05.01.13

Zertifikate

Peugeot und Fiat versprechen Gewinne

In den ersten drei Monaten eines neuen Jahres investieren Profis verstärkt in Branchen, die schon im Vorjahr stark waren. Einige Werte haben noch klar Nachholbedarf an der Börse.

Von Thomas Koch
Foto: Infografik Die Welt

Europas „Nachholkandidaten“ an der Börse
Europas "Nachholkandidaten" an der Börse

Das Jahr 2012 ist an den Aktienmärkten unter dem Strich besser gelaufen als von den meisten Marktteilnehmern erwartet. Besonders gut haben sich die deutschen Indizes geschlagen. Aber auch europaweit ging es klar nach oben. Der breit gefasste Stoxx-Europe-600, der Aktien aus insgesamt 18 europäischen Ländern umfasst, konnte im abgelaufenen Jahr eine Wertentwicklung von gut 14 Prozent erzielen.

Doch nicht bei allen Sektoren knallten zum Jahresende die Sektkorken. Beim Blick auf die Performance der einzelnen Branchen-Indizes verbuchten Energieversorger, Telekommunikations-Titel und die Aktien aus der Öl- und Gas-Industrie aufs Gesamtjahr gesehen sogar Verluste. Größte Gewinner mit Pluszeichen von jeweils rund 30 Prozent waren hingegen die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern, die Versicherungsbranche sowie Aktien der "Reise und Freizeit"-Unternehmen.

Der Rückblick auf das abgelaufene Jahr ist aber nicht nur für die Statistik von Bedeutung. Die Daten sollten vielmehr auch in die Überlegungen von Anlegern einbezogen werden, die sich zu Jahresbeginn neu positionieren wollen. Denn zumindest in den ersten drei Monaten eines neuen Jahres kaufen die Profis vor allem Aktien aus den Branchen, die auch im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gut gelaufen sind. Konkret wird also auf eine Fortsetzung der relativen Stärke einzelner Sektoren gesetzt.

Experten setzen auf Top-Branchen des Vorjahrs

Die Analysten von HSBC Trinkaus haben dieses Phänomen etwas genauer unter die Lupe genommen und nach Analyse der historischen Daten die dazu passenden Anlagestrategien entwickelt. Demnach hätte es sich in der Vergangenheit mehrfach gelohnt, von Anfang Januar bis Ende März ausschließlich auf die drei besten Branchen des zu Ende gegangenen Jahres zu setzen. Zwischen 2002 und 2009 konnte mit diesem klassischen Momentum-Ansatz in acht der neun Startquartale eine bessere Performance als beim Gesamtindex realisiert werden.

In den vergangenen drei Jahren war diese Strategie allerdings nicht mehr so erfolgreich. Dafür haben die Analysten aber noch eine weitere potenzielle Erfolgsstrategie für den Jahresauftakt ausfindig gemacht. So haben sich in den ersten drei Monaten eines neuen Jahres nämlich vor allem diejenigen Aktien der drei Top-Branchen am Besten entwickelt, die im Jahr zuvor relativ schwach abgeschnitten hatten. Der Momentum-Ansatz kann damit also noch etwas modifiziert werden. Begründen könnte man diese Entwicklung mit dem viel zitierten Nachholbedarf, den die eher schwachen Werte im Vergleich zu den besser gelaufenen Aktien derselben (weiterhin von den Finanzprofis favorisierten) Branche besitzen.

Strategie zuletzt meist aufgegangen

Lediglich zwei Mal in den vergangenen elf Jahren hätten Anleger mit diesem aus neun Werten bestehenden Aktienpaket Verluste eingefahren. In den letzten neun Jahren wäre zudem immer eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt und auch gegenüber dem klassischen Momentum-Ansatz generiert worden. Besonders eindrucksvolle Ergebnisse zeigen sich seit 2009 mit jährlichen Gewinnen zwischen acht und gut zehn Prozent, obwohl der Stoxx-600 in diesen Phasen zum Teil sogar deutliche Verluste einfuhr.

Wer diese langjährige Erfolgsstrategie ausprobieren möchte, der muss sich jetzt ein Paket aus folgenden Aktien schnüren:Peugeot (WKN: 852363), Fiat (WKN: 860007) und Rheinmetall (WKN: 703000) aus der Automobilbranche, Storebrand (WKN: 867218), Mapfre (WKN: A0LCRN) und Delta Lloyd (WKN: A0YC08) aus dem Versicherungssektor sowie Firstgroup (WKN: 896516), Bwin.Party Digital Entertainment (WKN: A0MV75) und die griechische Opap (WKN: 765974) aus dem "Reise & Freizeit"-Sektor.

Da es bei vielen dieser in Deutschland zum Teil eher unbekannten Titel keine oder nur mit unattraktiven Konditionen versehene Produkte gibt, bietet sich in diesem Fall tatsächlich der Direkterwerb der neun einzelnen Aktien an. Bezüglich der Kosten (Gebühren und Spread) ist bei den Titeln außerhalb des Euro-Raums zu prüfen, ob der Kauf an einer deutschen oder der jeweiligen Heimatbörse günstiger ist.

Größere Chancen mit gehebelten Papieren

Anleger, die alternativ oder zusätzlich den klassischen Momentum-Ansatz "spielen" und auf die drei Top-Branchen setzen wollen, können neben klassischen Index-Trackern wie Exchange Traded Funds (ETF) oder Partizipations-Zertifikaten wahlweise auch in gehebelte Knock-out-Produkte investieren. Diese zum Beispiel als Mini Futures angebotenen Scheine beziehen sich dann zwar auf den reinen Preis-Index (ohne Berücksichtigung der Dividenden), was bei langfristigen Investments einen erheblichen Nachteil bedeuten würde.

Bei einer rein auf das erste Quartal bezogenen Strategie spielt das aber keine wirklich bedeutende Rolle. Angeboten werden diese Schein mit unterschiedlichsten Hebelgrößen zurzeit von der Commerzbank und in Einzelfällen auch von der Royal Bank of Scotland (RBS).

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