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Berliner Originale

Zukunft braucht Herkunft

Die Porzellanmanufaktur KPM produziert ihre berühmten Produkte mitten in der Stadt. „Made in Berlin“ ist für das Traditionsunternehmen Ehrensache – und hat weltweit einen hohen Stellenwert.

Junggeblieben und Jung: Inhaber Jörg Woltmann (l.) und Geschäftsführer Bernd Lietke ergänzen sich gut und verkörpern die klassische und die moderne Linie gleichermaßen

Junggeblieben und Jung: Inhaber Jörg Woltmann (l.) und Geschäftsführer Bernd Lietke ergänzen sich gut und verkörpern die klassische und die moderne Linie gleichermaßen

Foto: David Heerde

Alt und jung, modern und klassisch – die Königliche Porzellan Manufaktur, kurz KPM genannt, ist vielschichtiger als viele vermuten. Mit ihrer modernen, jungen Linie LAB trifft sie den Nerv der Zeit und spricht auch jüngere Menschen an. Minimalistisches Design, Kreativität und Qualität vereinen sich in der neuen Reihe, die von Laborporzellanen des 19. Jahrhunderts inspiriert ist. Vor allem die Kaffeestation mit Porzellanfilter ist ein Renner.

„Wir gehen mit der Zeit und verschließen uns dem Neuen nicht“, sagt KPM-Geschäftsführer Bernd Lietke. Seit drei Jahren leitet er die Geschicke der Manufaktur und bildet ein perfektes Team mit Jörg Woltmann, dem Inhaber. „Das Königliche, das wir in unserem Namen haben, ist eine Grundhaltung bei uns. Wir arbeiten sehr genau, am Kunden orientiert und verschließen uns auch nicht dem Neuen“, sagt der 46-jährige Lietke. „Zukunft braucht Herkunft“, ist er überzeugt. Das gelte für eine Stadt genauso wie für das Unternehmen KPM, das traditionelle Werte in die Gegenwart trage. KPM sei heute in Qualität und Design die führende Porzellanmanufaktur. Es sind 14 Arbeitstage nötig, um eine einzige weiße Tasse herzustellen. 25 Manufakturisten arbeiten in 29 Arbeitsschritten an ihr und sie muss zehn Qualitätskontrollen überstehen.

Die beliebteste Serie ist „Kurland“, die mit ihrem Design, das auf das Jahr 1790 zurückgeht, einerseits das Klassische verkörpert, andererseits aber auch zeitlos und gefragt bei Jung und Alt ist.

Die Geschichte der Königlichen Porzellan Manufaktur begann nur wenig früher, im Jahr 1763. Damals übernahm Friedrich II. von Preußen, dessen große Leidenschaft das „weiße Gold“ war, die Manufaktur von einem Berliner Kaufmann. Der König gibt ihr den Namen und das Zeichen – das kobaltblaue Zepter, das noch heute alle Produkte ziert. Bis zur Abdankung Wilhelms II. ist die KPM im Besitz von sieben Königen und Kaisern, danach wird sie staatlich. Nach mehreren Privatisierungsversuchen übernimmt der Berliner Bankier Jörg Woltmann 2006 die KPM als Alleingesellschafter. Mit großem Erfolg bestimmt er die Neuausrichtung des Unternehmens, treibt die internationale Vermarktung von KPM als Premiummarke voran und schafft neue Arbeitsplätze. 150 Mitarbeiter arbeiten im Herzen der Stadt an der Weglystraße am Rande des Tiergartens, wo die Manufaktur seit 1873 das begehrte Porzellan produziert.

Doch was verbindet einen Bankier mit der edlen Porzellan-Manufaktur? „Ich bin mit dem Kurland-Porzellan von KPM groß geworden. Immer zu besonderen Anlässen wurde damit eingedeckt. Als ich mit 28 Jahren meine erste Firma verkaufte, gönnte ich mir davon mein erstes eigenes KPM-Service“, erinnert sich Jörg Woltmann. Die Liebe zu schönen Dingen, zu einer feinen Tischkultur, aber auch zu Berlin hat den 70-Jährigen sein Leben lang begleitet. Deswegen kam für ihn eine Insolvenz von KPM nie in Frage. Allen Ratschlägen zum Trotz hat er die Manufaktur schon vor der Insolvenz übernommen und kräftig investiert. „In Expertenkreisen sagt man, dass KPM die beste Porzellan-Manufaktur der Welt ist“, zeigt er sich stolz. Dank des privaten Engagements wird KPM in der Öffentlichkeit wieder verstärkt wahrgenommen und verzeichnet seit drei Jahren ungebrochen Umsatzsteigerungen. 16 Verkaufsfilialen gibt es mittlerweile in Deutschland und Europa, insgesamt arbeiten etwa 200 Menschen bei KPM.

Das KPM-Porzellan gilt als das weißeste und härteste Porzellan der Welt und wird nach einem überlieferten Rezept hergestellt. „Unser Geschirr soll jeden Tag benutzt werden, es wäre schade, es nur im Schrank stehen zu lassen. Deswegen sind alle Teile zertifiziert spülmaschinenfest“, sagt Jörg Woltmann. Sowohl er als auch Bernd Lietke sind der festen Überzeugung, dass Kaffee aus einer KPM-Tasse auch anders, besser schmeckt. Beide sind sich einig: KPM geht mit der Zeit – ohne dabei ihre Herkunft zu vergessen.


Steckbrief: Königliche Porzellan Manufaktur

Geschichte
1753 gründete der Unternehmer Wegely eine Porzellanmanufaktur, die 1763 von Friedrich dem Großen übernommen wird. Seitdem heißt sie KPM und trägt das kobaltblaue Zepter als Zeichen.  Von 1916 an war KPM ein Staatsunternehmen, seit 2006 ist es privatisiert. Inhaber ist Jörg Woltmann.

Angebot
Wer am 15.12.2017 bestellt, kann zu Weihnachten Porzellan mit modernem Namenszug oder klassischem Monogramm verschenken.

Kontakt (Herstellung, Verkauf und Showroom)
Wegelystraße 1,
10623 Berlin,
Tel.: 030/390 09-0

www.kpm-berlin.com

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