Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
23.09.09

Provisionen

Sparen Sie Geld mit unabhängigen Honorarberatern

Das Vertrauen der Bankkunden ist tief erschüttert. Nach der Finanzkrise kommt die Beratungskrise. Zu lange haben Banken auf die Provisionen derer gesetzt, deren Produkte sie verkaufen. Ihnen gegenüber stehen unabhängige Honorarberater: Sie lassen sich von den Kunden bezahlen – und damit fahren alle besser.

© picture-alliance / dpa/KEYSTONE
Falsche Beratung kann schnell teuer werden
Falsche Beratung kann schnell teuer werden

Die Finanzkrise hat das Vertrauensverhältnis zwischen den Banken und ihren Kunden schwer belastet. Bankberater hätten zu oft nur die eigenen Provisionen und die ihrer Bank im Sinn und weniger die Bedürfnisse ihrer Kunden, lautet der Vorwurf. Und die Kosten schlechter Beratung sind enorm: Einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zufolge verlieren Bankkunden aufgrund mangelhafter Finanzberatung jährlich schätzungsweise 30 Milliarden Euro. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner will das mit einem Bündel von Maßnahmen ändern.

Unabhängige Honorarberatung stärken

Zum einen appelliert Aigner an die Banken, die Beratung nicht mehr an die Mitarbeiterprovisionen zu koppeln. Zum anderen sollen Honorarberater gestärkt werden. Damit will die Bundesregierung auch den Vorsprung einholen, den andere europäische Länder bei der Begrenzung der Provisionsberatung haben. Honorarberater nehmen vom Kunden eine Gebühr für ihre Beratungsleistung. Erstmal stutzt da jeder Verbraucher. Denn er ist es gewöhnt, "kostenlos" von seiner Bank beraten zu werden. Warum also für etwas bezahlen, was er auch umsonst bekommen kann? Doch kostenlos ist die Beratung der Bank in Wirklichkeit ja keineswegs, nur kennt der Bankkunde die Kosten meist nicht. Die Managementgebühren von zwei Prozent und mehr oder Ausgabeaufschläge von drei bis fünf Prozent des eingesetzten Kapitals bei Fondsprodukten sind dabei den wenigsten bewusst – ganz zu schweigen von den Kosten, die durch eine falsche Beratung entstehen.

Provisionen gehen an den Kunden

Honorarberater dagegen werden nach einem vorher vereinbarten Stundensatz oder einem Prozentsatz vom Gewinn bezahlt. Erhält der Honorarberater vom Produktanbieter Provisionen, Ausgabeaufschläge oder Rückvergütungen, die so genannten Kick-Backs, zahlt er sie an die Kunden zurück. Der gravierende Unterschied zu Finanzdienstleistern ist also, dass Honorarberater unabhängig beraten. "Finanzdienstleister verdienen ihr Geld durch die Produktvermittlung, Honorarberater mit ihrem Knowhow", sagt Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbundes Deutscher Honorarberater (VDH).

Der Gang zum Honorarberater lohnt sich im Grunde für jeden, der Versicherungen oder Kapitalanlagen besitzt oder benötigt. Teurer als Bankberatung ist die Honorarberatung letztlich nicht – nur dass die Kosten nicht versteckt sind beim Kauf der Produkte, sondern transparent sind. Die Bankberatung ist nur scheinbar kostenlos, denn über die Produkte holt sich das Geldinstitut seine Provisionen – und das nicht immer zum Wohl der Kunden, wie die Finanzkrise offenbarte. Wer lediglich nur Informationen zur Riesterrente oder zur Abgeltungssteuer braucht, ist auch bei den Verbraucherzentralen gut aufgehoben. Denn Honorarberater nehmen einen Stundensatz zwischen 100 und 150 Euro.

Banken reagieren

Auch Banken reagieren inzwischen auf den Vertrauensverlust ihrer Kunden. So setzt etwa die Berliner Quirin Bank auf reine Honorarberatung. Das Institut schüttet alle offenen und verdeckten Provisionen an seine Kunden aus, diese bezahlen im Gegenzug für die Beratung. Auch die Institute Cortal Consors und Comdirect wollen demnächst auf Honorarberatung umstellen.

Nicht jeder, der sich Honorarberater nennt, ist aber auch wirklich einer. Die Grenzen sind häufig fließend. Hier sollte man darauf achten, dass sich der Berater nicht als Vermittler von provisionspflichtigen Versicherungen entpuppt. Honorartarife dürften keine Provisionen, Ausgabeaufschläge oder provisionsabhängige Verwaltungskosten enthalten, sagt VDH-Geschäftsführer Rauch. In jedem Fall sollte man sich eine Qualifikation, etwa einen Fachwirt oder einen vergleichbaren Abschluss zeigen lassen.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Krebs
Impfung gegen Krebs

Forscher wollen Tumore künftig mit Vakzinen besiegen.

Video Nachrichten mehr
Kenia Explosion erschüttert Einkaufzentrum in Nairobi
Großrazzia Polizei verhaftet italienische Fußballprofis
Filmpreis Haneke mit "Goldener Palme" in Cannes…
Sicherheitsrat UN verurteilt Massaker in Syrien
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Berlin

Bunter Straßenumzug zum 17. Karneval der Kulturen

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote