Kreuzberg

1. Mai in Berlin: Polizist schlägt TV-Journalistin

Das TV-Team hatte am 1. Mai einen Polizeieinsatz an der Oranienstraße in Kreuzberg gefilmt, als es zu dem Vorfall kam.

1. Mai: Hunderte Demonstranten trotzen Corona-Beschränkungen

Zum 1. Mai haben sich trotz der Corona-Krise mehr als tausend Anhänger der linken Szene in Berlin versammelt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach von "geballter Unvernunft" angesichts der zahlreichen Menschengruppen im Stadtteil Kreuzberg, die den Mindestabstand nicht einhielten.

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Berlin. Ein Berliner Polizist steht unter Verdacht, am 1. Mai in Kreuzberg eine Journalistin ins Gesicht geschlagen und verletzt zu haben. Gegen den Beamten wird nun wegen Körperverletzung im Amt ermittelt, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Als „völlig unvertretbar“ bezeichnete die Landesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di Berlin-Brandenburg, Renate Gensch, den Übergriff. „Die Polizei hat die Presse, die eine öffentliche Aufgabe erfüllt, zu unterstützen und vor Übergriffen zu schützen und nicht niederzuschlagen", erklärte Gensch.

Die 22-Jährige hatte den Angriff an der Oranienstraße einen Tag später angezeigt. Laut Polizei wurden die Gesichtsverletzungen der Frau ambulant behandelt. Angaben des Senders "rbb24" zufolge war die Journalistin Teil eines Fernsehteams, das zuvor eine Festnahme an der Straße gefilmt hatte.

Wie der Sender am Montag weiter auf seiner Homepage schrieb, habe eine ärztliche Untersuchung ergeben, dass zwei Zähne infolge des Schlags abgebrochen seien. Auch erlitt die Frau Prellungen im Gesicht. Anwesende Polizeibeamte hätten unmittelbar nach dem Vorfall einen Rettungswagen gerufen. Der "taz" sagte die Journalistin, dass sie die Berliner Polizei auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagen wolle.

Polizist soll unvermittelt zugeschlagen haben

Der "Tagesspiegel" zitierte die Journalistin am Montagabend mit den Worten: „Das war überhaupt nicht absehbar.“ Gegen 23 Uhr sei ein Polizist auf sie zu gekommen und habe ihr direkt mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Sie sei unter anderem mit einer Tonangel und weiterer Tontechnik ausgestattet und damit klar als Teil des Filmteams erkennbar gewesen sein, sagte die Frau.

In der RBB-Abendschau sprach die 22-Jährige von einem gezielten Schlag. Sie fügte hinzu, der Polizist habe dabei einen nicht zugelassenen, plastikverstärkten Handschuh getragen.

Trotz Corona-Verbots waren am Abend des 1. Mai einige tausend Menschen in Berlin-Kreuzberg auf Straßen und Plätzen unterwegs. Nach Einbruch der Dunkelheit kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten.

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