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22.03.11

Anlage-ABC

So bauen Anleger zielsicher Vermögen auf

Gute Planung ist der halbe Erfolg. Wer glaubt, ohne Vorbereitung auszukommen, ist wie ein Bauherr, der eine Immobilie ohne Bauplan errichten will.

© picture alliance / Arco Images G/Arco Images GmbH
Konstruktion für Hausbau

Wer ein Haus baut, weiß: Die Schritte müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Dieselbe goldene Regel greift beim Aufbau und der Anlage eines Vermögens, denn ohne Plan geht das Vorhaben schief und wird teuer. "Damit das nicht passiert, müssen vor der Entscheidung, Geld zu sparen oder zu investieren, wichtige Fragen beantwortet werden", sagt der unabhängige Vermögensverwalter Andreas C. Müller von der performance IMC AG mit Sitz in Mannheim.

Schritt eins: Ziel(e) klären

Getreu dem Motto "Wer nicht weiß, wohin er will, der kommt auch nicht an" sollte der Anleger auf jeden Fall klären, welche Ziele er verfolgt. "Wer etwa Geld für einen Autokauf in fünf Jahren ansparen will, dem stehen andere Anlageklassen offen, als einem Sparer, der wegen eines unvorhergesehenen Notfalls seinen Notgroschen wieder auffüllen muss", so Müller. Wiederum anders sieht es aus, wenn die private Altersvorsorge im Fokus der Überlegungen steht: Sind es bis zum Ruhestand noch 20 oder mehr Jahre, kann sich ein Anleger auch auf risikoreiche Anlageklassen wie Aktien einlassen.

Schritt zwei: Potenzial bestimmen

Hat sich der Anleger für konkrete Ziele entschieden, steht die Entscheidung an, wie viel Geld in die einzelnen Spar- oder Investitionstöpfe fließen soll. "Das hängt von zwei Dingen ab – zum einen von den Zielen, zum anderen von der Summe, auf die der Anleger beim Konsum verzichten kann", sagt Rolf Kazmaier, Geschäftsführer der SVA Vermögensverwaltung Stuttgart GmbH. Um diese Summe zu bestimmen, ist auf jeden Fall ein Kassensturz geboten.

Dabei sollten Anleger ehrlich mit sich selbst sein: "Wer Posten wie die Berufsunfähigkeitsversicherung vergisst oder sich künftige Ausgaben schönrechnet, verplant Geld, das ihm nicht zur Verfügung steht. Auf Dauer hat man damit keinen Erfolg", so der unabhängige Vermögensverwalter.

Schritt drei: Anlageklassen und Produkte festlegen

Nun steht fest, was gespart oder angelegt werden soll und zu welchem Zeitpunkt welcher Teil dieser Summe benötigt wird. In der Folge geht es darum, die Anlageklassen zu bestimmen und sich für konkrete Produkte zu entscheiden. Ein Beispiel: Ein Anleger mit 160.000 Euro, der 25.000 Euro als dauerhafte flüssige Reserve haben und sich in drei Jahren ein Auto für 35.000 Euro kaufen möchte, sollte die insgesamt 60.000 Euro ohne Risiko festlegen. "Für die Liquidität empfiehlt sich ein Tagesgeldkonto, für den Autokauf etwa Festgeld oder festverzinsliche Wertpapiere", so Vermögensverwalter Müller.

Im konkreten Beispiel sollen die weiteren 100.000 Euro über 20 Jahre so angelegt werden, dass sie für den Ruhestand ein dickes Polster ergeben. "Hier kommt die Risikotoleranz des Anlegers ins Spiel. Wer nicht mehr schlafen kann, wenn das Vermögen, das im Risiko steht, zeitweilig mehr als 20 Prozent verliert, sollte maximal 40 Prozent dieser Summe in Aktien stecken", rät Müller. Denn: Brechen die Aktien, also 40 Prozent des Depots, um 50 Prozent ein, verliert das gesamte Depot 20 Prozent an Wert. In der Tat zeigt die Börsengeschichte, dass breite Aktienmärkte um bis zu 50 Prozent einbrechen können, bevor sie sich wieder erholen. Den Rest der 100.000 Euro würden Kazmaier wie auch Müller für Zinspapiere von Staaten und Industrieunternehmen reservieren.

Schritt vier: Bei der Entscheidung bleiben

Sind die strategischen Entscheidungen einmal getroffen, kommt der schwerste Teil für den Anleger: seiner Entscheidung treu zu bleiben und sie nicht permanent zu hinterfragen. Martin Weber, Professor für Behavorial Finance an der Universität Mannheim, hat mit seinem Team je 20.000 Depots von Männern und Frauen über einen Zeitraum von mehreren Jahren untersucht. Ergebnis: Die Performance von Frauen liegt im Jahr um ein bis zwei Prozentpunkte höher als die von Männern. Dabei hat sich gezeigt, dass Frauen ihr Wertpapier-Portfolio deutlich seltener umschichten als Männer. Offenbar gilt auch bei der Geldanlage die alte Weisheit: In der Ruhe liegt die Kraft.

Schritt fünf: Regelmäßig die Strategie überprüfen

Im Lauf des Lebens ändern sich die Bedürfnisse – und damit auch die Anlageziele. Anleger sollten daher in regelmäßigen Abständen überprüfen (lassen), ob ihre Strategie noch passt. So kann ein Anleger mit 35 oder 40 Jahren eine recht hohe Aktienquote haben, währenddessen ein 55-Jähriger, der rund zehn Jahre bis zum Ruhestand hat, zunehmend konservativer anlegen sollte. Wer sich das allein nicht zutraut, kann die Hilfe eines unabhängigen Vermögensverwalters in Anspruch nehmen.

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