06.03.12

Börsen-Bericht

Trübe Aussichten schicken den Dax auf Talfahrt

Trotz Gewinneinbruch und Dividendenkürzung schneidet das RWE-Papier gut ab. Autowerte finden sich auf der Verliererseite wieder.

Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung in Europa und China haben die Aktienanleger vorsichtig agieren lassen. Sie steckten Gewinne ein und drückten so den Dax um 1,6 Prozent auf 6757 Punkte.

"Nach den zuletzt eher schwachen Konjunkturdaten reduzieren Investoren ihre Risikopositionen", sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets mit Blick auf die schrumpfenden Dienstleistungsgeschäfte in der Eurozone und ein vergleichsweise niedriges Wachstumsziel für China.

Auch die Unsicherheiten rund um die griechische Umschuldung belasteten die Stimmung. Banken und Finanzdienstleister zählten in diesem Umfeld zu den größten Verlierern. Die Titel griechischer Geldhäuser legten jedoch zu.

Börsianer gaben sich zuversichtlich, dass die Talfahrt nur von kurzer Dauer sein wird. "Wir haben innerhalb von drei Monaten fast 1000 Punkte gewonnen, da ist eine gewisse Korrektur mehr als angebracht", sagte ein Händler. Die Wirtschaftsdaten und die Unternehmensberichte seien weder berauschend noch wirklich schlecht, konstatierte ICF-Marktanalyst Klaus Stabel. "Aber allein die Tatsache, dass RWE mit seinen eher mäßigen Zahlen so stark zulegen kann, zeigt, dass Anlagebereitschaft da ist."

Gewinneinbruch bei RWE

Der Energiekonzern hat nach der Atomwende 2011 einen Gewinneinbruch verzeichnet und für 2012 und 2013 ein stabiles Betriebsergebnis prognostiziert. Die Dividende wird auf zwei von im Vorjahr 3,50 Euro je Aktie gesenkt. Dennoch behaupteten sich die Aktien mit einem Plus von 3,5 Prozent als einziger Dax-Gewinner.

"Grob gerechnet kommen Investoren mit der Dividende immer noch auf eine Rendite von fünfeinhalb Prozent, das kriegen Sie mit keinem Rentenpapier", sagte Stabel. Die durchschnittliche Dividendenrendite des Dax liegt nach seinen Berechnungen bei 3,7 Prozent. Der Zinsertrag von Dividenden sei schnell mal doppelt so hoch wie der langlaufender Bundesanleihen, so Stabel.

Das Rückschlagspotenzial im Dax sah er deshalb auch nicht als besonders hoch an. Unternehmen könnten seiner Einschätzung nach eine sicherere und renditeträchtigere Anlage als Staatsanleihen sein.

Volkwagen verliert

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Autowerte. Volkswagen-Aktien verloren zwei Prozent, die im keinem großen Index gelisteten Porsche -Titel gaben um zwei Prozent nach. Die Kommentare des Porsche-Aufsichtsratschefs zeigten, dass die endgültige Zusammenführung der Geschäfte wohl noch auf sich warten lasse, sagte ein Börsianer. Wolfgang Porsche hatte Reuters am Montagabend am Rande einer VW-Veranstaltung gesagt, das Ergebnis sei noch nicht absehbar.

Noch deutlicher als Volkswagen lagen allerdings BMW und Daimler im Minus. Sie verbilligten sich um knapp drei beziehungsweise 2,3 Prozent. "Nach dem guten Lauf der letzten Wochen ist jetzt erst einmal ein bisschen die Luft raus," sagte ein Händler. Dass es den Autobauern gutgehe, sei inzwischen eingepreist. BMW, Daimler und Volkswagen zählen zu den zehn größten Gewinnern im Dax seit Jahresanfang.

Solarwerte weiter unter Druck

Rapide sinkt unterdessen das Anlegervertrauen in die Solarwerte. Die Verluste im TecDax reichten von 2,8 Prozent bei Solarworld bis zu 8,5 Prozent bei Q-Cells.

Der zum 19. März aus dem TecDax fliegende Solarkonzern hat für 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro vermeldet, Centrotherm wies einen operativen Verlust von 20 Millionen Euro aus. Der Solar-Anlagenbauer will für 2011 keine Dividende zahlen, wie Finanzvorstand Thomas Riegler Reuters sagte.

Die Centrotherm-Aktien lagen am Mittag 5,6 Prozent im Minus. "Alle Unternehmen melden schlechte Zahlen", sagte ein Händler. "Der Boom ist vorbei. Der Preisdruck aus China ist latent, und jetzt verliert man auch noch die Unterstützung des deutschen Fiskus." Auch SMA Solar hatte nach der schwachen Jahresprognose vom Freitag weiterhin schlechte Karten. Die Papiere fielen um 6,9 Prozent, seit Freitag summiert sich das Minus bereits auf 16 Prozent.

Quelle: Reuters/woz
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