24.02.13

Arbeitsrecht

Besteht ein Recht auf ein drittes Jahr Elternzeit?

Eltern müssen bei Antragstellung auf Elternzeit ihren Arbeitgebern mitteilen, wie lange sie zunächst Auszeit nehmen möchten. Wollen sie um ein drittes Jahr verlängern, ist einiges zu beachten.

Von Ann-Charlotte Ebener
Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Eine Familie mit einem Baby: Wer es sich leisten kann, kann seine Elternzeit verlängern
Eine Familie mit einem Baby: Wer es sich leisten kann, kann seine Elternzeit verlängern

Arbeitnehmer haben Anspruch auf Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Bei erstmaliger Antragstellung müssen Mitarbeiter dem Arbeitgeber mitteilen, in welchem Zeitraum innerhalb der ersten zwei Jahre sie Elternzeit nehmen möchten. Entscheiden sie sich später, auch das dritte Jahr der Elternzeit zu nehmen, müssen Mitarbeiter den Antrag spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich stellen.

Die Elternzeit kann mit einem Antrag auf Teilzeitarbeit im Umfang zwischen 15 und 30 Wochenstunden verbunden werden. Dies gilt nur, wenn das Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt und dem Teilzeitwunsch keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen. Ein Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit besteht nur zweimal während der Elternzeit.

Wer das dritte Jahr der Elternzeit beantragt, sollte beachten, dass auch für den Teilzeitwunsch die Frist von sieben Wochen gilt, auch wenn es sich um die Fortsetzung der bisher geltenden Teilzeitregelung handelt.

Achtung bei Teilzeitregelungen

Hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Teilzeit in den ersten zwei Jahren geeinigt, steht einem erneuten Teilzeitwunsch auch dann nichts im Wege, wenn bereits zwei unterschiedliche Teilzeitregelungen vorausgegangen waren.

Einvernehmliche Elternteilzeitregelungen sind nicht auf den Anspruch auf zweimalige Verringerung der Arbeitszeit anzurechnen. Dies hat das Bundesarbeitsgericht zuletzt entschieden (AktZ 9 AZR 461/11).

Der Arbeitgeber kann den Teilzeitwunsch im dritten Jahr allerdings aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. Die Autorin ist Partnerin in der Kanzlei Schmalz Rechtsanwälte.

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