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10.02.12

Börsen-Bericht

Dax-Anleger im Rückzug – Noch keine Hilfe für Athen

Endgültige Entscheidung über neue Griechenland-Hilfen fallen erst am Mittwoch. Sky Deutschland nach Kapitalerhöhung gefragt.

© REUTERS
Deutsche Börse Frankfurt/Main

Die Freude über das neue Sparpaket der Griechen währte nur kurz: Die europäischen Anleger ließen von Aktien lieber die Finger, nachdem die Euro-Länder eine endgültige Entscheidung über ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf Mittwoch vertagt hatten.

Der Dax verlor 0,7 Prozent auf 6739 Zähler. Am Vortag hatte er – gestützt von der Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch in den Verhandlungen – noch 0,6 Prozent zulegen können. Der EuroStoxx50 gab zum Wochenschluss 0,8 Prozent nach.

"Die EU-Finanzminister fahren eine harte Linie", schrieben die Analysten der Metzler Bank. "Die Hängepartie geht also weiter." Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte erklärt, dass noch nicht alle rund um das Sparprogramm gemachten Auflagen erfüllt seien.

Ein endgültiger Beschluss über die Finanzhilfen könne erst fallen, wenn das griechische Parlament am Sonntag das mit der Troika von EU, EZB und IWF vereinbarte Programm beschlossen habe, erklärte er. Zudem hätten die Chefs der drei führenden Parteien des Landes noch nicht die geforderte schriftliche Verpflichtung zu neuen Einschnitten und Reformen abgegeben. Die Eurogruppe will sich am Mittwoch erneut tagen, um dann eine abschließende Entscheidung zu treffen.

Finanzwerte leiden unter der Hängepartie

Die Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen machte sich vor allem bei den Finanzwerten bemerkbar. Die Commerzbank gab ihre Vortagesgewinne wieder ab und notierte 3,4 Prozent schwächer. Die Papiere der Deutschen Bank verbilligten sich um 1,8 Prozent, der europäische Branchenindex verlor 0,5 Prozent. Die griechischen Banken rutschten um 5,7 Prozent ins Minus.

Ebenfalls auf der Verliererseite waren zum Wochenschluss die Stahlwerte, nachdem Nomura den europäischen Stahlsektor auf "Neutral" von zuvor "Bullish" heruntergestuft hatte. ThyssenKrupp -Aktien gaben im Dax um zwei Prozent nach. Im MDax verloren Salzgitter und Klöckner & Co 2,2 beziehungsweise gut ein Prozent. Die Papiere des weltgrößten Stahlkochers Arcelor Mittal gaben in Amsterdam 1,4 Prozent nach.

Deutlich im Aufwind waren Infineon, nach einem positiven Kommentar von Goldman Sachs. Die Aktien des Halbleiterherstellers legten im Dax um 1,9 Prozent auf 7,59 Euro zu. Die Analysten setzten die Papiere auf die "Pan-Europe Conviction Buy List" und erhöhten das Kursziel auf 11,50 von zuvor 8,30 Euro. Die Halbleiter-Industrie erhole sich schneller als gedacht, hieß es in dem Kommentar. Davon dürfte auch Infineon profitieren.

Sky Deutschland im Aufwind

Ordentlich zugegriffen haben die Anleger auch bei Sky Deutschland . Die Aktien des Bezahlfernsehsenders legten nach einer erfolgreichen Kapitalerhöhung im MDax in der Spitze um 7,7 Prozent auf 2,40 Euro zu. Sky hat sein Kapital mittels eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens nach eigenen Angaben um zehn Prozent erhöht und dabei brutto rund 155,8 Millionen Euro erlöst.

Der Angebotspreis der neuen Aktien wurde auf 2,20 Euro pro Stück festgelegt. Die Platzierung sei gut gelaufen, sagte ein Händler. Die Analysten der DZ Bank sehen den Sender nun gut gerüstet für die Bundesliga-Rechteauktion.

Mit der Kapitalerhöhung habe sich das Unternehmen die nötige Finanzkraft zugelegt, um gegen andere Bieter bestehen zu können, hieß es in einem Kommentar. Die Experten bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die Aktien. Die Bundesliga versteigert im April die Fußballrechte ab der Saison 2013/14 für vier Spielzeiten. Sky ist derzeit mit 250 Millionen Euro pro Saison größter Zahlmeister der Liga.

Quelle: Reuters/woz
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