19.12.2012, 07:50

Behandlungskosten Kassenpatienten müssen Milliarden Euro zuzahlen

Mi, 19.09.2012, 14.46 Uhr

Die Bundeskabinettsentscheidung zur Erhöhung der Apotheker-Vergütung bedeutet ein Plus in Höhe von 190 Millionen Euro. Zu diesem Anlass hatte sich Gesundheitsminister Bahr einen Überblick verschafft.

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Auf die gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland kommen 2013 laut Bericht Mehrkosten in Milliardenhöhe zu. In diesem Jahr zahlten sie besonders viel bei Medikamenten und Hilfsmitteln zu.

Unabhängig von der Abschaffung der Praxisgebühr müssen die gesetzlich Krankenversicherten einem Bericht zufolge im kommenden Jahr rund 3,5 Milliarden Euro bei Behandlungen zuzahlen.

Wie die "Bild"-Zeitung aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei zudem zitierte, waren die meisten Zuzahlungen im vergangenen Jahr für Medikamente und Hilfsmittel fällig.

Der Linke-Gesundheitspolitiker Harald Weinberg sagte der Zeitung, lediglich die Praxisgebühr abzuschaffen, die bereits ab Januar wegfallen soll, sei reiner Populismus. "Auch die anderen Zuzahlungen haben in der Krankenversicherung nichts zu suchen", fügte er an. So würden diejenigen Patienten bestraft, die sich an die Verordnungen des Arztes hielten.

Lieferengpässe bei Arzneimittelversorgung

Am Vortag war zudem bekanntgeworden, dass es in den Krankenhäusern immer öfter zu Engpässen bei der Versorgung mit Arzneimitteln kommt. In einem Brief an die Politik räumen die großen Arzneiverbände "Lieferschwierigkeiten" ein. Diese könnten "kurzfristig sein und nur wenige Tagen dauern, aber auch längere Zeiträume umfassen". Es sei aber zwischen Liefer- und Versorgungsengpässen zu unterscheiden.

Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) stehen immer häufiger auch lebenswichtige Arzneimittel nicht zur Verfügung. Die Bundesregierung kündigte an, sie wolle Anfang nächsten Jahres mit allen Beteiligten nach Lösungen suchen.

Nebenwirkungen bei Alternativpräparaten

Laut einer Erhebung der DKG unter 100 Krankenhäusern standen innerhalb eines Monats 25 der 400 bis 600 von den Kliniken verwendeten Medikamente nicht zur Verfügung. Dies sei eine relevante Größenordnung. Betroffen seien auch Krebsmittel, Antibiotika sowie Präparate zur Notfallbehandlung etwa nach einem Schlaganfall.

Einem Sprecher zufolge muss daher auf weniger gute Medikamente zurückgegriffen werden. Krebspatienten würden während der laufenden Therapie auf andere Präparate eingestellt, was zu Nebenwirkungen führen könne. Auch könne sich die Umstellung ungünstig auf die Tumorentwicklung auswirken.

Die Politik zeigte sich alarmiert. Ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr sagte, aufgrund der Hinweise von Ärzten, Apotheken und Industrie über Lieferschwierigkeiten hätten bereits Gespräche über Ursachen und Gegenmaßnahmen stattgefunden. Diese würden zu Beginn des nächsten Jahres mit allen Beteiligten fortgesetzt.

(AFP/Reuters/cat)
Fr, 21.09.2012, 12.05 Uhr

Laut britischen Ärzten kann die regelmäßige oder falsche Einnahme von Schmerzmitteln dazu führen, dass die Beschwerden sogar stärker werden.

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