18.12.12

Verpatzter Börsengang

Morgan Stanley zahlt Strafe wegen Facebook-Pannen

Die US-Großbank Morgan Stanley muss wegen der Pannen beim Facebook-Börsengang eine Millionen-Strafe bezahlen. Sie soll den Anlegern sensible Informationen über das Netzwerk vorenthalten haben.

Foto: dpa

Der Börsengang von Facebook wurde von mehreren Pannen begleitet
Der Börsengang von Facebook wurde von mehreren Pannen begleitet

Die Pannen beim Facebook-Börsengang haben für die US-Großbank Morgan Stanley finanzielle Konsequenzen. Der US-Bundesstaat Massachusetts verurteilte das Geldhaus zur Zahlung von fünf Millionen Dollar. Morgan Stanley lehnte ein Schuldeingeständnis ab, stimmte jedoch der Zahlung zu.

Der Vorsitzende der Finanzaufsicht von Massachusetts, William Galvin, begründete die Strafe damit, dass Banker von Morgan Stanley dem sozialen Netzwerk geholfen hätten, sensible Finanzinformationen selektiv zu streuen.

So seien niedrigere Umsatzzahlen nur einigen Analysten und nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Den Investoren sei durch das Vorgehen von Morgan Stanley ein deutlicher Nachteil entstanden, erklärte die Börsenaufsicht.

Citigroup zahlt zwei Millionen Dollar

Der auch von technischen Pannen begleitete Börsengang im Mai hat die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen und ist Gegenstand mehrerer Klagen. Die Citigroup wurde bereits zur Zahlung von zwei Millionen Dollar verurteilt.

Auch die umstrittene Senkung von Geschäftsprognosen durch Banken kurz vor dem IPO steht in der Kritik, weil sie nur an einen ausgewählten Kundenkreis gegangen sein sollen. Im Mittelpunkt des Vorwurfs steht eine Telefonkonferenz mit dem Leiter der Finanzabteilung und den Analysten von Großinvestoren.

Facebook-Aktie abgestürzt

In der Konferenz wurden Umsatzzahlen vorgestellt, die nicht in den Dokumenten genannt wurden, die Facebook eine Woche vor dem Börsengang bei der Börsenaufsicht einreichte. Die Zahlen waren niedriger als von vielen Analysten erwartet.

Die Facebook-Aktie war nach ihrer mit großer Euphorie erwarteten Erstnotiz schon bald wegen aufkommender Zweifel an den Geschäftsaussichten abgestürzt.

Quelle: Reuters/dapd/cat
Quelle: dapd
22.11.2012 0:46 min.
Facebook schränkt die Mitbestimmung seiner Nutzer weiter ein. Mitglieder des sozialen Netzwerks sollen über Regeln, die ihre Privatsphäre betreffen, nicht mehr abstimmen können.
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