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Klimaschutz

Wärme und Strom von nebenan

In Spandau versorgt eine kleine Energiezentrale zwei Quartiere mit Strom und Wärme. Das ist effizient und schont das Klima.

Die Energiezentrale liegt direkt neben dem Quartier

Die Energiezentrale liegt direkt neben dem Quartier

Foto: pa/Johannes Rigal

In der Asnièresstraße 10 in Spandau steht ein kleines, unauffälliges Backsteingebäude. An seiner Fassade wächst wilder Wein. Es ist umgeben von Brachflächen, die nur darauf warten, bebaut zu werden. Das Häuschen zeugt vom Wandel, den Berlin seit Jahren erlebt. Und es ist ein Symbol für den Klimaschutz in Berlin.

Denn das dezente Gebäude ist die Energiezentrale für ein ganzes Wohnquartier. Hinter seinen Mauern produzieren zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) Strom und Wärme für 2500 Wohneinheiten im nahe gelegenen Quartier an der Maselakebucht – und bald auch für ein weiteres Quartier ganz in der Nähe.

In Blockheizkraftwerken wird Wärme und Strom gemeinsam produziert

Die BHKWs der Energiezentrale produzieren Strom und Wärme gleichzeitig. „Die Kraft-Wärme-Kopplung ist ein höchst effizientes Energieerzeugungsverfahren“, erklärt Frank Mattat, Geschäftsführer von Gasag Solution Plus. „Es trägt wesentlich zu CO2-Einsparungen und damit zum Klimaschutz im Wärmebereich bei.“

Der Strom, der in den Blockheizkraftwerken produziert wird, wird ins Stromnetz eingespeist. Die Abwärme wird über ein Rohrnetz als Nahwärme zu den Bewohnern des Quartiers geleitet. Das Prinzip funktioniert entspricht der Fernwärme, bei der die Abwärme großer Heizkraftwerke genutzt wird. Doch dank der geringen Entfernungen geht fast keine Wärme mehr verloren. Die Gasag produziert daher Wärme und Strom dort, wo sie benötigt werden – mit einem dezentralen Netzwerk der Energie.

Lösungen, die mit der Stadt wachsen

Sie orientiert sich auch an der wachsenden Stadt. Die Energiezentrale in der Asnièresstraße ist daher vor Kurzem gewachsen. Das 400-Kilowatt-BHKW wurde um ein 999-Kilowatt-BHKW ergänzt. Dieses versorgt ein weiteres Quartier, das um die Pepitapromenade entsteht, mit Wärme. Zurzeit befinden sich die Pepitahöfe zwar noch im Bau. Doch wenn sie fertiggestellt sind, wird die Energiezentrale weitere 3500 Wohnungen beheizen.

Damit die Wärmeversorgung lückenlos gewährleistet ist, stehen neben den Blockheizkraftwerken zusätzliche Heizkessel für Spitzenzeiten bereit. So kann die Anlage auch dem Wärmeverbrauch im Wandel des Jahres folgen. „Mit solchen Quartierlösungen bieten wir passgenaue Lösungen für die Anforderungen vor Ort an“, erklärt Mattat. Die Flexibilität, durch die man auch auf Erweiterungen und Veränderungen wie bei den Pepitahöfen reagieren kann, macht die Nahwärme so interessant.

Die CO2-Bilanz verbessert sich durch den Einsatz von Bio-Erdgas

Der so erzeugte Strom wird ins Stromnetz eingespeist und verbessert die CO2-Bilanz, da bei seiner Produktion deutlich weniger CO2 ausgestoßen wird. Und in der Asnièresstraße geht die Gasag Solution Plus noch einen Schritt weiter: In einem der BHKWs setzt sie Bio-Erdgas ein, das in Brandenburg in Biogasanlagen erzeugt wird. „So gelingt es uns, die Energiewende voranzubringen und dabei dennoch sozialverträgliche und wettbewerbsfähige Preise aufzurufen“, sagt Mattat.

Intelligente Fernüberwachung machen die Energiezentrale sicher

Doch kann ein Kraftwerk einfach so im Wohngebiet stehen? Das funktioniert erstaunlich gut. Die Betriebssicherheit ist jedenfalls gewährleistet: „Die Energiezentrale ist an eine Fernüberwachung mit intelligenter Systemsteuerung angeschlossen“, erklärt Mattat. Fehlermeldungen würden unmittelbar weitergegeben und könnten sofort behoben werden. Und mit vielen solchen Energiezentralen kann die Energie- und Wärmeversorgung für Berlin dezentral gelöst werden.

Die Gasag Solution Plus ist eine Tochter der Gasag-Gruppe, die derartige Energiedienstleistungen anbietet. Mit der Nahwärme können Neubaugebiete von Beginn an als integrierte Wärme- und Stromlösung versorgt werden, aber auch für Altbaubestände bieten sich auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Blockheizkraftwerke an.

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