20.12.2012, 19:25

Libor-Skandal Zwei Banker der UBS in New York angeklagt


Dunkle Wolken über der Zentrale der Schweizer Großbank UBS

Foto: MICHAEL BUHOLZER / REUTERS

Dunkle Wolken über der Zentrale der Schweizer Großbank UBS Foto: MICHAEL BUHOLZER / REUTERS

Von Tina Kaiser

Der Staatsanwalt ermittelt gegen Mitarbeiter der Schweizer Großbank. Die UBS kommt nach der Einigung auf 1,16 Milliarden Euro Strafe nicht zur Ruhe. Auch Hongkong hat einen Anfangsverdacht.

Die Schweizer Großbank kommt trotz des milliardenschweren Vergleichs im Libor-Skandal nicht zur Ruhe: Die Staatsanwaltschaft in New York reichte Klage gegen zwei ehemalige UBS-Händler ein. Gleichzeitig startete die Zentralbank von Hongkong (HKMA) ein Ermittlungsverfahren gegen das Schweizer Institut.

Am Mittwoch hatte sich die UBS mit US-amerikanischen, britischen und Schweizer Bankenaufsichtsbehörden auf eine Strafzahlung von 1,16 Milliarden Euro geeinigt.

Die Klagen gegen den Briten Tom Hayes und den Schweizer Roger Darin wurden beim Bundesgericht in Manhattan eröffnet. Beiden Männern wird Verschwörung vorgeworfen. Hayes wird weiterhin des Betrugs beschuldigt. Gemeinsam mit Händlern anderer Banken soll er sich über die Libor-Kurse illegal abgesprochen haben.

Interbankenkurse wie der Libor werden durch die Angaben von Banken berechnet. Eine Veränderung von wenigen Basispunkten kann bei Derivate-Geschäften über enorme Gewinne oder große Verluste entscheiden. "Lassen Sie sich nicht täuschen.

Ex-Mitarbeiter sollen ausgeliefert werden

Den UBS-Händlern ging es bei der Manipulation des Libor darum, reich zu werden", sagte Staatsanwalt Lanny Breuer bei einer Pressekonferenz in Washington.

Die US-Behörden wollen sich nun um Auslieferungsverfahren für die ehemaligen UBS-Mitarbeiter bemühen. Darin hält sich vermutlich in der Schweiz auf. Dort war er in der Vergangenheit als leitender Angestellter bei der UBS für die Libor-Meldungen verantwortlich.

Hayes wurde bereits in der vergangenen Woche in Großbritannien festgenommen. Der 33-Jährige hatte bis zum September 2009 drei Jahre für die Schweizer Bank in Tokio gearbeitet. Die US-Ermittler beschrieben ihn als einen der erfolgreichsten Yen-Derivate-Händler der Welt. In seiner Zeit bei der UBS soll er für die Bank 178 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet und viele Millionen in Boni eingestrichen haben.

Weitere schlechte Nachrichten gab es für die UBS aus Hongkong. Die Finanzaufsicht HKMA nahm Ermittlungen gegen die Schweizer Bank auf. Es lägen Hinweise vor, dass UBS auch in Hongkong die lokalen Interbankenzinsen manipuliert haben soll.

Es handelt sich dabei offenbar um einen Anfangsverdacht. Ausländische Regulierer hatten die HKMA auf mögliche Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht.

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