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Händler feiern ihren Straßen-Geburtstag

Mit einem verkaufsoffenem Wochenende, einer Fotoausstellung, informativen Stadtspaziergängen und der längsten Galerie Berlins mit historischen Fotos in den Schaufenstern feiern Händler, Gewerbetreibende und Anwohnern vom 28. bis 30. Oktober den
110. Geburtstag ihrer Straße –
dem Kaiserdamm. Der ehemals unbefestigte Sandweg am Lietzensee wurde nach seinem Ausbau zur Prachtstraße als Verlängerung der Bismarckstraße angelegt und am
1. November 1906 für den Verkehr freigegeben. Seit dem 8. Dezember 1906 trägt die Straße zu Ehren Kaiser Wilhelms II. ihren heutigen Namen.

Für die Erschließung des südwestlichen Teils von Charlottenburg, insbesondere von Witzleben und Westend, war der Kaiserdamm von großer Bedeutung. Er entwickelte sich zu einer Prachtstraße mit repräsentativen Häusern, großzügigen Wohnungen, breiten Gehwegen, schönen Plätzen und dem angrenzenden Lietzenseepark.

Die Gebäude stammen überwiegend aus der Gründerzeit. Die Architekten Conrad Heidenreich und Paul Michel prägten mit ihren Wohn- und Geschäftsbauten am Kaiserdamm 26, 27 und 28 das typische Bild des Boulevards. Architekt Hans Scharoun realisierte 1928/29 am Kaiserdamm 25/25a ein Appartementhaus für Singles im modernen Stil – heute eine Ikone der Moderne. In der Zeit des Nationalsozialismus war der Kaiserdamm Teil der Ost-West-Achse, deren Ausbau 1939 abgeschlossen wurde. Aus dieser Zeit stammt im Wesentlichen die heutige Gestalt des Straßenzugs. Dazu gehören auch die typischen Leuchten, die für die Beleuchtung der Ost-West-Achse von Albert Speer entworfen wurden.

Am 24. April 1967 wurde die Straße nach dem kurz zuvor verstorbenen Bundeskanzler Konrad Adenauer in Adenauerdamm umbenannt. Da Adenauer jedoch bei der Berliner Bevölkerung nicht sonderlich beliebt war, gab es heftige Proteste. Daraufhin erfolgte am 15. Januar 1968 die Rückbenennung in Kaiserdamm.

In den 1950er- und 1960er- Jahren erfolgte der Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Gebäude in zeitgemäßer Architektur. Zwischen Soorstraße und Theodor-Heuss-Platz wurden zwischen 1969 und 1970 Studios des SFB-Fernsehzentrums – des heutigen RBB – von dem Architekten Robert Tepez erbaut. Es folgten Neubauten in den folgenden Jahrzehnten. Manche der eingeschossigen Nachkriegsbauten – so an der Witzlebenstraße – werden erst heute durch mehrgeschossige, wieder den Straßenraum fassende Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt.

Das heutige Erscheinungsbild des Kaiserdamms spiegelt die ereignisreiche Geschichte wider. Bis heute hat der 50 Meter breite und 1680 Meter lange Boulevard mit vielen historischen, aber auch qualitätsvollen neuen Gebäuden einen großzügigen und großstädtischen Charakter. Seinen besonderen Charme hat sich der Kaiserdamm erhalten, weil dort Gewerbetreibende und Geschäfte teilweise seit Jahrzehnten den Standort prägen und immer wieder neue hinzukommen. Das Nebeneinander von Geschäften, Restaurants, Hotels, Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetrieben, kulturellen Einrichtungen und schönen Altbauwohnungen macht die besondere Mischung und Qualität am Kaiserdamm aus. Der Branchenmix ist ein Magnet für Charlottenburger und Menschen, die weiter entfernt wohnen. Neben Traditionsunternehmen wie
Eisen Döring, dem Hotel Brandies und dem Optiker Wittig, dem
Modelleisenbahngeschäft Breyer, der Tischlerei Carstensen und dem Dekorationsgeschäft Lieske,
siedeln sich neue Geschäfte und Unternehmen an. Neue Geschäfte wie der des Käsekuchenspezialisten "Dreikäsehoch" beleben den Kaiserdamm ebenso wie die Neuansiedlung von BMW mit etwa
500 Mitarbeitern vor zwei Jahren.

In der Kaiserdamm Interessengemeinschaft (IG) "so nah, so gut" haben sich Fachgeschäfte, Hotels, Dienstleister und Handwerksbetriebe zusammengeschlossen, um die Vielfalt und Qualitäten der Straße zu präsentieren und weiter zu entwickeln. Die Anlieger engagieren sich in vielfältiger Weise. So werden im Herbst 2016 erneut von der Firma Eisen Döring tausende Blumenzwiebeln zwischen Sophie-Charlotte- und Theodor-Heuss-Platz gesetzt, die im Frühjahr 2017 erblühen werden. Der Chef der IG, Wolfgang Jarnot, weiß: "Nur durch das Engagement der Anlieger hat die Geschäftsstraße eine Chance gegen die Großmärkte und Einkaufscenter zu bestehen."

www.kaiserdamm-berlin.de

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