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30.06.10

Bezahlsystem

Sparkassen zeigen EC-Karte ohne Geheimzahl

Revolutioniert das den Einkauf im Supermarkt? Die Sparkassen wollen eine neue EC-Karte einführen, die ohne Geheimzahl und Unterschrift funktioniert.

© dpa-tmn/DPA
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Wer im Supermarkt gerne mit der Kassiererin flirtet, den trifft die Nachricht hart: Bezahlen soll jetzt noch schneller gehen: "kontaktlos". Einfach, indem der Kunde seine EC-Karte auf das Lesegerät legt. Weder die Eingabe der PIN, noch eine Unterschrift sind dann nötig. Die Sparkassen sehen sich hier als Vorreiter. Kunden sollen so aber zunächst nur bis zu einem Betrag von 20 Euro einkaufen können.

Eine Studie des EHI Retail Institut zeigt, dass Kunden im Supermarkt immer seltener Bargeld? zücken. Im vergangenen Jahr fiel der Anteil erstmals unter die 60 Prozent-Marke. Forciert wird das durch Händler wie Edeka oder Lidl selbst. "Bargeld wird für den Handel teurer", sagte Bernd Fieseler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Denn die Bundesbank hat angekündigt, mittelfristig die Hälfte ihres Bargeldrecyclings an einen externen Dienstleister abzugeben und ihre Filialzahl zu reduzieren.

Der Handel hat noch einen anderen Grund: Zahlen mit Karte geht schneller. Damit auch kleine Beträge, die oft noch in bar über die Ladentheke wandern, mit Karte bezahlt werden, kurbelt der DSGV nun die Einführung der kontaktlosen Zahlkarte an. Ab dem kommenden Jahr wollen Sparkassen Geldkarten ausgeben, die bereit für die neue Technik sind. 45 Mio. Sparkassen-Cards stecken in deutschen Portemonnaies – bis 2014 sollen alle ausgetauscht sein.

Beim kontaktlosen Bezahlen wird die Karte nicht eingeführt. Es reicht, sie zwei Zentimeter vor ein entsprechendes Lesegerät zu halten. "Eine versehentliche Abbuchung, etwa weil der Kunde mit dem Bus an einem Geschäft vorbeifährt, ist daher nicht möglich", sagte Wolfgang Adamiok, Direktor Zahlungsverkehr und Kartenstrategie beim DSGV.

Voraussetzung ist zudem, dass die Karte mit einem bestimmten Betrag vorgeladen ist, ähnlich wie es heute schon über die Funktion "Geldkarte" möglich ist. Maximal 20 Euro können Kunden so aufbuchen und dann ohne PIN und Unterschrift bezahlen. "Wenn man die Karte verliert, ist dieses Geld natürlich weg – aber Zugriff auf das Konto ist ohne PIN oder Unterschrift nicht möglich", sagte Fieseler.

Keine Angst müssten Kunden auch um ihre Daten haben, betonte Adamiok. Auf dem Chip seien keine personenbezogenen Informationen gespeichert, die ausgelesen werden könnten. Es ändert sich also nicht viel: Kunden legen die Karte auf ein Lesegerät, statt sie der Kassiererin in die Hand zu drücken – dem Flirt mit ihr steht daher nichts im Wege. Nur etwas schneller muss man sein.

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