27.06.12

Marktsicht

Sorge um EU-Konjunktur belastet deutsche Anleihen

Sascha Rehbein, Portfoliomanager der Weberbank, zur Lage vor dem EU-Gipfel und zur Suche von Investoren nach Alternativen zu Staatsanleihen.

Von Sascha Rehbein
Foto: dpa Themendienst
Staatsanleihen - Deutschland

Am kommenden Donnerstag und Freitag wird auf dem EU-Gipfel über die Zukunft der Eurozone entschieden. Bereits bei vergangenen Gipfeltreffen stieg im Voraus die Erwartung einer schnellen Lösung der Eurokrise an, um anschließend von den tatsächlichen Beschlüssen bitter enttäuscht zu werden. Die Fronten im Hinblick auf die richtige Bekämpfung der Krise sind weiterhin verhärtet. Während sich das Trio der französischen, italienischen und spanischen Regierungsvertreter für ein deutlich aggressiveres Vorgehen von EZB und europäischem Rettungsfonds einsetzt, hält die Bundesregierung weiterhin an den geforderten Sparmaßnahmen und Strukturreformen in den Problemländern fest.

Wirtschaftlicher Abschwung auch in Deutschland bemerkbar

Auch die schwache Konjunktur in der Eurozone sollte in dieser Woche im Fokus der EU-Politiker stehen – es wird weiter über mögliche Wachstumsimpulse diskutiert werden. Nach neuesten Einkaufsmanagerumfragen aus dem verarbeitenden Gewerbe ist dies dringend notwendig, denn diese weisen das niedrigste Niveau der letzten 36 Monate auf. Insbesondere in Südeuropa ist der wirtschaftliche Abschwung weiterhin spürbar, wobei sich in den vergangenen Wochen auch in Deutschland eine deutliche Abschwächung bemerkbar gemacht hat. So wurden neben enttäuschenden Frühindikatoren zuletzt schwache Zahlen aus der Industrieproduktion vermeldet.

Die Kombination aus schwacher Konjunkturentwicklung und rückläufiger Inflation bietet der EZB genügend Spielraum um ihre expansive Geldpolitik fortzusetzen und löst zunehmend Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung aus.

Pfandbriefe und Unternehmensanleihen bleiben Alternativen

Ebenso stehen deutsche öffentliche Anleihen seit Anfang des Monats unter Verkaufsdruck. Mittlerweile häufen sich die skeptischen Stimmen über die finanziellen Auswirkungen auf die Staatskasse im Zuge einer Verschärfung der Eurokrise. Dementsprechend empfiehlt es sich, in Pfandbriefe und Unternehmensanleihen fundamental starker Emittenten zu investieren.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von ihr als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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Sascha Rehbein

Sascha Rehbein,
Portfoliomanager der Weberbank


Sascha Rehbein ist seit 2007 in der Weberbank tätig. Der Diplomkaufmann ist zuständig für die Kapitalmarktanalyse und das Rentenmanagement mit Schwerpunkt Unternehmensanleihen.


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