Anzeige
eBike

Mit dem eBike durch Berlin: Sorgenfrei am Stau vorbei

Immer mehr Menschen pendeln in die Stadt. Für viele von ihnen sind eBikes die idealen Gefährte, um schnell zur Arbeit zu gelangen.

Elektrofahrräder könnten den Berufsverkehr verändern. Gerade in Berlin mit seinen steigenden Verkehrsaufkommen. Pedelecs sind das perfekte Gefährt für Pendler

Elektrofahrräder könnten den Berufsverkehr verändern. Gerade in Berlin mit seinen steigenden Verkehrsaufkommen. Pedelecs sind das perfekte Gefährt für Pendler

Foto: ISTOCK/CULTURA RF

Elektrofahrräder könnten den Berufsverkehr verändern. Gerade in Berlin mit seinen steigenden Verkehrsaufkommen. eBikes sind das perfekte Gefährt für Pendler.

Für Daniel Müller war der Umstieg eine Offenbarung. Jeden Morgen reihte er sich auf der Potsdamer Chaussee in die Autoschlange ein. Von Kladow nach Wilmersdorf, diese Strecke erschien ihm viel zu weit, um sie mit dem Fahrrad zu fahren. Auch der öffentliche Nahverkehr war keine Option. Denn der Bus steht ebenfalls morgens im Stau. Ein Nachbar erzählte ihm von seinem neuen Elektrofahrrad. Und dass er mit dem eBike lediglich 45 Minuten zu Arbeit brauche, schneller als mit dem Auto. Herr Müller machte die Probe aufs Exempel und lieh sich ein E-Trekkingbike.

„Mir war gar nicht bewusst, wie entspannend es ist, morgens über die Felder in die Stadt zu radeln, erst durch den Wald, dann die Havel entlang“, erzählt der 48-Jährige. Gerade in den Außenbezirken führen viele Radwege nicht direkt an einer Straße entlang, sondern etwas abseits des Autoverkehrs. Das ist auch durchaus sinnvoll, hat nur einen Nachteil. Autofahrer wissen oft gar nicht, welche idyllische Alternative es da parallel zu ihrem Arbeitsweg gibt. „Wenn wir Radtouren unternommen haben, dann außerhalb Berlins, nicht in die Stadt rein“, sagt Müller.

Immer mehr Menschen pendeln

Wie Müller geht es vielen. Sie fahren gerne Fahrrad, aber in der Freizeit, nicht zur Arbeit. Dabei wächst die Zahl der Pendler. Während im Jahr 2000 noch 53 Prozent aller Arbeitnehmer pendelten, waren es zuletzt 60 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Und am dynamischsten entwickelte sich Berlin. Hier nahm die Zahl der Pendler gegenüber dem Jahr 2000 um 53 Prozent auf 274.000 zu. Was das für die Straße bedeutet, auf der Herr Müller täglich zur Arbeit fährt, lässt sich leicht ausmalen: Stau.

"Insbesondere die Umlandkommunen profitieren vom Wachstum der wirtschaftsstarken Großstädte", sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. "Es hat aber auch Nebenwirkungen, dass immer mehr Beschäftigte außerhalb wohnen. Der Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung steigen.“ An diesem Punkt kommt das eBike ins Spiel. Denn es verbindet die Vorteile des regulären Radfahrens mit der Bequemlichkeit des Autofahrens. Weniger Fläche ist nötig, um dieselbe Anzahl an Menschen zur Arbeit zu befördern.

Eine weitere Studie hat ergeben, dass fast 25 Millionen Pendler in Deutschland die Strecke zur Arbeit mit einem Elektrofahrrad bewältigen könnten. Ihr Arbeitsweg liegt unter 25 Kilometern. Diese Zahlen passen auch zu Berlin, denn vom Stadtrand in die Innenstadt sind es ebenfalls maximal 25 bis 30 Kilometer, was etwa einer guten Stunde auf dem Elektrofahrrad entspricht. Wer flexibel und unabhängig unterwegs sein will, der hat eigentlich in Zukunft nur noch eine Wahl: das Elektrofahrrad.

eBikes auf modernen Fahrradwegen

Selbstverständlich benötigt jede Technologie ihre Zeit bis sie sich durchsetzt. Zumal, wenn eine gewisse Infrastruktur notwendig ist. Gesetzliche Bestimmungen erlauben es dem Fahrer eines Elektrorades nicht, auf der Straße zu fahren, wenn es einen Radweg gibt, der mit einem blau gekennzeichneten Schild ausgewiesen wird (Zeichen 237). Oft sind diese Radwege aber nicht für Radfahrer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausgelegt. Sprich: eBike-Fahrer kommen nur bedingt an herkömmlichen Radfahrer vorbei. Die vorgegeben Mindestbreite der Radwege in Berlin beträgt mittlerweile 1,60 Meter, um ein Überholen zu ermöglichen. Viele Radwege wurden aber vor 2008 gebaut und sind erheblich schmaler. Doch es tut sich was, wie das Beispiel Potsdamer Chaussee zeigt. Der parallel verlaufende Radweg ist mittlerweile asphaltiert und ausreichend breit.

Für Daniel Müller war das auch ein Grund, auf das eBike umzusteigen. Moderne Radwege sind nicht nur komfortabler, sondern vor allem sicherer. Werden sie in Berlin allein geführt, müssen sie nun mindestens drei Meter breit sein. Damit ist das Überholen mit einem schnelleren Elektrofahrrad sehr sicher geworden. Im Gegensatz zum Autofahrer kommt der Radfahrer meist stressfrei ins Büro.

Beim Kauf hilft das Finanzamt

Fehlt nur noch ein Aspekt, der viele davon abhalten mag, ein Elektrofahrrad zu kaufen: der Preis. Ein vernünftiges Elektrofahrrad, das einen täglich verlässlich zur Arbeit und zurückbringen soll, kostet zwischen 2000 und 3000 Euro. Rund das doppelte eines herkömmlichen Fahrrades, aber weniger als ein Auto. Dennoch ist es verständlich, wenn eine solche Investition abschreckt. Es gibt aber einen Trick. Mittlerweile kann auch das Fahrrad als Dienstrad beim Finanzamt abgerechnet werden. Stadler hat mit einem Kooperationspartner ein Modell entwickelt, bei dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer von dem Leasingmodell profitieren. Die Laufzeiten für das Fahrrad Leasing betragen grundsätzlich 36 Monate und werden über die Barlohnumwandlung umgerechnet. Nach 36 Monaten steht es den Mitarbeitern frei, das Fahrrad für zehn Prozent des Kaufpreises zu übernehmen. Damit kostet ein Elektrofahrrad nur noch ein Bruchteil des ursprünglichen Preises.

Daniel Müller möchte auf sein Pedelec jedenfalls nicht mehr verzichten. Es begleitet ihn nun seit einem Jahr auf dem täglichen Weg zur Arbeit. In der Freizeit steigt er hingegen noch gerne auf sein Rennrad ohne Elektromotor. „Am Wochenende will ich mich auspowern“, sagt er. Doch um zur Arbeit zu kommen, brauche er vor allem ein verlässliches Verkehrsmittel. Er steht nicht mehr im Stau und fährt bislang pannen- und störungsfrei.


Unterwegs mit dem eBike: Vier Wege in die Innenstadt

Berlin eignet sich perfekt, um mit dem eBike in die Stadt zu pendeln. Zweirad-Center Stadler zeigt die vier schönsten Routen aus dem Umland in die City.

Die Nordwest-Route

Einer der vielleicht schönsten Routen für eBikes in Berlin führt vom Nordosten Spandaus über Tegel zum Hauptbahnhof. Ein Abschnitt erfreut das Radlerherz besonders: der am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal entlang. Der Schifffahrtskanal wurde zwischen 1848 und 1859 nach Planungen des berühmten Gartenarchitektens Peter Joseph Lenné angelegt und verbindet die Flüsse Spree und Havel. Schon damals sahen die Entwürfe einen uferbegleitenden Weg vor. Doch erst mit dem Ausbau des Fernradweges Berlin-Kopenhagen wurde er Wirklichkeit. Ohne Anstieg, aber mit viel Ausblick aufs Wasser geht es mit dem eBike über Kilometer ohne Stopp in die Innenstadt. Gerade für Bewohner des Spandauer Nordens der ideale Pendlerweg in die Stadt.

Die Nordost-Route

Auch durch den Nordosten führt ein beliebter Fernradweg: der Berlin-Usedom-Radweg. Dieser verläuft in Berlin teilweise neben der Autobahn. Das verblüffende daran: Man bekommt von ihr fast nichts mit. Ein Grünstreifen sowie das Flüsschen Panke trennen Radweg und Schnellstraße. Allerdings gibt es einen anderen Nachteil. Mehrfach ist der gerade Weg unterbrochen und führt durch die angrenzenden Wohngebiete. Damit ist die Verbindung zwar optisch schön, aber umständlich lang. Eine Alternativroute findet der Pendler mit dem eBike über die Roelckestraße, die später zur Hosemannstraße wird. Die Seitenstraßen führen von der Stadtrandsiedlung Malchow direkt in den Prenzlauer Berg.

Die Südwest-Route

Steglitz-Zehlendorf, das wäre der ideale Bezirk für Fahrradtouren, aber Ausfallstraßen wie Clayallee oder Schlossstraße sind aufgrund ihres hohen Verkehrsaufkommens nur für stressresistente Radfahrer geeignet. Wie angenehm hingegen das Fahren mit dem eBike sein kann, zeigt die Route ab Steglitz (S-Bahnhof Priesterweg) das Schöneberger Südgelände. Schnurgerade und perfekt eben führt der Radweg, der Berlin mit Leipzig verbinden soll, Richtung Südkreuz und weiter zum Gleisdreieck und damit zum Potsdamer Platz. Park an Park gleitet der Pendler in die Innenstadt. Perfekt.

Die Südost-Route

Auch hier ist es paradoxerweise eine Autobahn, die dem Fahrradfahrer ein stressfreies Radfahren ermöglicht. Die A100 nach Schönefeld begleitet einen Radweg, der nicht nur sehr idyllisch, sondern vor allem auch angenehm ruhig ist. Moderne Schallschutzwände machen es möglich. Der breite Fahrradweg beginnt im Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Er ist ideal für das eBike und führt weiter am Teltowkanal entlang bis nach Neukölln. Rennradfahrer haben die Route als Trainingsstrecke entdeckt und das will was heißen - mitten in Berlin.

Mehr zum Thema Zweirad im aktuellen Stadler-Themenspecial "Glück auf zwei Rädern".

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.