06.12.2012, 14:05

Geldpolitik EZB belässt Leitzins in Euro-Zone auf Rekordtief


Der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: Die Währungshüter halten den Leitzins konstant

Foto: Boris Roessler / dpa

Der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: Die Währungshüter halten den Leitzins konstant Foto: Boris Roessler / dpa

Die Konjunktur in der Euro-Zone ist in die Rezession gestürzt, doch die Europäische Zentralbank hält die Füße still. Der Leitzins in der Währungsunion bleibt auch weiterhin bei 0,75 Prozent.

Die Zinsen im Euro-Raum bleiben auf Rekordtief. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins bei 0,75 Prozent. Von einem weiteren Schritt nach unten sahen die Währungshüter bei ihrer Sitzung trotz der schwächer werdenden Konjunktur weiterhin ab.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte kürzlich betont, das Vertrauen von Investoren in den Euro-Raum kehre allmählich zurück. Nach seiner Überzeugung trug dazu auch der Kurs der Notenbank bei. Die EZB versorgt nicht nur seit Monaten Banken mit extrem billigem Geld. Sie bekräftigte auch mehrfach ihre Bereitschaft, notfalls unbegrenzt Anleihen klammer Euro-Staaten wie Spanien aufzukaufen.

Euro-Wirtschaft in der Rezession

Damit liegt der Ball aus Sicht der Währungshüter wieder im Feld der Politik. Reformen in den Krisenländern und in der Europäischen Union als Ganzes müssten vorangetrieben werden, forderte Draghi.

Allerdings steckt die Wirtschaft der Euro-Zone in der Rezession, die Arbeitslosenzahlen schnellten in manchen Ländern dramatisch in die Höhe. Dass zudem die Inflation auf dem Rückzug ist, spricht für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Jedoch ist vor allem in Deutschland die Sorge groß, dass das die Inflation anheizen könnte.

Unternehmen halten Investitionen zurück

Es gilt zudem als ungewiss, ob eine weitere Zinssenkung überhaupt die schwache Konjunktur in den europäischen Krisenstaaten ankurbeln würde. Eigentlich führen niedrigen Zinsen zur Vergabe von mehr Krediten.

Solange Unternehmen und Privatleute aber unter der Unsicherheit leiden, wie es mit dem Euro weitergeht, halten sie sich mit Investitionen, Einkäufen und Bauvorhaben zurück.

(Reuters/dpa/cat)
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