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21.09.10

DAB Bank

Broker zettelt Preiskampf bei Fondssparplänen an

Der Online-Broker DAB Bank fordert die Konkurrenz mit Indexfonds zum Nulltarif heraus. Anleger sparen schnell bis zu 100 Euro im Jahr.

© dab
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Der Online-Broker DAB Bank mischt den Markt für Fondssparpläne auf. Die Münchner bieten ihren Kunden ab sofort Sparpläne auf 66 Indexprodukte der Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers zum Nulltarif an. Die Kooperation, die zunächst auf fünf Jahre angelegt ist, gilt für bestehende und neu abgeschlossene Verträge. "Wir sind die Ersten in Deutschland, die die Gebühren für ETF-Sparpläne abschaffen", sagte Niki Bat, zuständig für den Produktbereich bei der DAB Bank. Wer sich bei dem Online-Broker allerdings für einen Exchange Traded Fund (ETF) eines anderen Anbieters entscheidet, wird auch weiterhin Gebühren zahlen müssen.

Die Deutsche Bank machte denn auch keinen Hehl daraus, dass die Initiative für die Zusammenarbeit von ihr ausging. Das zeigt sich auch daran, zu wessen Lasten die entfallenden Provisionen vor allem gehen sollen. "Wir haben uns mit der DAB Bank auf eine Formel geeinigt, bei der wir den größeren Teil übernehmen", sagte Thorsten Michalik, Leiter db x-trackers. Das Ganze sei ein Marketingschritt und werde in den nächsten Tagen auch noch auf die eigene Schwestergesellschaft, den Deutsche-Bank-Online-Broker Maxblue, ausgeweitet. "Wir wollen Indexfonds auch bei Privatkunden populärer machen", so Michalik. Die Preisspanne zwischen An- und Verkaufskurs sowie die jährliche Verwaltungsgebühr bleiben.

Ansparpläne gelten seit Langem als sinnvoller und effizienter Weg, um langfristig zu sparen. Anleger zahlen dabei regelmäßig einen verhältnismäßig kleinen Betrag in einen Fonds ein. Dank der kontinuierlichen Anlage sammeln sich so mit der Zeit ordentliche Summen für die Altersvorsorge oder gern auch die Ausbildung der Kinder an.

ETFs wurden dafür bislang allerdings eher selten genutzt. Der Hauptgrund: Die großen Filialbanken verdienen an Sparplänen auf klassische Investmentfonds mit aktivem Fondsmanagement schlicht mehr. Doch auch den Online-Banken fällt der Absatz der per festen Raten gefütterten Indexfonds, mit denen sich ein Markt nahezu eins zu eins nachverfolgen lässt, schwer.

Schuld sind die zu hohen Gebühren. So muss ein DAB-Bank-Kunde, der monatlich 50 Euro in einen ETF investiert, bislang 31,50 Euro pro Jahr an Gebühren zahlen (siehe Tabelle). Das macht bei einem eingezahlten Betrag von 600 Euro (12 x 50Euro) im Jahr eine Kostenbelastung von mehr als fünf Prozent. Sie liegt damit höher als bei klassischen Investmentfonds, die im Sparplan mit einem reduzierten Ausgabeaufschlag angeboten werden. Auch Maxblue verlangt bisher zusätzlich zu einem Prozentsatz des Ordervolumens noch ein Fixum. Einige Anleger gingen deshalb dazu über, nicht mehr monatlich, sondern quartalsweise einzuzahlen. Das rechnet sich vor allem für Sparer, die das Risiko streuen wollen und deshalb die Raten auf mehrere Fonds verteilen.

Schwung kam bereits in den vergangenen Wochen in den Markt. Comdirect strich genauso wie Cortal Consors und ING Diba bei seinem Gebührenmodell den pauschalen Anteil und setzt sich mit 1,5 Prozent des Ordervolumens an die Spitze unter den großen Anbietern. Offiziell sehen sich die Quickborner damit auch nach der neuen DAB-Offerte noch nicht unter Zugzwang. Die Konditionen seien bereits "sehr attraktiv", sagte ein Sprecher. Bei Cortal Consors macht man indes keinen Hehl daraus, dass man sich herausgefordert fühlt. "Wir werden unsere Gebühren nun mit Sicherheit diskutieren", sagte ein Sprecher. Bislang gehören Sparpläne mit db-x-trackers-Produkten auch bei den Nürnbergern zu den meistverkauften Produkten. Diese Kunden drohen nun abzuwandern.

Doch das künftige Preisgefüge hängt nicht nur von den Online-Brokern ab, sondern vor allem von den ETF-Anbietern. "Niemand wird der Deutschen Bank freiwillig das Feld überlassen, viele fangen jetzt an zu rechnen", sagt Michalik. Und auch Niki Bat von der DAB Bank sieht die Offensive nur als Anfang. "Ich hoffe, dass auch andere Fondsanbieter nun reagieren."

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