Wall Street
Hängepartie in Griechenland belastet US-Börsen
Noch immer ist nicht sicher, ob Griechenland das zweite Rettungspaket erhält. Anleger an den US-Börsen verunsichert diese Zitterpartie. Der Dow schloss im Minus.
Die Zitterpartie um das zweite Rettungspaket für Griechenland hat am Montag auch die Händler an der Wall Street in Atem gehalten. Das überschuldete Land hatte eine weitere Frist verstreichen lassen und so die Anleger zu Beginn der neuen Handelswoche verunsichert.
Frankreich und Deutschland ermahnten das Euro-Land eindringlich, im Streit über harte Reformauflagen endlich einzulenken. "Es ist unvermeidlich, dass das Risiko, das von Griechenland ausgeht, die Stimmung am Markt abkühlen lässt", sagte Analyst Peter Kenny von Knight Capital. Die sich hinziehende und undurchsichtige Krise mache die Anleger nach den Gewinnen der vergangenen Wochen vorsichtiger.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.845 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.793 und 12.860 stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss etwas schwächer bei 1344 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 2901. In Frankfurt ging der Dax kaum verändert bei 6764 Punkten aus dem Handel.
In den schleppenden Verhandlungen über ein zweites Rettungspaket für Griechenland herrschte nun auch Uneinigkeit über den zeitlichen Ablauf. "Die Frist ist bereits verstrichen", warnte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel.
Griechenland bbleibt Anlegern ein Dorn im Auge
Die führenden Politiker in Griechenland wollten sich jedoch nicht zu einer Entscheidung über zusätzliche Sparmaßnahmen drängen lassen. Nach einem guten Start ins Jahr legten die Anleger daher jetzt eine Pause ein, um die den Markt beherrschenden Themen zu beurteilen, sagte Analyst Andre Bakhos von Lek Securities in New York. "Griechenland bleibt ihnen ein Dorn im Auge."
Zu den Verlierern gehörten die Boeing -Aktien, die 1,2 Prozent nachgaben: Beim neuen 787 Dreamliner sind Probleme mit dem Rumpf aufgetaucht. Der Flugzeugbauer teilte mit, er arbeite an einer Lösung, die die Produktion der Maschine nicht beeinträchtige.
Wie viele Flugzeuge betroffen sind, ließ er offen. Boeing will bis Ende 2013 die monatliche Produktion auf zehn Maschinen steigern, was einige Experten allerdings für zu ehrgeizig halten. Der 787 Dreamliner ist ein vergleichsweise leichtes und Treibstoff sparendes Flugzeug. Bei seiner Entwicklung lag Boeing drei Jahre im Rückstand.
Der Krankenversicherer Humana präsentierte eine durchwachsene Bilanz und enttäuschte die Analysten. Zwar konnte der Versicherer den Gewinn im vierten Quartal stark ausbauen, jedoch lag der Umsatz unter den Erwartungen der Branchenexperten. Das Humana-Papier gab 5,4 Prozent ab.
Chipherstellers Micron Technology unter Beobachtung
Unter Beobachtung stand auch die Aktie des Chipherstellers Micron Technology, nachdem Konzernchef Steve Appleton am Freitag beim Absturz eines von ihm gesteuerten Flugzeugs ums Leben kam. Unternehmensveteran Mark Durcan wird künftig die Geschicke des Unternehmens leiten, dass unter fallenden Preisen und sinkenden PC-Verkäufen leidet. Das Papier notierte 2,8 Prozent schwächer.
Noch zum Ende der vergangenen Woche hatte die Erholung am US-Arbeitsmarkt die Wall Street positiv überrascht und Hoffnungen auf ein Wiedererstarken der größten Volkswirtschaft genährt. So war der Nasdaq-Index auf den höchsten Stand seit elf Jahren gestiegen. "Wir hatten ein unglaublich starke Aufwärtsbewegung", sagte Randy Bateman von Huntington Asset Management. "Ich denke, jetzt ist es vernünftig etwas in Deckung zu gehen."
An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 1225 Werte legten zu, 1765 gaben nach und 97 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 1007 im Plus, 1496 im Minus und 113 unverändert.
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