17.01.2013, 06:54

SPD-Pläne Steinbrück will Dispo-Zins gesetzlich beschränken


Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, will den Dispo-Zins in Deutschland deckeln

Foto: Nigel Treblin / dapd

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, will den Dispo-Zins in Deutschland deckeln Foto: Nigel Treblin / dapd

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück macht Front gegen zu hohe Dispo-Zinsen. Sollte sich die SPD mit ihrer Initiative durchsetzen, wäre derzeit bei knapp acht Prozent Dispo-Zins Schluss.

Die hohen Dispo-Zinsen vieler Banken sind ein Dauerärgernis für deutsche Verbraucher. Nun plant die SPD die Zinsen für überzogene Girokonten per Gesetz deckeln. Die Partei fordere eine Regelung, nach der es "maximal einen Aufschlag von höchstens acht Prozentpunkten auf den Basiszinssatz der Bundesbank" geben dürfe, berichtete die "Bild" unter Berufung auf ein internes SPD-Positionspapier.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück empört sich in der Zeitung: "Obwohl sich die Banken bei der Europäischen Zentralbank derzeit für nur 0,75 Prozent so günstig Geld leihen können wie nie, verlangen sie bis zu 15 Prozent Zinsen für einen einfachen Überziehungskredit!" Und er legt noch nach: "Das ist Wucher."

Durchschnittlicher Dispozins bei 11,06 Prozent

Der Basiszinssatz der Bundesbank ist automatisch an den Leitzins der Europäischen Zentralbank gekoppelt. Er liegt aktuell mit minus 0,13 Prozent sogar im negativen Bereich. Käme das geforderte Gesetz zur Anwendung, dürften Banken aktuell höchstens 7,87 Prozent für die Überziehung des Kontos verlangen.

Innerhalb der letzten zwölf Monate ist der durchschnittliche Dispo-Zins in Deutschland nur leicht zurückgegangen. Nach Berechnungen des Verbraucherportals Biallo liegt der durchschnittliche Dispozins in Deutschland derzeit bei 11,06 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten ist das der Tiefststand. Das Hoch lag bei 11,88 Prozent.

Die derzeitige Bundesregierung lehnt eine gesetzliche Obergrenze bislang strikt ab. Das hatte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner im Oktober zuletzt bei einem Treffen mit der Kreditwirtschaft deutlich gemacht.

(dapd/dma)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter