatte einen großen Garten, der sie auf Trapp hielt, ganz feste Rituale am Tag. Damit war sie glücklich und zufrieden, weil sie sich den Tag selbst bestimmen konnte. Sie hatte das Gefühl, gebraucht zu werden. Ich glaube, wer einmal erfahren hat, wie es sich anfühlt, wirklich fit zu sein und selbst bestimmen kann, wie er dieses Gefühl erzeugt, der strebt danach es zu behalten. Selbst wenn es diesem Menschen mal schlecht geht, wird er Mittel und Wege finden, schnell wieder auf den sogenannten Damm zu kommen.

Wenn ich also rein objektiv alle Anforderungen erfülle, um ein gesundes Leben zu führen, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass ich es auch tue?

Sind Menschen mit Liebeskummer körperlich ernsthaft krank? Meist nicht, aber sie fühlen sich so. Und damit sind wir wieder bei der Bewertung einer Situation oder Lebensphase, in der wir uns befinden. Was ich denke und dabei fühle, erzeugt ein körperlich emotionales Echo. Traurige Menschen haben oft einen gesenkten Kopf oder hängenden Schultern. Belastet mich meine derzeitige berufliche Situation, weil der Druck zu hoch ist, bekomme ich Rückenverspannungen oder Magenschmerzen. Das passiert nun mal, aber entscheidend ist: Wie gehe ich mit der Situation um. Wieviel Aufmerksamkeit fordert das körperliche Symptom von mir? Welche Methode wende ich an, um mich wieder stabil zu machen? Ein gutes Gespräch mit einem Freund? Eine heiße Badewanne? Kamillentee? Den Gang zum Orthopäden? Oder braucht es mehr, ggf. einen Coach, der mit mir einen Weg findet?

Unsere Motivation im Leben kann immer noch Berge versetzen. Es gibt doch diesen Spruch: alle sagten das geht nicht, und dann kam einer, der wusste das aber nicht, und hat es einfach gemacht. Es ist ein deutlicher Unterschied, ob ich zu mir sage: das MUSS ich jetzt machen oder das WILL ich jetzt machen. Letzteres setzt viel mehr Selbstmotivation frei.

Die meisten von uns in Deutschland haben genug zum Essen, haben eine Krankenversicherung und ein Dach über dem Kopf. Was würden Sie sagen sind in der heutigen Gesellschaft die zentralen Auslöser für mangelnde Gesundheit?

Ganz klar die Informationsüberflutung unseres Gehirns. Wir wissen, wie man sich gesund ernährt oder den Körper trainiert. Dafür gibt es jede Menge Ratgeber, Ärzte, Coaches oder Informationen im Netz. Nur ist das Leben in einer Großstadt wie Berlin auch nicht immer ein Sonntagsspaziergang. Hier ist man ständig auf Achse oder mit irgendetwas beschäftigt, meist auf dem Handy. Aber das Gehirn braucht eben auch Zeit, um alle Informationen zu verarbeiten, welche über unsere Sinnesorgane hereinkommen. Unser fein abgestimmtes Nervensystem funktioniert wie ein Dirigent eines Orchesters. Ist die Flut an Infos zu viel, dann führt das zu Stress und der Dirigent gerät aus dem Takt und mit ihm ein Teil oder das gesamte Orchester. Das merken wir z.B. an schlechter Laune, vermehrtem Essen, Schlafstörungen, beim Joggen bleibt uns schneller die Luft weg, allgemeine Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit. Deswegen wird man nicht gleich krank und muss zum Arzt. Wenn ich aber zur Entstressung jeden Abend zwei bis drei Gläser Wein benötige, dann kann das auf Dauer gesundheitliche Folgen haben, genauso wie zu viel Zucker unseren Darm schädigt. Depression infolge von dauerhaftem Stress und Burnout können dann eintreten, wenn wir gedanklich mehr MÜSSEN als WOLLEN. Dann sind wir leider nicht mehr gesund.

Wie genau wirken unsere Emotionen auf unsere Gesundheit?

Nehmen wir mal das Gefühl der Wut. Kennen wir alle: jemand nahm uns die Vorfahrt und zeigt uns noch den goldenen Mittelfinger dazu, ihr Chef schätzt ihre Arbeit mit keinem Wimperschlag zum wiederholten Mal, ein Freund kommt mal wieder maßlos zu spät und entschuldigt sich nicht …

Ärger verfliegt, aber Wut trifft unsere Werte, mit denen jeder einzelne von uns sein Leben gestaltet wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Rücksicht und Respekt vor anderen. Wut geht tiefer als Ärger und man hat in vielen Tests nachgewiesen, dass Wut die Immunabwehr im Körper stark herunterfährt. Wut versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, er schüttet die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Der Blutdruck steigt, und auch der Puls klettert in die Höhe. Wird über einen zu langen Zeitraum oder zu häufig Adrenalin im Körper ausgeschüttet, kann das für das Herz-Kreislauf-System schädlich sein. Nur fünf Minuten Wut können unser Immunsystem bis zu sechs Stunden schwächen.

Manche Menschen fühlen sich gestresst und überfordert, wissen aber gar nicht genau wieso. Warum kann es schwierig sein, den genauen Auslöser zu finden?

Weil wir die Trigger, die uns von außen gesetzt werden, nicht immer beeinflussen können. Eine Kundin liebte ihre Arbeit, hatte eine 5-köpfige Familie zu Hause und war kerngesund, zudem war Kochen ihre Leidenschaft. Sie war wirklich glücklich und zufrieden, bis auf die langsam zunehmende Anspannung in ihren Muskeln, Kopfschmerzen, die sie vorher nie hatte, und gelegentliche Konzentrationsschwierigkeiten. Im Training wirkte sie zunehmend unmotiviert. Gemeinsam fanden wir über den Muskeltest den Auslöser für den Stress im Körper heraus: Im Innenhof ihres Arbeitsgebäudes befand sich seit ca. einem halben Jahr eine Baustelle, wo viel Krach gemacht wurde. So etwas nervt natürlich, die Nerven sind gespannt wie Drahtseile und ihr Nervensystem steht die ganze Zeit auf dem Gaspedal ohne, dass sie sich dessen bewusst war. Diese Stressoren konnten wir mit wingwave® insofern mildern, dass sie erst einmal überhaupt den Grund für ihre körperlichen Signale erfuhr. Das beruhigte schon einmal sehr, dann kam ihr im Coaching die Idee, sich ein anderes Büro geben zu lassen in der Zeit der Baustelle und sollte das nicht funktionieren, so würde sie ihren Arbeitgeber bitten, einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause erledigen zu dürfen. Mit diesen Ideen kam die Selbstbestimmung wieder in Gang, um die unangenehme Situation unter Kontrolle zu bringen und damit fühlte sie sich besser.

Mit welchen Methoden helfen Sie Ihren Klienten?

Fitness als Einzel und Gruppentraining und dem Emotionscoaching wingwave®, das ich jedoch ausschließlich in persönlicher Präsenz ausüben kann. Wingwave® ist eine Art Kurzzeitcoaching, was jedoch nicht die Wirkungsdauer meint, sondern dass man in kurzer Zeit (1-5 Sitzungen) emotionale Belastungen auflösen kann. Es hilft beim Abbau von Leistungsstress und dient der Steigerung von Kreativität, mentalen Fitness und stärkt die Konfliktstabilität. Erreicht wird dieser Effekt durch eine einfache Grundintervention: das Erzeugen von "wachen" REM-Phasen (Rapid Eye Movement), welche wir sonst nur im nächtlichen Traumschlaf durchlaufen. Dabei führt der Coach mit schnellen Handbewegungen die Augenbewegungen seines Coachees horizontal hin und her. Laut Gehirnforschung lösen diese Augenbewegungen im Wachzustand deutlich stresslindernde Reaktionen in verschiedenen Gehirnarealen aus.

Alternativ zum „Winken“ arbeiten wingwave® Coaches auch mit bilateralen Tönen, diese hört man dann über eine bestimmte Musik über Kopfhörer. Mit dem Myostatiktest, ein besonders gut beforschter Muskeltest, wird vorher das genaue Thema bestimmt sowie die Intervention damit danach überprüft. Wingwave® ist ein Coaching, keine Psychotherapie und kann eine solche auch nicht ersetzen. Es wirkt bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

In meiner Praxis arbeite ich oft mit leistungsbezogenen Menschen, die jedoch auch sehr empfindsam sind. Themen die immer wieder kommen sind z.B. beruflicher Dauerstress, Präsentationsangst, Umgang mit Erfolgsdruck, berufliche/private Veränderungen, aber auch Heißhunger, Schlafstörungen, körperliche Erschöpfung bis hin zum Burn- oder Bor-Out. Ich betreue gern Sportler, die sich im Wettkampf auf ihre Leistung verlassen oder nach einer Verletzung mental stabil wieder in den Sport zurückwollen. Auch um den Regenerationsprozess zu unterstützen. Hierbei hilft dann das Selbstcoaching mit der wingwave® Musik zum Beispiel gut.

Sie selbst haben einen bewegten Lebenslauf, der von Krankheiten geprägt ist, was hat Sie immer wieder dazu motiviert durchzuhalten und weiterzumachen?

Die Neugier auf das Leben sowie mein Bewegungsdrang. Der ist jetzt nicht übermäßig mehr als bei anderen, denke ich, aber mich nur eingeschränkt bewegen zu können, löste damals ganz klar Panik in mir aus und damit wollte ich nicht leben. So bin ich vollgepumpt mit Kortison und starken Gefühlsstörungen im gesamten Unterkörper die 19 Etagen in der Charite nachts rauf und runter gelaufen, da ich nicht schlafen konnte. Natürlich war das anstrengend und kostete ungemein Überwindung, aber ich fühlte mich getrieben von dem Gedanken, wieder die „alte“ Brit werden zu WOLLEN.

Welchen Tipp kann vielleicht jeder von uns befolgen, um einen Anfang für ein gesünderes Leben zu machen?

Kontrolle über die Nutzung digitaler Medien erlangen. Mal einen PC oder handyfreien Tag einlegen oder zumindest das Telefon für ein paar Stunden ausschalten. Gedanken, die immer wieder kommen, überprüfen und nicht verdrängen. Was wichtig ist, kommt wieder, daher will dieser Gedanke Beachtung und zu Ende gedacht werden. Rat holen bei vertrauten Menschen, wenn man keine Lösung findet. Ist keiner da oder hat Zeit, hilft es manchmal sich bei einem unlösbaren Thema in ein anderes Ich (z.B. einen vertrauten Freund) zu versetzen. Dann fragt man sich: Wenn jetzt der andere in meiner Situation wäre, was würde ich ihm raten? Das hilft beim Perspektivwechsel, wenn man mal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Und mit das Wichtigste überhaupt: Lachen, so oft es nur geht.


Kontakt

Brit Linde | Stress & Gesundheitscoaching

Telefon: 030 42 80 02 36

Mobil: 0173 23 20 634

E-Mail: info@britlinde.com

britlinde.com

Schwerpunkte:

  • Fitness
  • Stressbewältigung
  • Gesundheitscoaching