22.12.12

Schein-Welt

Diese Länder zahlen mit göttlichen Banknoten

Dass die USA auf ihren Geldscheinen ihr Vertrauen zu Gott ausdrücken, ist bekannt. Aber auch andere Länder drucken Bibel-Sprüche auf ihre Banknoten. Das ist allerdings nicht unumstritten.

Von Frank Stocker
Foto: picture alliance / dpa

„In God we trust“ steht auf einer US-Dollarnote
"In God we trust" steht auf einer US-Dollarnote

Es weihnachtet. Für die einen ein großes Fest, für die anderen ein Tag wie jeder andere. Und der Staat verhält sich zur Religion aus guten Gründen neutral. Doch nicht überall. In einigen Ländern lässt er ein religiöses Bekenntnis auf die Geldscheine drucken.

Bekanntes Beispiel sind die USA, auf deren Banknoten auf der Rückseite der Slogan "In God we trust" prangt: Auf Gott vertrauen wir. Üblich ist dies allerdings erst seit 1956, auch wenn das Motto auf den Münzen davor schon jahrzehntelang üblich war.

Zu Zeiten des Kalten Krieges glaubten die US-Politiker jedoch ein klares Zeichen der Gegnerschaft zu den gottlosen Kommunisten setzen zu müssen, sodass seither der Spruch auch auf den Scheinen zu finden ist.

Brasilien: "Gott sei gepriesen"

Wesentlich neuer als in den USA ist der Gottesbezug auf den brasilianischen Real-Scheinen. "Deus seja louvado" steht dort: Gott sei gepriesen. José Sarney, Präsident von 1985 bis 1990 und strenggläubiger Katholik, veranlasste den Aufdruck des Mottos. Doch dies ist bis heute nicht unumstritten.

Erst im November erhob der Generalstaatsanwalt für Bürgerrechte Klage beim Bundesgericht, um die Beseitigung der Worte auf den Geldscheinen durchzusetzen. Man solle sich nur mal vorstellen, darauf würde stehen "Allah sei gepriesen" oder "Buddha sei gepriesen" oder aber "Es gibt keinen Gott", argumentierte er. Sein Antrag wurde jedoch Ende November abgelehnt.

Philippinen: "Glücklich das Volk"

Bis vor die Gerichte ging der Streit auf den Philippinen noch nicht. Dabei ist das Problem dort wesentlich virulenter. Denn im Süden der Inselgruppe gibt es eine starke muslimische Minderheit, und jahrelang versuchten sogar Terrorgruppen die Unabhängigkeit herbeizubomben.

Dennoch führte die Zentralbank erst vor einem Jahr neue Banknoten ein, die nun sogar ein Bibelzitat enthalten: Pinagpala ang bayan na ang diyos ay ang panginoon, zu Deutsch: "Glücklich das Volk, das den Herrn zum Gott hat" (Psalm 33:12). Dennoch gelang vor Kurzem ein Friedensschluss zwischen Regierung und Rebellen. Glücklich ist eben letztlich vor allem jenes Volk, das von Vernunft regiert wird.

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