10.01.13

Geld

So sehen die neuen Fünf-Euro-Scheine aus

Ab Mai gibt es neue Fünf-Euro-Banknoten. Die Scheine sollen sicherer sein. Doch das ist nicht alles, was sich ändert.

Foto: dpa
Neue 5-Euro-Banknote wird vorgestellt
Die neue 5-Euro-Banknote wurde im Archäologischen Museum in Frankfurt am Main (Hessen) vorgestellt

Er zückte einen Stift, schritt an die Ausstellungswand und setzte seine Unterschrift auf den Schein – so präsentierte Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, am Donnerstag in Frankfurt das erste Exemplar der neuen Euro-Scheine, die ab 2. Mai in der Euro-Zone in Umlauf gebracht werden.

Den Beginn macht dabei die Fünf-Euro-Note. Es folgen nach und nach in aufsteigender Reihenfolge die weiteren runderneuerten Scheine. Eine der offensichtlichsten Veränderungen ist, dass darauf erstmals ein Gesicht zu sehen sein wird. Es gehört einer Persönlichkeit der Antike: Europa, jene Gestalt der griechischen Mythologie, auf die letztlich der Name des Kontinents zurückgeht. Künftig wird sie im Wasserzeichen und im Hologramm der europäischen Banknoten zu sehen sein. Vorbild dafür war eine Abbildung, wie sie auf einer rund 2000 Jahre alten Vase erscheint, die im Pariser Louvre steht.

Wert legt die EZB vor allem auf die neuen Sicherheitsmerkmale – "noch sicherer" sollen die Scheine nach Draghis Worten werden. So sind im silbernen Streifen, den jede Banknote enthält, bisher beim Kippen ein Euro-Zeichen und der Wert des Scheins zu sehen. Künftig wechseln sich darauf das Porträt von Europa, das Fenster des auf dem Schein zu sehenden Gebäudes sowie die Wertzahl des Geldscheins ab. Außerdem wird künftig der aufgedruckte Wert auf dem Schein, also beispielsweise die große Zahl "5", die Farbe von Smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man die Banknote etwas neigt.

Nicht-Euro-Staaten schon vertreten

Die neuen Sicherheitsmerkmale basieren auf den neuesten technologischen Möglichkeiten, die das Fälschen der Banknoten noch schwieriger machen sollen. Notwendig wird dies auch vor dem Hintergrund der jüngsten Falschgeldzahlen der Bundesbank. Demnach ist die Zahl der Blüten, die von ihr aus dem Verkehr gezogen wurden, 2012 um 6,4 Prozent auf rund 41.500 Stück gestiegen. Unverändert bleiben dagegen die grundlegenden Motive der Scheine: Weiterhin werden Brücken und Gebäude dominieren, die es allesamt real nicht gibt – sie stehen für europäische Baustile verschiedener Epochen.

Es gibt jedoch einige kleine, aber durchaus bedeutsame Veränderungen. Die bisher rechts oben stehende Wertzahl rutscht in die Mitte des Scheins, die Weißfläche am linken Rand verschwindet. Zudem werden die fünf Kürzel für die Europäische Zentralbank, die bisher am oberen Rand der Geldscheine aufgeführt sind, an den linken Rand verschoben und dabei ergänzt. Bisher steht dort BCE, als Abkürzung in verschiedenen romanischen Sprachen gebräuchlich (zum Beispiel Französisch oder Italienisch), ECB (Niederländisch, Slowakisch), EZB (Deutsch), EKP (Finnisch, Estnisch) sowie EKT (Griechisch). Nun kommen vier weitere Abkürzungen hinzu, eine Kyrillische für Bulgarien sowie die polnische, ungarische und maltesische Variante – und das, obwohl bis auf Malta all diese Länder bisher nicht Mitglied der Euro-Zone sind.

Die Gestaltung der Euro-Scheine orientierte sich jedoch von Anfang an nicht daran, wer bereits Mitglied ist. Denn laut EU-Vertrag sind alle Mitgliedsstaaten zur Einführung des Euro verpflichtet, sobald sie die Kriterien dafür erfüllen. Davon ausgenommen sind nur Großbritannien, Dänemark und Schweden, die für sich Sonderbedingungen aushandelten. Auf den Scheinen sind folglich alle EU-Mitglieder repräsentiert, nicht nur die Euro-Staaten.

Daher kommen nun Hinweise auf jene Länder hinzu, die bisher nicht vertreten waren, weil sie zum Zeitpunkt der Euro-Einführung noch nicht EU-Mitglied waren. Aus dem gleichen Grund wird auch das Wort "EURO" neben den Wertzahlen künftig in drei Versionen erscheinen – in lateinischen, griechischen und kyrillischen Buchstaben ("EBPO"). Die neuen Euro-Noten halten also weiterhin das Prinzip hoch, dass der Euro grundsätzlich die Währung für alle EU-Mitglieder werden soll. Gestalterisch haben sie eine mögliche Erweiterung der heutigen Euro-Zone daher bereits vorweggenommen. Für Bulgarien, Ungarn, Polen und all die anderen Noch-nicht-Euro-Staaten wird der rote Teppich in Form der Banknoten nochmals ausgelegt.

Doch die bisherige Euro-Welt bleibt den Verbrauchern erhalten, denn die alten Euro-Noten bleiben zunächst weiterhin in Umlauf und werden erst später nach und nach aus dem Verkehr gezogen. Und erst noch viel später sollen sie ihre Gültigkeit verlieren. Ihren Wert immerhin werden die alten Noten aber selbst dann behalten. Schon im November hatte EZB-Präsident Draghi dies zugesichert. Selbst nach Ablauf der Gültigkeit werden Verbraucher dann alte Euro-Scheine bei einer Notenbank umtauschen können.

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
title
Aktualisiert vor 2 MinutenLiveblog
Obama in Berlin – Obama redet am Brandenburger Tor

US-Präsident Barack Obama, Ehefrau Michelle und die Töchter Sasha und Malia sind in Berlin. Ihre Nacht im Hotel Ritz-Carlton ist vorbei. Nun absolvieren sie ein eng getaktetes Programm. Der Liveblog. mehr...

Brandenburg Gate, Berlin, Germany, Europe
14:55Obama in Berlin
Pariser Platz – die Bühne der Präsidenten in Berlin

Von Napoleon bis Chruschtschow, von Kennedy bis Clinton: Seit 200 Jahren inszenieren sich am Brandenburger Tor Besatzer und Besucher. Nun kommt US-Präsident Barack Obama. mehr...

Obama in Berlin
14:40Obama in Berlin
Michelle Obama und die Farben des Sommers - eine Stilkritik

Besonders Michelle Obama zieht mit ihrem Outfit die Blicke auf sich. Ihre Töchter Sasha und Malia stehen ihr da in nichts nach. Wir zeigen, wie stylish der Berlin-Ausflug der Präsidentenfamilie ist. mehr...


Merkel bei der Pressekonferenz: „Das Internet ist für uns alle Neuland“
15:11Reaktionen im Web
Barack Obama in Berlin - Angela Merkel im #Neuland

"Das Internet ist für uns alle Neuland", hat Angela Merkel bei der Pressekonferenz mit Barack Obama gesagt. Das sorgt für Spott im Netz: #Neuland wurde schnell zum Top-Schlagwort bei Twitter. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
Berlin-Besuch Absperrungen und Hitze am Brandenburger Tor
Deutschland-Besuch Familie Obama zu Gast in Berlin
Berlin-Besuch Obama von Bundespräsident Gauck empfangen
Berlin US-Präsident Obama erreicht das Ritz-Carlton
 
Top Bildershows mehr
US-Präsident

Barack Obama und sein Tag in Berlin

Eigenes Programm

First Lady Michelle Obama in Berlin

First Lady

Das ist die Stilikone Michelle Obama

Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote