05.12.12

Banken

Neuer Citigroup-Chef streicht 11.000 Stellen

In der Bankbranche weht momentan ein schneidender Wind: Die Bank of America kappt 30.000 Jobs, bei der UBS fallen 10.000 Stellen weg, auch andere bauen ab. Nun kommt es bei der Citigroup zum Knall.

Foto: AFP

Das Logo der Citigroup. Die Großbank streicht tausende Stellen
Das Logo der Citigroup. Die Großbank streicht tausende Stellen

Die Luft für Banker wird dünner: Die Citigroup streicht im Rahmen eines groß angelegten Umbaus 11.000 ihrer zuletzt insgesamt 262.000 Jobs. Das soll die Kosten senken und die Bank im rauen wirtschaftlichen Umfeld wettbewerbsfähiger machen. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter im Privatkundengeschäft, aber auch zahlreiche Investmentbanker.

Dutzende Filialen rund um den Globus schließen, wie die Citigroup bekannt gab. Das Privatkundengeschäft in Pakistan, Rumänien, der Türkei, Paraguay und Uruguay soll entweder verkauft oder deutlich gestutzt werden. Aus dem deutschen Privatkundengeschäft hatte sich die Citigroup schon in der Finanzkrise vor vier Jahren zurückgezogen.

"Diese Aktionen sind die logischen nächsten Schritte beim Wandel der Citigroup", sagte der neue Konzernchef Michael Corbat in New York. Er ist keine zwei Monate im Amt und hat in dieser Zeit eine ganze Reihe an Bereichen ausgemacht, die seiner Meinung nach zu wenig abwerfen. Er will die Citigroup nun schlanker aufstellen.

Citigroup - einst der Stolz der Wall Street

Die Citigroup galt wegen ihrer breiten weltweiten Aufstellung einst als Stolz der Wall Street. Doch in der Finanzkrise musste der Staat die Bank stützen. Die Citigroup musste große Teile ihres Geschäfts abstoßen, um wieder auf die Beine zu kommen. Bis heute hinkt sie in Sachen Gewinn aber ihren großen Rivalen wie JPMorgan Chase oder Wells Fargo hinterher.

Die Stellenstreichungen werden die Bank im vierten Quartal etwa eine Milliarde Dollar (760 Mio. Euro) vor Steuern kosten; weitere 100 Millionen Dollar fallen in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an. Dem stehen erwartete Einsparungen von 900 Millionen Dollar im kommenden Jahr und mehr als 1,1 Milliarden Dollar in den Folgejahren gegenüber. Die Börsianer freute die Aussicht: Die Aktie stieg im frühen New Yorker Handel um vier Prozent.

Bereits der heimische Rivale Bank of America hatte den Abbau von 30.000 Jobs angekündigt und will dadurch Milliarden einsparen. Auch andere Institute reduzieren ihr Personal, weil das Geschäft in der Schuldenkrise lahmt und zudem strengere gesetzliche Auflagen den geschäftlichen Spielraum der Banken einschränken. Sie müssen mehr Kapital für Notfälle vorhalten und ihre früher so einträglichen Spekulationen zurückfahren.

Pandit habe zu wenig auf die Kosten geachtet

Bei der Citigroup kommen die Einschnitte nach dem Ausscheiden des langjährigen Chefs Vikram Pandit. Er hatte die Bank nach der Finanzkrise stabilisiert, musste aber mit ansehen, wie die Rivalen davonzogen.

Kritiker werfen ihm vor, nicht stark genug auf die Kosten geachtet zu haben. Sein Nachfolger Michael Corbat ist ein Veteran in der Bank; er führte zuvor das Europageschäft.

Die Citigroup hat 200 Millionen Kunden in mehr als 160 Ländern. Von den zuletzt rund 4070 Filialen im Privatkundengeschäft sollen nach dem Umbau noch gut 4000 übrig bleiben. Geschlossen werden Standorte in den USA, Brasilien, Südkorea, Hongkong und auch Ungarn. Vor einem Jahr waren es noch annähernd 4200 Filialen.

Quelle: dpa/woz
Quelle: dapd
16.10.12 0:47 min.
Vikram Pandit, Vorstandsvorsitzender der US-Bank Citygroup, hat sein Amt niedergelegt. Das gab die Bank in New York bekannt. Sein Amt als Aufsichtsratsmitglied lege der 55-Jährige ebenfalls nieder.
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