02.01.13

Investment-Legende

Warren Buffett stellt S&P-500 in den Schatten

Die Klasse-A-Aktien von Berkshire Hathaway legten 2012 rund 17 Prozent zu. Vor allem mit seinen Investments in Finanztitel hat der konservative Star-Investor erneut auf das richtige Pferd gesetzt.

Foto: Infografik Die Welt

Mit diesem Kursverlauf können die Aktionäre von Berkshire Hathaway zufrieden sein
Mit diesem Kursverlauf können die Aktionäre von Berkshire Hathaway zufrieden sein

Ohne einen größeren Zukauf hat die Investmentholding Berkshire Hathaway des legendären Milliardärs Warren Buffett im abgelaufenen Jahr den US-Benchmarkindex S&P 500 deutlich geschlagen. Dabei halfen insbesondere die lukrativen Beteiligungen an den Finanzriesen Wells Fargo, Bank of America und American Express. Entsprechend äußern sich die Investoren sehr zufrieden mit den außerordentlichen Leistungen und dem Instinkt der teils neuen Investmentmanager von Berkshire. Zu dem guten Ergebnis trägt auch das erhöhte Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens bei.

Die so genannten Klasse-A-Aktien haben im Verlauf des letzten Jahres um 17 Prozent zugelegt und damit die 13 Prozent des breit aufgestellten US-Aktienindex S&P 500 klar übertroffen. Buffett hat dem Unternehmen mit Sitz in Omaha im Bundesstaat Nebraska allerdings zur Leistungsmessung seinen favorisierten Parameter verordnet – die Entwicklung des Buchwertes je Aktie. Auch hier schnitt Berkshire bestens ab. Der Buchwert sämtlicher Beteiligungen abzüglich der Verschuldung hat sich seit den 60er-Jahren, als Buffett das Unternehmen zu kontrollieren begann, mehr als verfünftausendfacht.

Investmentlegende nimmt Buchwert als Messlatte

"Wenn man alles zusammennimmt, so ergibt sich ein sehr angenehmes Bild", sagte Berkshire-Aktionär und Finanzbuchautor Jeff Matthews. In seinem Buch "Warren Buffett's Successor: Who It Is And Why It Matters" beschäftigt er sich mit der Nachfolgefrage bei Berkshire. Buffett, auch genannt das "Orakel von Omaha" ist mittlerweile 82 Jahre alt.

Im Februar, wenn traditionell von Buffett bei der Vorlage der Jahreszahlen Bilanz gezogen wird, hatte er die Entwicklung des Buchwertes je Aktie als wichtigsten Parameter genannt und das Ziel ausgegeben, dass er sich besser entwickeln solle als im S&P 500. Geschätzt wurde der Wert für den 31. Dezember von Analyst Meyer Shields von Stifel Nicolaus & Co. auf 113.579 Dollar je Aktie, woraus sich für Berkshire Hathaway eine jährliche Wachstumsrate in den letzten fünf Jahren von 7,8 Prozent ergäbe. Der S&P 500 kommt im gleichen Zeitraum lediglich auf 1,7 Prozent einschließlich Dividenden.

Bei Bank of Amerika könnten Milliarden rausspringen

Zu diesem Ergebnis trug das Aktienportfolio von Berkshire im Volumen von 88 Milliarden Dollar bei. So hatten die Aktien von Wells Fargo und von American Express, die zu den größten Investments der Holding zählen, beide mit einem Wachstum von mehr als 20 Prozent den S&P 500 jeweils deutlich geschlagen.

Buffett hatte in den vergangenen Jahren seine Anlageerträge mit Beteiligungen an Unternehmen wie Goldman Sachs Group und General Electric steigern können, und zwar selbst in Zeiten nachlassenden Investorenvertrauens. Zuletzt setzte Berkshire auf die Aktienkursentwicklung der Bank of America und wendete zum Einstieg fünf Milliarden Dollar auf. Herausspringen könnten nun im Gegenzug Milliardenerträge.

Auch neue Fondsmanager am Erfolg beteiligt

Der Aktienkurs des Kreditinstituts hat sich im vergangenen Jahr auf 11,61 Dollar verdoppelt. Vorstandschef Brian T. Moynihan hatte das Kapital gestärkt und zugleich die Kosten gesenkt. Buffett investierte im August 2011 in Vorzugsaktien, die ihm eine Dividende von sechs Prozent jährlich sichern und erhielt außerdem die Option, über zehn Jahre 700 Millionen Aktien zu 7,14 Dollar je Stück zu kaufen. Alleine die Ausübung dieser Optionen hätte zum Jahresende 2012 mehr als drei Milliarden Dollar Gewinn eingebracht.

Auch zwei neue Investment-Verantwortliche haben bei Berkshire mit ihren Entscheidungen zur erfreulichen Bilanz des Jahres 2012 beigetragen. So stießen die ehemaligen Hedgefondsmanager Todd Combs und Ted Weschler bereits im Jahr 2010 zum Unternehmen. Buffett wollte sich zuletzt auf die großen Investments konzentrieren und die Betreuung kleinerer Transaktionen seinen Angestellten überlassen. Dazu zählten etwa Davita HealthCare Partners, Phillips 66 und Liberty Media. Alle diese Unternehmen wiesen 2012 eine Kurswertsteigerung um jeweils mehr als 45 Prozent aus.

Selbst ältere Beteiligungen von Berkshire Hathaway erwiesen sich weiter als lukrativ. So stieg der Gewinn der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe in den ersten neun Monaten 2012 im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 2,44 Milliarden Dollar, und zwar ungeachtet der insgesamt sinkenden Kohletransporte in der Branche.

Quelle: Bloomberg/ww
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