Demo

Linksautonome demonstrieren an der Rigaer Straße

Die Berliner Polizei rechnet mit Hunderten Teilnehmern bei der für Sonnabend angesetzten Demonstration.

Demonstranten in der Rigaer Straße (Archivbild)

Demonstranten in der Rigaer Straße (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Jan Scheunert / picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die linksautonome Szene will am morgigen Sonnabend unter dem Motto "Interkiezionale Demonstration" durch Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln ziehen. Das geht aus mehreren im Internet veröffentlichten Aufrufen hervor. Laut Polizei hat die Demonstration eine Privatperson angemeldet. Gerechnet wird mit mehreren Hundert Teilnehmern.

Laut der linken Internetseite Indymedia beginnt die Demonstration an der Ecke Eldenaer/Proskauer Straße, führt über den Görlitzer Park, die Sonnenallee und endet am Hermannplatz. Vorbei geht es dabei an linken Szeneobjekten wie der Rigaer Straße und den Laden "Friedel 54" in Neukölln, der von der Schließung bedroht ist. "Wir wünschen uns eine kraftvolle, entschlossene und lautstarke Demo, bei der auch Inhalte vermittelt werden sollen", heißt es auf Indymedia.

Die Polizei blickt unterdessen sorgenvoll in Richtung Wochenende und hat ein massives Aufgebot angekündigt. Zum einen wird befürchtet, dass die Demonstration ein Testlauf für den 1. Mai sein könnte. Und zum anderen war es bei einer ähnlichen Demonstration im Juli vergangenen Jahres zu Ausschreitungen und Attacken auf die Polizei gekommen. Damals wurden mehr als 120 Beamte verletzt.

Revolutionäre wollen zweimal auf die Straße

Inzwischen gibt es auch Klarheit, was das Demonstrationsgeschehen am 1. Mai betrifft. Neben der traditionellen 18-Uhr-Demonstration, in deren Umfeld es in der Vergangenheit immer wieder Ausschreitungen gab, rufen linke Gruppierungen auch zu einer Demonstration auf, die bereits um 15.30 Uhr starten soll. Die Polizei bestätigte, dass eine Einzelperson den Aufzug angemeldet hat. Startpunkt soll am Lausitzer Platz sein. Die erwarteten 2000 Teilnehmer sollen über Lausitzer, Ohlauer und Bürknerstraße sowie Kottbusser Damm und Adalbertstraße bis zum Oranienplatz ziehen.

Der Internetaufruf für die Demonstration dürfte die Beamten zu erhöhter Wachsamkeit veranlassen. Die Veranstalter erinnern darin an die "kämpferische Tradition" der "Revolutionären 1. Mai-Demo" und enden mit einem Appell für eine "soziale Revolution". Die Initiatoren der traditionellen "Revolutionären 1. Mai Demonstration" um 18 Uhr wollen ihren Aufzug dagegen nicht offiziell anmelden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll der Aufzug über das als politische Versammlung angemeldete "Myfest" laufen.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.