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Berliner Porträts

Leben für die Musik

Seit mehr als 60 Jahren veranstaltet die Konzertdirektion Hohenfels populäre Konzerte in der Berliner Philharmonie.

Bis zu 2250 Zuhörer  genießen in der  Berliner Philharmonie die Konzerte

Bis zu 2250 Zuhörer genießen in der Berliner Philharmonie die Konzerte

Foto: PR/Peter Adamik

Konzertdirektor Bogdan Sikora hat immer gut zu tun. Aber dieser Tage überschlagen sich die Anfragen und er muss mit noch mehr Terminen jonglieren als sonst. Gleich zwei große Fernsehsender, das ZDF und die britische BBC, wollen bei einem seiner Konzerte in der Philharmonie filmen. Am 18. November gestalten „Stars von morgen“ einen Konzertabend um Mozart, Liszt und Debussy, darunter der Hornist Ben Goldscheider, der gerade einen Nachwuchswettbewerb der BBC gewonnen hat. „Das große Interesse an unseren Konzerten ehrt uns, den zusätzlichen Organisationsaufwand nimmt man natürlich gerne in Kauf“, sagt Sikora. Seit 2009 leitet er die Konzertdirektion Prof. Victor Hohenfels, die jährlich zu rund 30 Konzerten in die Philharmonie lädt und jetzt 60-jähriges Jubiläum feiert.

2009 war Eva-Maria Hohenfels, die die Konzertdirektion nach dem Tod ihres Mannes weitergeführt hatte, im Alter von 87 Jahren gestorben. Das von ihr ausgegebene Motto der Konzerte lautete: „Gönnen Sie sich einige Stunden der Entspannung und Harmonie, garantiert durch immer wieder gern gehörte Meisterwerke berühmter Komponisten, in der festlichen Atmosphäre eines ausverkauften Hauses.“ Das Motto gilt für den langjährigen Assistenten von Eva-Maria und Victor Hohenfels auch heute noch. „Die von der Konzertdirektion Prof. Victor Hohenfels veranstalteten populären Konzerte sind noch immer stets ausverkauft“, sagt Sikora. „In den vergangenen 60 Jahren haben mehr als 3,5 Millionen begeisterte Besucher diese Veranstaltungen erlebt.“

Gründer Victor Hohenfels (1897–1988) entstammte dem österreichischen Adel, war früh Waise geworden und wuchs im Burgtheater-Milieu auf. Er studierte Musik, ging zum Militär, tourte nach dem Ersten Weltkrieg mit eigenem Schauorchester umher. 1927 zog er nach Berlin, dirigierte Revuen in der „Scala“ und im „Wintergarten“. Von den Nazis wurde er mehrfach wegen Beschäftigung von Juden und Fluchthilfe verhaftet.

Gleich nach dem Krieg meldete sich Hohenfels beim Berliner Rundfunk und wurde als politisch Unbelasteter kurzerhand zum Leiter der Gesamtproduktion. 1947 wechselte er vom russischen in den britischen Sektor. In jener Zeit lernte Hohenfels Eva-Maria Grossmann kennen, die Tochter Gustav Grossmanns, Kapellmeister der Staatsoper Berlin. Die junge Sängerin startete gerade ihre Opernkarriere. 1955 heiratete das Paar. 1956 gründete Hohenfels seine Konzertdirektion, ein Jahr später das SINFONIE ORCHESTER BERLIN.

In Polen herrschte gerade das Kriegsrecht, als der aus der Stadt Bytom stammende Bogdan Sikora 1982 nach West-Berlin kam. Der ausgebildete Hornist lernte beim Ehepaar Hohenfels das Handwerk eines Konzertagenten. Jeder Konzertabend ist ein Puzzle, das es nicht nur aus Orchester und Solisten zusammenzusetzen gilt, sondern auch aus dem richtigen Publikumsmix: Berliner Abonnenten, Musikfreunde aus der ganzen Welt und Reisegruppen, die beim Besuch in Berlin ein gemeinsames Konzert in der berühmten Philharmonie erleben wollen. Dieses musikalische Puzzle setzt Sikora jedes mal aufs Neue mit Hingabe zusammen, wie er sagt. „Diese Arbeit ist die Erfüllung meines Lebenstraums.“


Steckbrief: Konzertdirektion Prof. Victor Hohenfels

Seit 60 Jahren begeistert die Konzertdirektion Jung und Alt für klassische Musik. „Durch unser populäres Programm nehmen wir der Klassik die Hemmschwelle“, sagt Direktor Bogdan Sikora. Gespielt werden bekannte Komponisten wie Beethoven, Mozart, Schubert, Tschaikowsky. Aber auch Filmmusik und musikalische Exkurse zu Swing oder Tango stehen auf dem Programm.

Kontakt
Konzertdirektion Prof. Victor Hohenfels GmbH & Co.
KG Kurfürstendamm 225,
Charlottenburg
Tel. 030-882 76 22/23

www.konzertdirektion-hohenfels.de

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