02.12.12

Haushaltsausschuss

Zehn-Minuten-Brüllerei zwischen Schäuble und Kahrs

Wolfgang Schäuble kann ziemlich ruppig sein. Auf Fragen zur Griechenland-Rettung reagierte er gereizt. Das ließ sich SPD-Mann Kahrs nicht bieten. Die Ausschussvorsitzende Merkel musste einschreiten.

Foto: Getty Images
Wolfgang Schäuble und Johannes Kahrs
Wolfgang Schäuble (l.) und Johannes Kahrs

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Im Haushaltsausschuss des Bundestags gerieten die beiden am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern so heftig aneinander, dass die Ausschussvorsitzende Petra Merkel (SPD) eingreifen musste. "Schäuble und Kahrs haben sich zehn Minuten lang angebrüllt", berichtet ein Zeuge.

Schäuble habe ins Mikrofon geschimpft, Kahrs habe nicht einmal sein Mikrofon gebraucht, um laut zu werden. Erst die Intervention der Vorsitzenden des Gremiums habe die Streithähne zur Ruhe gebracht.

Grund für die Eskalation sollen Nachfragen von Abgeordneten zur Griechenland-Rettung gewesen sein, auf die Schäuble gereizt reagiert habe. "Er ist schon mit schlechter Laune in den Ausschuss gekommen", so ein Teilnehmer. Der Minister sei dann einigen Parlamentariern "ziemlich über den Mund gefahren".

Dies habe SPD-Haushälter Kahrs wiederum nicht hinnehmen wollen. Er habe Schäuble daran erinnert, dass er es angesichts dessen "bescheidener Bilanz" in der Griechenland-Rettung ruhiger angehen lassen solle. Schäuble habe entgegnet, er sei selbst Abgeordneter – und dies weitaus länger als Kahrs. Außerdem müsse er sich nicht alles gefallen lassen.

Kahrs heimst Respekt bei Union ein

Dann habe sich SPD-Mann Carsten Schneider eingemischt und Schäuble aufgefordert, die Abgeordneten bitte nicht zu schurigeln. Doch Kahrs hatte auch noch nicht genug: "Wir sind doch nicht Ihr Pressesprecher", blaffte der SPD-Politiker den Minister an.

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren hatte Schäuble seinen damaligen Ministeriumssprecher Michael Offer bei einer Pressekonferenz vor laufenden Kameras rüde zurechtgewiesen ("Herr Offer, reden Sie nicht"). Offer war nach der öffentlichen Empörung über den Vorfall von seiner Aufgabe zurückgetreten.

Am Ende der Haushaltssitzung am Mittwoch, so erinnern sich Teilnehmer, wären sogar einige Haushälter der Union auf Kahrs zugegangen und hätten ihm ihren Respekt gezollt.

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