Börsen-Bericht
Griechenland-Einigung treibt den Leitindex an
Die Einigung über das griechische Sparpaket beflügelt den deutschen Leitindex. Doch die Gewinne sind nur von kurzer Dauer.
Die ersehnte Einigung auf das neue griechische Sparprogramm hat nicht nachhaltig für Euphorie am Aktienmarkt sorgen können. Der Dax schnellte nach ersten Gerüchten zwar bis auf ein Sechsmonatshoch bei 6838 Punkten hoch, büßte seine Gewinne dann aber komplett wieder ein.
Am Ende ging der Dax gestützt durch feste Autowerte um 0,59 Prozent höher bei 6788,80 Punkten aus dem Handel – und damit in etwa auf seinem Stand vor den ersten Gerüchten. Der MDax schloss um 0,39 Prozent höher bei 10 356,32 Punkten. Einzig der TecDax gab am Ende um knappe 0,05 Prozent auf 773,23 Punkte nach.
Griechenlands Ministerpräsident Lukas Papademos hatte die zuvor schon in Medienberichten thematisierte Einigung der Parteispitzen auf das neue Sparprogramm am Nachmittag bestätigt, damit aber nur eine kurzzeitige Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt ausgelöst.
Die zwischenzeitlich deutlichen Gewinne bröckelten wieder dahin, was Börsianer mit Gewinnmitnahmen begründeten. "Eine Einigung war vorher schon in den Kursen enthalten gewesen", sagte Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital. "Zudem warten Anleger aus Angst vor weiteren Hindernissen noch ab, bis die Sparpläne den noch ausstehenden Weg durch das Parlament genommen haben", so Huber.
Daimler-Zahlen kommen am Markt gut an
Spitzenreiter im Dax waren bis zuletzt die Daimler-Titel. Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr den größten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte eingefahren und den Aktionären eine überraschend hohe Dividende von 2,20 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Neben dem Zahlenwerk kam insbesondere der Ausblick am Markt gut an. Die Anteile gewannen 4,62 Prozent und schlossen bei 46,68 Euro. Mit ebenfalls deutlichen Gewinnen bei BMW und Volkswagen zeigte sich der Autosektor insgesamt sehr freundlich.
Zu den Verlierern im Dax gehörte trotz guter Zahlen für das Schlussquartal 2011 der Baustoffkonzern HeidelbergCement. Börsianer verwiesen auf den fehlenden Ausblick sowie Befürchtungen des Marktes, dass der nun erst richtig begonnene Winter die Ergebnisse im laufenden Quartal belasten könnte. Die Papiere gingen mit einem Verlust von 0,32 Prozent bei 38,61 Euro aus dem Handel.
Im MDax stiegen die Aktien von Rhön-Klinikum trotz enttäuschender Zahlen um 1,70 Prozent auf 15,255 Euro. Das Unternehmen stand aber vielmehr wegen einer nachbörslich erwarteten Entscheidung über den Einstieg bei einer Wiesbadener Klinik im Blickfeld. Aktien von Hugo Boss verbuchten nach einem Rekordjahr 2011 ein Plus von 0,68 Prozent. Papiere von Heidelberger Druck lagen dagegen nach einer Analystenabstufung am Indexende. Sie büßten 6,45 Prozent auf 1,508 Euro ein.
Der EuroStoxx 50 schloss 0,37 Prozent höher bei 2522,34 Punkten. Auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten leichte Zuwächse. In New York tendierte der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa kaum verändert.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere 1,63 (Mittwoch: 1,62) Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte bei 130,56 Punkten. Der Bund-Future sank um 0,40 Prozent auf 137,29 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3288 (1,3274) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7526 (0,7534) Euro.
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