Bankberatung
Kunden geben Targo Bank schlechte Noten
Welche Finanzinstitute beraten ihre Kunden gut? Eine Online-Umfrage zeigt, wie sich in Deutschland die Spreu vom Weizen trennt. Äußerst zufrieden sind die Allianz-Kunden mit ihren Beratern. Ganz anders sieht es bei der Targo Bank aus – dort sind einige Kunden regelrecht erbost über die Beratungsleistung.
In manchen Büros von Kreditinstituten und Sparkassen heißen sie immer noch so: AD-Kunden, "alt" und "doof". Dass es diese Kategorie überhaupt gibt, wurde nach dem Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 richtig bekannt, als tausenden von Bank- und Sparkassenkunden gewahr wurde, dass sie Zertifikate der US-Investmentbank Lehman Brothers gekauft hatten. Vor allem älteren Kunden waren diese Papiere empfohlen worden. Es folgten Proteste, Anschuldigungen und Beteuerungen der Finanzindustrie. Doch nicht überall haben sie etwas bewirkt. Manche Berater verstehen sich nach wie vor eher als Verkäufer.
Doch die Spreu trennt sich vom Weizen. Wie eine Bewertungs-Liste des Internetportals WhoFinance zeigt, gibt es bei einigen Kreditinstituten weniger, bei anderen deutlich mehr Grund zur Beanstandung der Beratungsleistung. Bei WhoFinance.de können Kunden ihren Berater direkt bewerten und angeben, ob sie ihn weiterempfehlen würden. Ganz oben auf dieser Empfehlungsliste steht nun schon seit geraumer Zeit die Berater-Truppe der Allianz. Auf dem zwölften Platz dagegen haben sich Mitarbeiter der Targobank, vormals Citibank, festgesetzt.
Der Sohn einer älteren Targobank-Kundin erbost sich in einem Kommentar zu seiner abgegebenen Bewertung: "Alte Menschen – hütet Euch vor der Citibank!" Die Bank habe seiner 85-jährigen Mutter einen Kredit über 3000 Euro gegeben, obwohl Renten- und Mietbescheinigungen ergeben hätten, dass die Finanzierung nicht sicher gewesen sei. Dann wurde der überforderten Dame zügig hintereinander ein Formular nach dem anderen zur Unterschrift vorgelegt. "Da fiel es der alten Frau nicht auf, dass sie gleich noch einen Bausparvertrag über 30.000 Euro abgeschlossen hatte!"
"Alten Menschen wahllos Produkte zu verkaufen gehört zu den Todsünden der Finanzberatung und führt besonders häufig zu schlechten Bewertungen", sagt Mustafa Behan, Geschäftsführer der Internetplattform. Über 7000 Bewertungen haben sich bereits bei WhoFinance angesammelt. In Hunderten von Städten wurden tausende Berater benotet – ganz gleich ob sie einem Verbund angehören wie Allianz oder MLP oder ob sie selbstständig und unabhängig als freier Honorarberater tätig sind. WhoFinance untersucht die eingegangenen Noten und Kommentare nach Plausibilität und Herkunfts-Server, um auszuschließen, dass sich Berater selbst benoten.
Im Laufe der Zeit wird das Netz der bewerteten Anbieter immer dichter, die Durchschnittsnote, die am Ende für die Rangfolge ausschlaggebend ist, wird immer aussagekräftiger. Da es sich um eine Durchschnittsnote handelt, spielt allein die Größe der Beratertruppe eines Anbieters keine Rolle. So kommt es, dass die Quirin Bank nur zwei Plätze hinter der ungleich größeren Allianz liegt. Eine ausführliche Rangliste nach Einzel-Beratern im Internet zeigt: Ob der Berater unabhängig tätig ist oder bei einem Vertrieb, spielt kaum eine Rolle.
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