12.02.13

Marktsicht

Noch keine Lösungen in Sicht

Eurokrise und US-Haushaltskrise sind weiterhin nicht ausgestanden, so Jens Herdack, Senior-Portfoliomanager der Weberbank.

Foto: dpa
Steuereinnahmen Hessen
Die Eurokrise ist noch nicht überstanden, einzig Deutschland überrascht nach Sicht der Experten

Das Vertrauen in die Überlebensfähigkeit des Euros ist weitgehend zurückgekehrt. Das sieht man insbesondere an den Einlagen der Sparer in den krisengeschüttelten Peripheriestaaten. So vertrauten beispielsweise Griechen, Italiener und Spanier in den letzten Monaten den lokalen Banken wieder deutlich mehr Geld an, nachdem sie vor nicht allzu langer Zeit in Scharen ihre Einlagen abgezogen hatten. Die Ankündigung des EZB-Präsidenten Draghi, alles zu tun, um den Fortbestand des Euros zu sichern, hat zu einer deutlichen Entspannungsrallye an den Märkten geführt. In der Tat haben die Peripheriestaaten ihre selbst gesteckten Sparziele größtenteils erreicht.

Frankreich erhöht Staatsschulden

Hier ist mit Frankreich eher ein Kernland der Eurozone als Problemfall zu sehen: Nicht nur, dass den Franzosen keine Einsparungen gelangen. Im Gegenteil, Frankreichs Präsident Hollande baut neue Schulden auf. Deutschland sah sich zuletzt im Gegensatz dazu in der Lage, einen Haushaltsüberschuss zu erzielen und seine Schuldenquote leicht zu senken.

Verhaltene Aussichten für die Eurozone

Die Probleme der Eurozone sind freilich nicht gelöst. So ist in Spanien weiter ein starker Rückgang der Einzelhandelsumsätze zu beobachten. Vor dem Hintergrund einer inzwischen auf über 26 Prozent gestiegenen Arbeitslosigkeit ist das auch wenig überraschend. Einzig Deutschland weiß ein ums andere Mal zu überraschen: Der Konjunkturindikator des ifo-Instituts, welchen wir als einen der zuverlässigsten ansehen, stieg für Deutschland zuletzt zum dritten Mal in Folge. Insofern setzt sich die zweigeteilte Entwicklung in Europa fort. Deutschland dürfte dabei nicht zuletzt vom Aufschwung in den Schwellenländern profitieren.

Chinas Märkte erholen sich

Ein Blick auf die OECD-Frühindikatoren zeigt mit Ausnahme Osteuropas freundliche Tendenzen. Insbesondere im für deutsche Produkte wichtigen chinesischen Markt sind zuletzt deutliche Erholungszeichen zu erkennen gewesen. Neben Osteuropa kommt allerdings auch Indien nicht so recht in Schwung, weshalb die Notenbank mit einer weiteren Zinssenkung versucht, die Reformbemühungen der Regierung zu unterstützen und die Wirtschaft zu stimulieren. Mit der enttäuschenden Entwicklung geht eine schwache indische Rupie einher.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von der Weberbank als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

www.weberbank.de

Jens Herdack

Jens Herdack,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Jens Herdack hat die Schwerpunkte Aktien-, Rohstoff- und Alternative Investments. Seit 2002 ist der Diplomkaufmann und Analyst bei der Weberbank tätig und blickt auf insgesamt 14 Jahre Investmenterfahrung im Wertpapier- und Derivatesegment zurück.

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In unserer neuen Gastbeitragsreihe "Marktsicht" schreiben Experten der Weberbank zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen.
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