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Studienforschung in Berlin

Klinische Forschung Berlin: Die Wurzel des medizinischen Fortschritts

Foto: Klinische Forschung Berlin

Seit den 90er Jahren ergründet die Klinische Forschung Berlin zahlreiche Krankheitsbilder und leistet damit einen maßgeblichen Beitrag zur medizinischen Entwicklung. Im Interview mit der Berliner Morgenpost gibt Mitbegründerin und Studienkoordinatorin Katrein Dreykluft Einblicke in ihre Arbeit und erklärt, warum die Studienteilnehmer in ihren Augen die wahren Helden sind.

Von vier Gesellschaftern gegründet besteht das Studienteam heute zudem aus einer Ärztin, einer Diplompsychologin, fünf Studienassistentinnen sowie einer Apothekerin mit Masterabschluss in Clinical Trial Management. Seither erhielt die Praxis bei mehreren Audits stets gute bis sehr gute Bewertungen. An diese Erfolge gilt es anzuknüpfen.

Frau Dreykluft, bitte erklären Sie doch kurz, was die Aufgabe der Klinischen Forschung Berlin ist

Wir sind als Auftragsunternehmen für die forschende Pharmaindustrie tätig und dabei auch an akuten Projekten beteiligt. Aufgrund der derzeitigen Coronavirus-Pandemie (COVID-19) ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Studienzentren dazu auf, an aktuellen Forschungen teilzunehmen. Die Studienforschung bzgl. COVID-19 kann man grob in drei Bereiche untergliedern: Die Forschung an Medikamenten und dessen Wirksamkeit/Verträglichkeit, das Testen von bestehenden Impfstoffen sowie die Arbeit mit dem Immunsystem. Letzteres meint die Prävention, wie man das Immunsystem positiv beeinflussen kann, sodass es gar nicht erst zu der Ausbreitung der Krankheit kommt.

Und auf welchem Bereich ist die Klinische Forschung Berlin insbesondere tätig?

Wir konzentrieren uns auf die Studien für vorbeugende Maßnahmen, also überwiegend Prävention. Dabei führen wir klinische Studien der Phasen IIa bis IV durch. Das bedeutet: Wir setzen mit unseren Studien an, wenn es bereits Patienten für dieses Krankheitsbild gibt und auch schon Medikamente und/oder Impfstoffe vorhanden sind. Phase IV beschreibt die sogenannten Beobachtungsstudien. Hier werden Medikamente getestet, die bereits auf dem Markt sind und welche Nebenwirkungen diese vielleicht hervorrufen. Diese Studien dauern dann eine gewisse Zeit – von ein paar Tagen bis hin zu mehreren Monaten, da man den Verlauf ganz genau beobachten möchte. So wird zum Beispiel durch regelmäßige Blutabnahmen geprüft, wie lange ein Wirkstoff noch nachweisbar ist.

Wie ermöglichen Sie solche „Langzeitstudien“?

Seit 2008 besteht bei uns die Möglichkeit, Studien mit Übernachtung durchzuführen. Es gibt innerhalb des Zentrums drei hochwertig ausgestattete Räume mit Einzelbetten, Fernseher und Bad, in denen die Probanden gemäß den Studienanforderungen behandelt werden können. Durch die hohe personelle Ausstattung ist eine Arbeit im Dreischichtsystem möglich, was wiederum den Studienergebnissen zugutekommt. Serielle Messungen (Blutproben, Pharmakokinetik, Spirometrien) über 24 Stunden stellen somit kein Problem dar.

Die Studienmöglichkeiten scheinen schier endlos. Auf welche Krankheitsbilder hat sich die Klinische Forschung Berlin spezialisiert?

Ein Hauptaugenmerk liegt in Studien mit Indikationen des internistisch-kardiologischen Schwerpunkts. Dazu zählen zum Beispiel die arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit (KHK) und die sogenannte Schaufensterkrankheit (pAVK). Seit unserer Gründung im Jahr 1997 sind wir kontinuierlich gewachsen – sowohl räumlich als auch personell, weshalb sich auch das Studiengebiet ausgedehnt hat. So haben wir einen weiteren Fokus auf die Erforschung von Atemwegserkrankungen gelegt wie Asthma und COPD. Daneben führen wir viele Impfstudien wie auch Studien zum Restless-Leg-Syndrom (RLS), Depressionsstudien in Kooperation mit einem Psychiater, Raucherentwöhnungsstudien, Reizmagenstudien, Adipositasstudien usw. durch.

Auf welchen Studienerfolg sind Sie vielleicht besonders stolz?

Wir haben zum Beispiel zu der Entwicklung eines Impfstoffes mit dem Namen Shingrix beigetragen. Shingrix findet bei Erwachsenen ab 50 Jahren und älter Anwendung, um sie vor Gürtelrose (Herpes Zoster) und postzosterischer Neuralgie (langanhaltender Nervenschmerz als Folge einer Gürtelrose) zu schützen.

Wie rekrutieren Sie Ihre Studienteilnehmer und welche Kompetenzen muss ich vielleicht mitbringen?

Wir haben uns über die Jahre einen sehr breiten Patientenpool mit unterschiedlichsten Krankheiten und deren Ausprägungen zugelegt. Aus dieser Datenbank ermitteln wir oft gezielt Studienteilnehmer. Zusätzlich werden aus mehreren im gleichen Gebäude befindlichen Praxen Patienten zugewiesen. So haben zwei unserer Gesellschafter, Dr. Dreykluft und Dr. Zöller, eine große kardiologisch-pulmologische Praxis gegründet, aus der Probanden für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen rekrutiert werden können. Es besteht aber immer die Möglichkeit, sich bei uns als Studienteilnehmer zu bewerben. Wir sind für jedes neue Gesicht dankbar, auch, weil es für manche Krankheiten immer noch schwierig ist, genug Teilnehmer zu mobilisieren. Als Teilnehmer müssen Sie, neben dem zu untersuchenden Krankheitsbild, noch weitere Kernkompetenzen mitbringen. Dazu zählen u.a. kognitive Fähigkeiten, also, dass Sie als Studienteilnehmer verstehen, was Sie zu tun haben. Des Weiteren sollten Sie lesen und schreiben können, da Sie u.a. bei längeren Studien ein elektronisches Tagebuch führen müssen und auch die Patienteninformation muss vollständig verstanden werden. Eine gewisse Zuverlässigkeit, dass wahrheitsgemäße Angaben gemacht werden, das Tagebuch ordnungsgemäß geführt wird und der Patient sich an die Studienordnung hält, ist außerdem wichtig. Sollte ein Proband schon öfter negativ aufgefallen sein, wird dieser auch mal für weitere Studien gesperrt.

Was ist Ihnen noch wichtig?

Uns ist es wichtig, mit dem Vorurteil aufzuräumen, Studienteilnehmer seien Versuchskaninchen, an denen wahllos Mittelchen ausprobiert werden. An der intensiven Betreuung aller Teilnehmer ist uns am Forschungsinstitut besonders viel gelegen, und wir können diese auch gewährleisten. Anders als große Kliniken, die einfach nicht die Zeit haben für diese soziale und persönliche Nähe. Wir sind auf die Studienteilnehmer zwingend angewiesen und sehr dankbar für jeden, der an unsere Studien ernsthaft mitwirkt. Am Ende sollte für jeden Teilnehmer nicht nur die Aufwandsentschädigung bzw. die Erstattung der Fahrkosten stehen, sondern die Gewissheit, einen Beitrag zu etwas Großem geleistet, und die Forschung ein Stückchen weiter gebracht zu haben.

So erreichen Sie uns:

 

Klinische Forschung Berlin GbR

Ansbacher Str. 17-19

10787 Berlin

 

 

Tel: 030 2 08 59 40-0

info@klinische-forschung-berlin.de

www.klinische-forschung-berlin.de

Schwerpunkte:

 

Klinische Forschung

Studien

Kardiologie