1. Mai in Berlin

Route steht fest: 1. Mai-Demo zieht über Kreuzberger Myfest

Die Initiatoren der linken Demo kündigten an, auch ohne Genehmigung mitten durch das Myfest in Kreuzberg ziehen zu wollen.

Das Myfest findet jedes Jahr rund um die Kreuzberger Oranienstraße statt

Das Myfest findet jedes Jahr rund um die Kreuzberger Oranienstraße statt

Foto: dpa Picture-Alliance / Kay Nietfeld / picture alliance / dpa

Die Initiatoren der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ wollen in diesem Jahr auch über das „Myfest“ laufen. In einer Pressemitteilung bestätigte das Bündnis entsprechende Berichte der vergangenen Woche. Die Demo wird auch nicht offiziell angemeldet. Vom Oranienplatz soll es durch die Oranienstraße und mehrere Straßen in der Umgebung, dann nach Neukölln und zurück zum Spreewaldplatz gehen. Die Demonstration soll dabei am Kiezladen Friedelstraße 54, dem geplanten Google-Campus, der Gerhart-Hauptmann-Schule und dem Café Filou vorbeiziehen.

Um die von der Schließung bedrohten Bäckerei „Filou“ an der Reichenberger Straße hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Debatten gegeben. Seit Mitte März steht fest: Das Café kann bleiben. Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele hatte zwischen dem Hauseigentümer sowie den Betreibern vermittelt. Auch der Kiezladen Friedelstraße 54 ist von der Schließung bedroht. In der Gerhart-Hauptmann-Schule wohnen trotz eines Brandes im Januar immer noch Flüchtlinge. Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) bot den Flüchtlingen immer wieder den Umzug an. Doch die lehnten ab und zogen in den Südflügel des Hauses. Auch hier gab es immer wieder Proteste und Demonstrationen.

Die Polizei hatte in den vergangenen Jahren vergleichbare Strecken immer abgelehnt, weil sie die Sicherheit in dem zum Teil überfüllten Straßenfest gefährdet sah. In diesem Jahr lehnten die Veranstalter aber die juristisch verpflichtende Anmeldung ihrer Demonstration und Gespräche mit der Polizei ab.

Die früher heftigen Krawalle am 1. Mai in Kreuzberg wurden von der Polizei in den vergangenen Jahren zunehmend eingedämmt. In diesem Jahr will die linksautonome und gewaltbereite Szene den 1. Mai aber zur Mobilisierung für noch größere Proteste Anfang Juli gegen den G20-Gipfel in Hamburg nutzen.

Die Route der diesjährigen Revolutionären 1.-Mai-Demonstration verläuft wie folgt: Oranienplatz – Oranienstr. – Adalbertstr. – Naunynstr. – Manteuffelstr. – Reichenberger Str. – Ohlauer Str. – Friedelstr. – Weserstr. – Pannierstr. – Glogauer Str. – Reichenberger Str. – Ohlauer Str. – Spreewaldplatz.

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